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Syrien: Opposition beklagt neues Massaker

26.08.2012 | 18:42 |   (Die Presse)

In der Nähe von Damaskus wurden den Aufständischen zufolge 320 geschändete Leichen gefunden. Hoher Militär kehrt Assad-Regime den Rücken. Immer mehr Syrer flüchten indes ob der gefährlichen Lage ins Ausland.

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Wien/Damaskus/Ag. Der Bürgerkrieg in Syrien nimmt immer dramatischere Ausmaße an: Menschenrechtsaktivisten zufolge wurden am Wochenende in der südwestlich von Damaskus gelegenen Stadt Daraja 320 Leichen gefunden. Die meisten Opfer seien in den vergangenen Tagen bei einer Offensive der syrischen Armee getötet worden, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Sie stützt sich bei der Angabe der Opferzahlen auf Informationen von Aufständischen und Augenzeugen, die aber von unabhängiger Stelle nicht überprüft werden können.

Laut den syrischen Rebellen wurden viele Opfer bei Massenhinrichtungen getötet und die Leichen dann verbrannt. Die Armee habe Daraja zunächst abgeriegelt und dann mit schweren Waffen und Kampfflugzeugen unter Beschuss genommen, sagte ein Oppositionssprecher. Später seien die „Mörderbanden“ der regierungstreuen Shabiha-Miliz in die Stadt eingedrungen und hätten Massenhinrichtungen verübt. Die Leichen seien zerstückelt und in Brand gesetzt worden. Die Opposition verbreitete zudem ein Video, in dem zahlreiche verkohlte Leichen zu sehen waren. Eine Stimme beschreibt die Bilder als Ergebnis eines „abscheulichen Massakers“, das von Assads Truppen begangen worden sei. Die syrischen Staatsmedien berichteten, die Armee habe Daraja von „Terroristen gesäubert.“

 

Vizepräsident zeigt sich im Fernsehen

Die Regierungstruppen hatten schon zu Wochenbeginn einen Großeinsatz gegen Daraja gestartet, um die gegen Assad kämpfenden Aufständischen aus der Stadt mit rund 200.000 Einwohnern zu vertreiben. Doch nun soll sich Angaben jordanischer Medien zufolge erstmals ein Armeekommandant aus Syrien abgesetzt haben, der größere Kampfverbände befehligt hatte: General Mohammed Mussa al-Khairat soll am Samstag die Grenze zu Jordanien überquert haben. Dagegen erwiesen sich Berichte über einen Fluchtversuch von Vizepräsident Faruk al-Sharaa offenbar als falsch. Sharaa zeigte sich gestern kurz vor einem geplanten Treffen mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im iranischen Parlament, Alaeddin Boroujerdi, erstmals seit mehreren Monaten wieder im öffentlichen Fernsehen.

Syriens Außenminister Walid al-Moualem sagte bei einem Treffen mit Boroujerdi, die Regierung werde erst in Verhandlungen mit der Opposition treten, wenn das Land vollständig von Rebellen „gesäubert“ sei. Boroujerdi sagte Syrien die Unterstützung des Iran zu: „Syriens Sicherheit ist unsere Sicherheit, deshalb werden wir zu unseren syrischen Brüdern halten“, wurde er von der iranischen Nachrichtenagentur IRNA zitiert.

 

2000 Syrer fliehen täglich nach Jordanien

Immer mehr Syrer flüchten indes ob der gefährlichen Lage ins Ausland: Jordanien hat die internationale Gemeinschaft um verstärkte Hilfe für die schon rund 160.000 syrischen Flüchtlinge im Land gebeten. Informationsminister Samih Maajtah erklärte am Sonntag, derzeit erreichten mehr als 2000 Flüchtlinge aus Syrien pro Tag sein Land. Die Vereinten Nationen haben bei ihren Mitgliedern um Spenden für die syrischen Flüchtlinge in Jordanien und anderen Ländern der Region gebeten. Bisher ging nach UNO-Angaben aber erst die Hälfte der erbetenen 190 Millionen Dollar (152 Millionen Euro) ein. Erstmals seit Beginn des Syrien-Konfliktes ist auch eine größere Gruppe syrischer Flüchtlinge in Griechenland angekommen. Vor der Insel Symi in der Südostägäis seien Migranten in einem kleinen Boot aufgegriffen worden, teilte die griechische Küstenwache mit.

