Der Iran präsentiert sich anlässlich der 16. Generalkonferenz der Blockfreien Staaten (Non Aligned Movement/NAM) als Weltstadt. Es wurden keine Mühen und Kosten gescheut, um der Welt zu demonstrieren, dass der die iranische 16 Millionenmetropole Teheran ein würdiger Gastgeber für eine derartig große Konferenz ist. Immerhin sind bei der Tagung, die von 26. bis 31. August andauert, 150 Delegationen und insgesamt über 7000 Gäste vertreten.
Beratung für syrische Kontaktgruppe
Der Iran will beim Blockfreien-Treffen einen neuen Vorschlag unterbreiten, um die Krise in Syrien zu beenden, wie Salehis Sprecher Ramin Mehmanparast sagte. "Die NAM-Mitgliedstaaten sind gegen jede fremde Einmischung und terroristische Aktivitäten", fügte er hinzu. "Kein anderer Staat, sondern das syrische Volk sollte über sein politisches Schicksal entscheiden." Einzelheiten zu dem Vorschlag nannte der Sprecher nicht. Auf der Konferenz werde auch über eine Kontaktgruppe für Syrien beraten. Der Iran unterstützt das Polizei-und Geheimdienstregime in Damaskus, das seit rund eineinhalb Jahren einen Volksaufstand blutig niederschlägt.
Verwirrung gab es um die angebliche Einladung des Führers der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas, Ismail Haniyeh, durch den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad zum Gipfeltreffen. Konferenzsprecher Mohammad Reza Forqani sagte dazu am Sonntag: "Es gibt keine offizielle Einladung von Präsident Ahmadinejad an Haniyeh und nur Mahmoud Abbas wurde zum Gipfel eingeladen." Abbas ist Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde und höchster Ansprechpartner des Westens bei den Palästinensern. Mit einer Einladung Haniyehs hätte der Iran eine Absage Abbas' riskiert.
Ab in den Urlaub
Teherans Oberbürgermeister Mohammad Bagher Ghalibaf ließ vorsorglich ab kommenden Dienstag fünf Feiertage ausrufen, damit die Konferenz möglichst reibungsfrei über die Bühne gehen kann. An die Stadtbevölkerung appellierte er, möglichst in den Urlaub zu fahren. Doch schon am Sonntag war Teheran im Ausnahmezustand: Verstärkte Verkehrskontrollen durch die Revolutionsgarden an mehreren Hauptverkehrsknotenpunkten der Stadt, dutzende Luxusautos, die die Gäste in die sechs Fünf-Stern-Hotels chauffierten und Straßensperren im Norden der Stadt. Das nördliche Luxusviertel Velenjak etwa, wo viele Gäste untergebracht sind, wurde komplett abgeriegelt.
Zudem meinte es auch der Wettergott gut mit der Konferenz. Bei strahlendem Sonnenschein konnte sich die für die Konferenz herausgeputzte Stadt den Gästen präsentieren. In Teheran regnete es am Samstag noch einmal richtig, was bewirkte, dass der hohe Smoganteil gesenkt werden konnte. Die überwiegend junge Bevölkerung (12,5 der 16 Millionen Einwohner sind unter 28 Jahre alt) freut sich ebenfalls auf die Konferenz und die Feiertage in deren Zusammenhang.
"Es ist einfach fantastisch. Durch diese Zusammenkunft haben wir fünf zusätzliche freie Tage und können uns ein wenig erholen. Andererseits gibt es auch den angenehmen Nebeneffekt, dass die Weltöffentlichkeit jetzt auf Teheran schaut und da können wir ein anderes Iran-Bild vermitteln. Was ich damit sagen möchte ist, dass der Iran nicht nur aus dem Atomstreit und aus Präsident Mahmoud Ahmadinejad besteht. Seht her, wir, die junge Bevölkerung sind gastfreundlich, gebildet und freuen uns, dass internationale Delegationen in unsere wunderbare Stadt kommen", so der 23-jährige Kamiyar S..
(APA/dpa)
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