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Pussy Riot: Menschenrechtsrat zerpflückt Urteil

24.08.2012 | 14:12 |   (DiePresse.com)

Das russische Gremium kritisiert die Unverhältnismäßigkeit der Strafe und fordert Gnade. In dem Rat sitzt auch eine Ex-Verfassungsrichterin.

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Mit deutlichen Worten hat der Menschenrechtsrat beim russischen Präsidenten das Urteil gegen drei Mitglieder der Frauen-Punkband Pussy Riot kritisiert. Als problematisch bezeichnete der Rat in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung die Anwendung des Strafrechts auf Fälle, die "nach dem Gesetz nur Ordnungswidrigkeiten" seien. "Warheit und Gnade" sollten sich durchsetzen, teilte der Rat mit. In dem Gremium sitzen unter anderem die frühere Verfassungsrichterin Tamara Morschakowa und der Sprecher der russisch-orthodoxen Kirche, Wladimir Legoida. Letzgenannter unterzeichnete jedoch nicht.

Gewöhnlich werden Aktivisten, die wegen nicht genehmigter Proteste in Russland festgenommen werden, höchstens für zwei Wochen festgehalten und nicht angeklagt. Die drei Mitglieder von Pussy Riot, Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch, wurden dagegen wegen "Rowdytums" und "Anstiftung zu religiösem Hass" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. "In diesem Fall stellen sich zudem weitere Fragen, die die Achtung der Prinzipien einer freien Rechtsprechung in einem demokratischen Rechtsstaat betreffen", hieß es in der Erklärung des Rats weiter, die dieser auf seine Website stellte.

Das Gremium übte Kritik an dem einheitlichen Strafmaß für die drei Musikerinnen: "Warum haben alle Angeklagten identische Strafen erhalten, obwohl zwei von ihnen kleine Kinder haben? Warum konnten sie keine Bewährungsstrafe bekommen oder wenigstens eine mit Aufschub, bis ihre Kinder volljährig sind?" Mit Blick auf einen möglichen Fortgang des Verfahrens hieß es: "Warum warten wir auf Antworten des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte auf all diese Fragen? Insbesondere wenn wir die Antworten selbst sehr gut kennen?"

Kasparow vor Gericht

Unterdessen musste der russische Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow am Freitag wegen einer Demonstration, bei der er einen Polizisten gebissen haben soll, ist vor Gericht erschienen. Etwa 20 Unterstützter jubelten dem 49-Jährigen zu, als er das Moskauer Gerichtsgebäude betrat, in dem vor einer Woche die Pussy Riot-Mitglieder verurteilt worden waren. Kasparow hatte damals an einer Demonstration zur Unterstützung der drei Frauen teilgenommen.

Formell beschuldigt ist Kasparow bisher nur, gegen Bestimmungen bei der Organisation der Demonstration verstoßen zu haben. Dafür sind maximal 15 Tage Haft vorgesehen. Sollte er jedoch wegen des Angriffs auf den Polizisten angeklagt werden, könnten ihm bis zu fünf Jahre Gefängnis drohen. Laut dem privaten Fernsehsender Doschd zeigte sich Kasparow vor Gericht am Freitag kämpferisch. Er habe bereits fünf Mal wegen aus seiner Sicht politischen Vorwürfen vor Gericht gestanden, sagte der langjährige Kritiker von Präsident Wladimir Putin demnach.

Video-Bilder von der Demonstration am Tag des Pussy-Riot-Urteils zeigen, wie ein Polizist Kasparow anscheinend auf den Kopf schlägt. Er wird danach in einen Bus der Sicherheitskräfte gebracht. Ein Beamter beschuldigte den Schachmeister später, ihn außerhalb der Sichtweite der Kameras in die Hand gebissen zu haben. Kasparow weist das zurück und hat den Polizisten wegen illegaler Festnahme und Verleumdung verklagt.

Die Pussy-Riot-Musikerinnen hatten im Februar in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein "Punk-Gebet" gegen den jetzigen Präsidenten Wladimir Putin aufgeführt. Damit hatten sie den Kreml und die orthodoxe Kirche in Russland gegen sich aufgebracht. Putin sieht sich seit seiner umstrittenen Wiederwahl zum Präsidenten einer starken Protestbewegung gegenüber.

 

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15 Kommentare
Gast: einBeobachter
28.08.2012 08:07
0 0

Mut

Hätten alle Menschen nur einen Bruchteil des Mutes dieser Mädels, die Welt würde anders aussehen. Putins hätten KEINE Chance.