Der Leiter der UNO-Beobachtermission in Syrien hat am Samstag das Land verlassen. Die Beobachtermission endete offiziell schon am vergangenen Sonntag, Gaye blieb aber noch für einige Gespräche. Der UNO-Sicherheitsrat verständigte sich auf ein kleineres Büro in Syrien, das die Friedensbemühungen fortführen soll. Die Einrichtung der Beobachtermission war der einzige greifbare Erfolg des Anfang August zurückgetretenen Sondergesandten von UNO und Arabischer Liga, Kofi Annan, bei seinen Bemühungen, den Bürgerkrieg zu stoppen. Die Beobachter sollten einen Waffenstillstand überwachen, der nie in Kraft trat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2012)

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27 Kommentare
 
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Gast: Syrien Christ
27.08.2012 21:51
1 0

Laut Vatikan Radio

Syrien
Die Residenz des griechisch-katholischen Erzbischofs von Aleppo ist geplündert worden. Erzbischof Jean-Clément Jeanbart habe das Haus am Donnerstag kurz vor der Plünderung zusammen mit einigen Priestern verlassen. Grund waren die Kämpfe von Rebellen und Regierungseinheiten in dem Stadtviertel. Jeanbart und weitere Priester fanden offenbar zunächst im Haus der Franziskaner von Aleppo Zuflucht; jetzt hält sich der Erzbischof nach Fides-Informationen im Libanon auf. Die heftigen Kämpfe in der Altstadt von Aleppo betrafen in den letzten Tagen auch den Fahrat-Platz, wo sich die meisten bischöflichen Residenzen befinden. (fides)


Gast: Syrien Christ
27.08.2012 21:49
0 0

Syrien Christ

Syrien
Die Residenz des griechisch-katholischen Erzbischofs von Aleppo ist geplündert worden. Erzbischof Jean-Clément Jeanbart habe das Haus am Donnerstag kurz vor der Plünderung zusammen mit einigen Priestern verlassen. Grund waren die Kämpfe von Rebellen und Regierungseinheiten in dem Stadtviertel. Jeanbart und weitere Priester fanden offenbar zunächst im Haus der Franziskaner von Aleppo Zuflucht; jetzt hält sich der Erzbischof nach Fides-Informationen im Libanon auf. Die heftigen Kämpfe in der Altstadt von Aleppo betrafen in den letzten Tagen auch den Fahrat-Platz, wo sich die meisten bischöflichen Residenzen befinden. (fides)


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Die andere Sicht

Soeben anderswo gelesen. Es ist wirklich eine Schande für die westliche "freie Presse", dass man über das nachfolgende Erreignis auf eine Seite von Russland zurückgreifen muss, um etwas zu lesen:

Ria Novosti 24.08.12:
Die syrischen Regierungskräfte haben am Freitag Einheiten der oppositionellen Syrischen Freien Armee aus dem von Christen bewohnten Ort Rabla an der Grenze zum Libanon verdrängt, teilte der libanesische Fernsehsender Al-Mayadin mit.

Nach seinen Angaben wurden bei dem Kampfeinsatz 60 Aufständische getötet.

Die bewaffnete Opposition hatte die Ortschaft mit mehr als 12 000 Einwohnern knapp zwei Tage lang besetzt gehalten. Wegen der faktischen Blockade seien die Lebensmittelvorräte in Rabla zu Ende gegangen, so der Fernsehsender.

Das Leben in Rabla normalisiert sich langsam wieder. Die Versorgung der Häuser mit Strom ist wieder hergestellt.

Die syrischen Christen, die etwa zehn Prozent der Landbevölkerung ausmachen, sympathisieren größtenteils mit den jetzigen Behörden, die eine Politik der konfessionellen Gleichheit und der religiösen Toleranz betreiben. Die Christen sind nicht in den Bürgerkonflikt verwickelt, der Syrien seit März 2011 erschüttert.

Gast: biersauer
27.08.2012 16:42
5 0

Die Menschen demonstrieren gegen den König Saud:

http://www.politaia.org/allgemein/bevolkerung-saudi-arabiens-wutend-uber-milliardengeschenk-des-konigs/
jetzt weiß man, dass diese Banditen von unserem Geld fürs Erdöl bezahlt werden.
Ich habe bereits Schluss gemacht und den Kübel eingemottet und fahre bereits elektrisch!

