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Zank in Union: Vertrauen in Merkel bröckelt

27.08.2012 | 18:28 |  ANNA GABRIEL (Die Presse)

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat Probleme, ihre Europapolitik in der Koalition mit der FDP durchzusetzen. Griechenland muss nun vor weiteren wichtigen Entscheidungen in Sachen Eurorettung zittern.

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Wien/Berlin/Athen. Entgleitet der deutschen Bundeskanzlerin die Kontrolle über die Europapolitik? Erst war es (nur) Koalitionspartner FDP, der Angela Merkel mit öffentlichen Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion in den Rücken fiel. Mittlerweile aber ist auch in den Unionsparteien ein heftiger Streit über das weitere Vorgehen mit dem südlichen Problemstaat entbrannt.

Den Stein des Anstoßes für die über Medien ausgetragene Debatte lieferte wie so oft die bayrische CSU, die sich damit bereits für den Urnengang im Herbst 2013 in Stellung bringt: Generalsekretär Alexander Dobrindt wetterte in der „Bild“-Zeitung, an einem Austritt Griechenlands führe kein Weg mehr vorbei. Da riss selbst der sonst stoischen Merkel der Geduldsfaden. Im ARD-Sommerinterview rief sie all jene zur Ordnung, die in den vergangenen Tagen und Wochen gegen die offizielle Regierungslinie Stimmung gemacht hatten: Europa befinde sich in einer „entscheidenden Phase. Deshalb glaube ich schon, wir sollten alle unsere Worte wägen. Wir haben füreinander in Europa Verantwortung“, mahnte sie.

 

Fristverlängerung nach Reformerfüllung

Parteikollegen wie EU-Kommissar Günther Öttinger oder Bundestagspräsident Norbert Lammert eilten Merkel zu Hilfe: „Die Situation ist zu ernst, als dass man sie mit einem rhetorischen Überbietungswettbewerb bestreiten könnte“, meinte Letzterer. Schließlich stellte sich gestern auch CSU-Chef Horst Seehofer nach zweitägigem Schweigen hinter den Eurokurs der Kanzlerin.

Dennoch gibt es in der Beziehung Deutschland–Griechenland nun ein wechselseitiges Glaubwürdigkeitsproblem: Einerseits ist von Berliner Seite bekannterweise das Vertrauen in die Regierung in Athen geschrumpft, dass diese die versprochenen Reformen zeitgerecht umsetzen kann. Andererseits ist keineswegs sicher, dass Merkel ihr Versprechen, Griechenland in der Eurozone halten zu wollen, innenpolitisch durchsetzen kann.

Denn in den kommenden Wochen wird ein Entgegenkommen an Athen, was die Streckung der Fristen für die geplanten Sparmaßnahmen betrifft, unumgänglich sein – darüber sind sich Ökonomen einig. Bevor darüber eine Entscheidung gefällt werden kann, wollen Europas Politiker aber den Bericht der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) abwarten. Dieser soll neuen Informationen zufolge nicht vor Oktober fertig sein. Zudem muss Griechenland beweisen, dass es die geforderten Reformen fristgerecht auf den Weg bringt: „Es darf keinen Aufschub bei den Reformen geben“, fordert der Leiter der ÖVP-Delegation im Europäischen Parlament, Othmar Karas, im Gespräch mit der „Presse“. Diese müssten im Gegenteil sogar „intensiviert“ werden, um die Wirtschaft zu beleben und Griechenland wettbewerbsfähig zu machen. „Erst, wenn die Reformen glaubwürdig umgesetzt werden, kann man über die Zeitpläne für gewisse Sparmaßnahmen sprechen“, so Karas. Dies sei auch die Position von Merkel und Frankreichs Präsident, François Hollande, die beide in der vergangenen Woche mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras zusammengetroffen waren: Wenn der Bericht der Troika da sei und Griechenland bei den Reformen Fortschritte gemacht habe, würden sich die Akteure zusammensetzen und über Zugeständnisse bei den Sparzielen reden, mutmaßt Karas. Vorausgesetzt, die Stimmung in Berlin kippt nicht gänzlich Richtung Griechen-Gegner.