Gast: mersat
26.08.2012 11:09
1 1

zerpflügen

Was die zerpflügen ist Hr Putin so von egahl:-) der weiß ja gar nicht das es klein ösi bananenrepublik gibt.


Gast: Eleonoa K.
25.08.2012 18:07
0 2

Unverhältnismäßigkeit

Jetzt einmal ehrlich: was wäre passiert, wenn die Mädchen in einer Mo sch ee aufgetreten wären?
Egal, ob man gläubgig ist oder nicht, Respekt vor Kirchen ist angebracht.

Der Menschenrechtsrat handelt sehr egoistisch!

Ich bin froh, wenn solche Lärmproduzenten nicht nur weit weg sind, sondern auch sicher verwahrt sind. So können diese keinen Unfug anstellen und der "Welt" bleibt dieser Lärm erspart.

Es gibt ja noch die Dreckschlitzern und den Ö3. Evtl. könnten da die russischen Behörden da auch mal eine "Untersuchung einleiten".

Gast: Grotius
25.08.2012 01:55
1 1

Offenbar

...lassen sich neben Netrebko und Schröder auch reichlich unbegabte Poster auf die Gehaltsliste der Russen-Mafia setzen.

Gast: aurelian3
24.08.2012 23:44
4 3

Pussy Riot haben eine gute Aktion geliefert

... originell auch.
Und Putin hats nicht anders verdient: Wahlfälschung, KGB-Wurzeln, Chodorkowsky usw. (googeln hilft)

Was ich von den meisten Kommentaren hier halte, erspare ich mir mir lieber (Haben sich Bild-Leser hierher verirrt??).
Peinlich ist nicht Pussy Riots Auftritt, sondern der Rundumschlag des politischen und klerikalen russischen Establishments.

die Unverhältnismäßigkeit der Strafe

soll bei uns in Österreich auch schon vergekommen sein, bzw. noch immer praktiziert werden. Nur regt sich da niemand darüber auf....

Gast: africano
24.08.2012 17:48
6 3

Blöder geht es ja nimmer.

Vor einem Jahr wurden 13 Kinder in Afghanistan durch Dronen getöten und der Präsident der USA,welcher für die Abfeuerung der Drohnen veranwortlich ist ,entschuldigte sich. "Unverhältnismäßigkeit "
Über die getöteten Kinder ,las man nur in der Presse,doch von einer Anklagen gegen den USA Obama ,habe ich nie gelesen. Er klopft weiter seine Sprüche.

Gast: DaKarlider.....
24.08.2012 16:10
10 8

bussy bussy

Was sie mit ihrer Musik nie geschafft hätten.....
2 Jahre sind zu wenig und der Rest dieser stinky Bande gehört auch dorthin.

Re: bussy bussy

Immer wenn eine neue Kunstrichtung angefangen hat sich zu etablieren, hat es Konservative gegeben, die solche Dämlichkeiten abgesondert haben, wie du, boder! Wieso? Nicht jeder hat ein offenes Ohr für Neues! Nach dir hätten es die Beatles, die Stones, Nirvana & Co auch nicht geschafft!
Nun ja, EU! Zum Glück sterben auch Negoisten mit der Zeit weg und das Neue überlebt!

Re: Re: bussy bussy

Nur spielen halt die Pussies nicht in einer Liga von Beatles oder Stones! Aber vielleicht bekommen sie ja im Arbeitslager ein bisschen Musikunterricht! Auf jeden Fall kann man sich ziemlich sicher sein dass es in naher Zukunft irgend einen internationalen Superhit dieser Band gibt! Dann haben sie eh ausgesorgt! Ich verstehe nur nicht warum der Putin so blöd war diese Tussen auf die Weltbühne zu heben! Russland hätte wahrlich bessere Musikkünstler!

Antworten Gast: boder
24.08.2012 16:51
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Re: bussy bussy

Genau so ist es und unsere grüninen auch kleich mit...klowische und Co.:-)

Genau! Und schuld ist der Putin!

Weil der hat die ja gezwungen, gegen das Gesetz zu verstoßen. Oder so.

Da wird der Bono erleichtert sein....

.... dass er für die nächste Tour eine Vorband hat!

Antworten Gast: Se Polis
24.08.2012 16:29
8 4

Re: Da wird der Bono erleichtert sein....

...und der Sting. Weil auch der tritt ganz entschieden für die Rechte des armen geknechteten Chaoten-Punker-G'sind'ls ein.