Gast: ubere
27.08.2012 14:18
4 0

... die aber von unabhängiger Stelle nicht überprüft werden können. ...

= Gerüchte

Und das hier zu lesen, ohne die Meldungen zu hinterfragen.

Jeder User möge bitte eine Aussage über Syrien posten, die nicht bestätigt wurde. Somit hätten wir einige weitere Artikel für unsere Presse!

Was ist eigentlich aus kritischem Journalismus geworden? Jene, die Kommentare zu den Artikeln schreiben, scheinen Inhalt und Hintergründe kritischer zu hinterfragen, als die Verfasser der Nachrichtenbeiträge.
Es gebe doch sicher genug Quellen, die man anzapfen könnte, um mehr Meinungen zum Thema zu erhalten.
Aber über Syrien will wohl niemand etwas herausfinden, hinterfragen oder aufdecken...

Schrecklich manipulativ

diese einseitigen Recherchen...

Zum Massaker

Opposition bringt also keine Menschen um, foltert auch nicht, vertreibt auch niemanden..... und holt sich auch keine bezahlten Söldner und Scharfschützen die für Geld morden. Nein so etwas tun die nicht.......Darf man wahrscheinlich auch nicht darüber schreiben.

Die Quellen...

...sind erschreckend.
Im ersten Absatz:
"...teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit."

Wikipedia:
"Das russische Außenministerium äußerte Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Beobachtungsstelle. Als Grund führt es an, dass nur zwei Personen für diese Beobachtungsstelle fernab der Konfliktzone arbeiten und dass der Leiter der Beobachtungsstelle weder über eine journalistische oder juristische Ausbildung noch über eine höheren Schulabschluss verfügt. Trotzdessen werden die Berichte dieser Organisation über Ereignisse in Syrien oft zur Quelle von Informationen für westliche Journalisten."
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Syrische_Beobachtungsstelle_für_Menschenrechte

Propaganda in reinster Form!

Gast: holoman
27.08.2012 09:16
6 2

@ Zitronenpresse

Entzug jeglicher Presseförderung für Propagandaschleudern ala Presse.

http://www.gegenfrage.com/syrische-soldaten-befreien-christliche-stadt-im-westen/

Gast: Anti terror aktivist
27.08.2012 08:44
7 3

Desinteresse an Kriegsverbrechen der USA im UN-Menschenrechtsrat


Christof Heyns, UN-Sonderberichterstatter, drängte in Genf Washington, die Grundlagen ihrer Politik zu erklären; in einem Bericht den er an den - angeblichen - UN-Menschenrechtsrat erstattete. Im Gegensatz zu der Hektik mit der dieser „Menschenrechtsrat“ mit gefälschten Zahlen den Krieg gegen Libyen forderte und gegen Syrien vorgeht, schweigen die „Menschenrechtler“, wenn es um bewiesene Kriegsverbrechen der USA geht.

http://hinter-der-fichte.blogspot.co.at/

Gast: biersauer
27.08.2012 07:53
10 3

Hinrichtung von "Zivilisten"!

Wenn Syrien wiederum von diesen "Zivilisten" befreit ist, kann man dort vielleicht wiederrum Urlaub machen. In Libyen ist es derzeit nicht möglich, weil soche "Zivilisten" als Strassenräuber und Bombenleger aktiv sind. Das ist der Unterschied.

Gast: xxxyyyzzz
27.08.2012 03:14
3 16

Bei der Fülle an paranoiden Verschwörungstheoretikern die hier einem blutrünstigen Despoten wie Assad huldigen und tatsächlich gleichgeschalteten Medien aus waschechten Diktaturen eine höhere Glaubwürdigkeit als den westlichen Medien einräumen wird einem kotzübel.


Re: Bei der Fülle an paranoiden Verschwörungstheoretikern die hier einem blutrünstigen Despoten wie Assad huldigen und tatsächlich gleichgeschalteten Medien aus waschechten Diktaturen eine höhere Glaubwürdigkeit als den westlichen Medien einräumen wird einem kotzübel.