Abstimmen muss Merkel sich auch mit dem Sozialisten Hollande: Damit dies künftig besser funktioniert, soll ein Arbeitsstab zu brisanten Fragen der Eurokrise eingerichtet werden.

 

Weiterer Schuldenschnitt?

Athen arbeitet Angaben griechischer Medien zufolge indes bereits an Plänen, wie eine Streckung des Sparprogramms auch ohne neues Hilfspaket möglich sein könnte. Der griechische Finanzminister, Ioannis Stournaras, will diese sobald wie möglich in Berlin und Paris präsentieren.

Um ein weiteres Hilfspaket für Griechenland abzuwenden, halten Analysten auch einen Schuldenschnitt für griechische Staatsanleihen, die in den Händen von Notenbanken von Euroländern und der EZB sind, für möglich. Die Summe daraus wird auf 50 Milliarden Euro geschätzt.

Auf einen Blick

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat mit seiner Aussage, ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei unumgänglich, einen Streit in den Unionsparteien entfacht. Kanzlerin Angela Merkel forderte zur Mäßigung in der Debatte auf. Dennoch gerät sie in der Griechenland-Debatte zunehmend unter Druck: Denn die Meinung in der schwarz-gelben Koalition über einen Verbleib des Krisenstaats in der Währungsunion ist gespalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

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23 Kommentare

man kann es auch herbeischreiben!

;-)

Schon vergessen...


...4 Mrd sind via EZB vor ca 3 Wochen nach Griechenland geflossen.

Also was die Politik will, ist zwischenzeitlich der EZB vollkommen Wurscht.

Die EZB hat ihr Mandat verlassen und macht was sie will, bzw. was Goldman-Sachs will.


Antworten Gast: Helmuth Schmitt
28.08.2012 13:03
5 1

Re: Schon vergessen...??Vom ersten Griechenland-Paket, den 73 Milliarden Euro, hat Bloomberg ausgerechnet, wanderten 70 Milliarden an die Banken. Nicht den Griechen wird/wurde geholfen, sondern den Gläubigern der Griechen, den französischen und deutschen Banken. Von Solidarität mit der griechischen Bevölkerung kann keine Rede sein

DIE ZEIT freute sich darüber und sinnierte:
„Am härtesten trifft es in beiden Fällen den öffentlichen Dienst und die Sozialausgaben. Kindergartenplätze werden gestrichen, Sozialeinrichtungen geschlossen, das Bildungswesen muss heftige Einbußen hinnehmen. Gleichzeitig werden Rentenzahlungen eingefroren und Krankenkassenbeiträge steigen.“

http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-06/irland-spanien-banken/seite-2

Die Griechen mussten also Schulden machen um die Forderungen der Banken zu begleichen. Die Bankster und ihre Hintermänner aus dem Großkapital haben völlig irrsinnige Kredite vergeben und nun sollen die Menschen die nichts davon gehabt haben die Lasten dafür tragen.
KLARTEXT FÜR UNS:

Die Banken wurden ihren Schrott los und die Allgemeinheit sprich der Steuerzahler
haftet nun für diese absolut wertlosen Anleihen-Schund.


http://duckhome.de/tb/archives/10196-Gipfel,-ESM,-Fiskalpakt-und-die-stoerende-Demokratie.html
http://www.onlinezeitung24.de/article/1259

Ist es ihnen nicht schon peinlich?

re "Nicht den Griechen wird/wurde geholfen, sondern den Gläubigern der Griechen,...."

Ich kann diese grenzenlose Dummheit von wegen es wurde ja nur den Banken geholfen nicht mehr hören, und nur weil es auch Parlamentarier wiedergeben wird es deshalb nicht richtig.