Von Lumumba im Kongo über Allende in Chile, Ghadaffi in Lybien und Saddam Hussein im Irak waren das alles nur "Paranoiker", die durch vom Westen inszenierte "Volksaufstände" mit Bombenteppichen, Waffenlieferungen, Propagandaaktionen, wenn nötig auch Bodentruppen etc. gestürzt und dann meist gleich auf brutale Art umgebracht wurden.

Re: Bei der Fülle an paranoiden Verschwörungstheoretikern die hier einem blutrünstigen Despoten wie Assad huldigen und tatsächlich gleichgeschalteten Medien aus waschechten Diktaturen eine höhere Glaubwürdigkeit als den westlichen Medien einräumen wird einem kotzübel.

ich vertraue beiden Seiten nicht...

Antworten Antworten Gast: xxxyyyzzz
27.08.2012 12:11
0 1

Re: Re: Bei der Fülle an paranoiden Verschwörungstheoretikern die hier einem blutrünstigen Despoten wie Assad huldigen und tatsächlich gleichgeschalteten Medien aus waschechten Diktaturen eine höhere Glaubwürdigkeit als den westlichen Medien einräumen wird einem kotzübel.

Gut, das ist ein anderer Zugang. Allerdings habe ich auch NICHT diejenigen kritisiert die um eine Äquidistanz zu beiden Quellen bzw. Positionen bemüht sondern die Gruppe an Personen, die einem Diktator sowie Medien aus antidemokratischen Ländern unumschränkte Glaubwürdigkeit einräumen und Assad tatsächlich als Opfer des Westens hinstellen.

Antworten Antworten Gast: xxxyyyzzz
27.08.2012 11:06
0 2

Re: Re: Bei der Fülle an paranoiden Verschwörungstheoretikern die hier einem blutrünstigen Despoten wie Assad huldigen und tatsächlich gleichgeschalteten Medien aus waschechten Diktaturen eine höhere Glaubwürdigkeit als den westlichen Medien einräumen wird einem kotzübel.

Gut, das ist ein anderer Zugang. Allerdings habe ich auch diejenigen kritisiert die um eine Äquidistanz zu beiden Quellen bzw. Positionen bemüht sondern die Gruppe an Personen, die einem Diktator sowie Medien aus antidemokratischen Ländern unumschränkte Glaubwürdigkeit einräumen und Assad tatsächlich als Opfer des Westens hinstellen.

19 3

Offenbar werden die von der Türkei trainierten und eingeschleusten salafistischen Kämpfer langsam aufgerieben!

Bin schon gespannt, wie die Türkei und die NATO darauf reagieren.

wieso wird dieser Artikel eingestellt

leicht umgeschrieben, aber ohne die offensichtlich weil die lästigen Kommentare die der Presse wohl nicht passen

fällt mit nur ein: gleichgeschaltet


26 5

Syrische Opposition BEHAUPTET neues Massaker

wäre als Schlagzeile gleich wirksam aber neutral - so ist es manipulativ, denn bewiesen ist nichts.

Und die weitere unreflektierte Verwendung der Bezeichnung "Beobachtungsstelle für Menschenrechte", von der ja bekannt ist was dahintersteckt (wäre ja schon ok, wenn man sie "Pressestelle der Opposition" nennte - sowas ist ja zulässig), ist eigentlich der Presse nicht würdig.



Antworten Gast: xxxyyyzzz
27.08.2012 14:11
0 2

Re: Die "Rebellen" ???


Schon wieder so eine "seriöse" Quelle auf der sich natürlich auch die üblichen Verschwörungsartikel zu 9/11, den Illuminaten und dergleichen finden. Einfach lächerlich.

Re: Die "Rebellen" ???

Unser Außenminister Spindelegger unterstützt solche Sadistenbanden, die sich auf dem politischen Parkett auch "Freunde Syriens" nennen, öffentlich.

Das ist ein echter Grund, sich für unser Land zu schämen.

Re: Die "Rebellen" ???

Nix für schwache Mägen...

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Hat der vom Westen geförderte blutrünstige Islamismus

eine Niederlage erlitten?

Gratuliere Assad!

Antworten Gast: xxxyyyzzz
27.08.2012 14:10
1 4

Wie geisteskrank muss man sein, um einem mordenden Despoten zu gratulieren.


 
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