Re: Ist es ihnen nicht schon peinlich?

aso?
welchen Griechen wurde denn genau geholfen?
es wurde ausschließlich den Gläubigern geholfen!!!

Vertrauen in Merkel?

Ich weiss nicht recht.

Gast: ROTFRONT
28.08.2012 08:47
4 1

Die Merkel ist die mit Absatnd bei weitem beste Bundeskanzlerin die Deutschland überhaupt jemals hatte!!!! Und das so zirka seit 100 Milliarden Jahren!

Und die DeutschInnen werden es nicht zulassen, dass jemals wieder eine Bundeskanzlerin ihr diesen Platz streitig machen kann und nie mehr Frauen dafür wählen.
Ein bisserl lernfähig sinds nämlich schon, die Krauts!

Re: Die Merkel ist die mit Absatnd bei weitem beste Bundeskanzlerin die Deutschland überhaupt jemals hatte!!!! Und das so zirka seit 100 Milliarden Jahren!

sie ist verdammt fut, lichtjahre ueber unseren kanzlerdarsteller von krones gnaden!

Antworten Gast: Angela Kasner
28.08.2012 16:18
1 0

Re: Die Merkel- geb. Kasner - ist (zwinker,zwi nker!)die mit Abstand bei weitem beste Bundeskanzlerin die Deutschland überhaupt jemals hatte!!!! Und das so zirka seit 100 Milliarden Jahren!

Ich geb Ihnen ja so recht. Frau Merkel
ist die Antwort auf den lausigen Italiener
Berlusconi!

http://community.zeit.de/user/uwe-kruse/beitrag/2008/06/02/oskar-lafontain-zur-vergangenheit-von-angela-merkel-bei-anne-will-
http://korrektheiten.com/2011/05/10/angela-merkel-ddr-biographie/
http://www.onlinezeitung24.de/article/1259
dict.leo.org - Ergebnisse für "0"
http://www.chronik-berlin.de/pdf/IM-Erika_Merkel-Sauer_Stasi-Mitarbeiterin.pdf

Gast: FDP hat Recht!
28.08.2012 08:37
5 0

Den Merkozy-Flirt bezahlen wir jetzt mit Inflationspolitik

Je länger man die geschäftstüchtig winselnden Griechen in der Euro-Währungsunion beläßt, desto vorteilhafter für Griechenlands gewitzte Superreiche und desto astronomisch teurer für die brav blechen müssenden, hart arbeitenden und trotzdem teilenteigneten Deutschen+Österreicher.

Der mutige geordnete Rückzug des Euro aus Griechenland, besser aus dem gesamten gaunerischen ClubMed, ist mehr als überfällig!

Je länger man zuwartet, desto existenz(en)vernichtend teurer kommt das uns von einigen einflußreichen Konzernen+Superreichen+USA aufgezwungene Euro-Abenteuer inklusive der südländischen Datenfälscher.


Gast: na sowas
28.08.2012 06:42
1 0

Frage

Freunde behaupten folgendes:
sobald die EZB einen Schuldenschnitt der in ihrem Besitz befindlichen griechischen Staatspapier vornimmt ist es verbotene direkte Staatsfinanzierung.

Stimmt das ?

Wenn Nein, was dann ?

Re: Frage

vorher war es schon ein verbotene staatenfinanzierung, die aber umgangen worden ist, indem man Staatsanleihen über den sekundärmarkt gekauft hat. mittels ESM dürfen dann Staaten und deren Banken direkt finanziert werden!

0 1

Re: Frage

eine Abschreibung.

Re: Re: Frage

:-)) genau, eine Abschreibung, und damit hat man nicht den Griechen geholfen, weil die bekommen ja keinen einzigen Cent davon, sondern allen Österreichern wurde geholfen, weil damit der Euro vor dem Untergang und damit Österreich vor einen Wirtschaftskollaps bewahrt wurde. Hahaha

Gast: b745
27.08.2012 20:39
10 1

merkosy haben europa in diese situtation gebrach weil sie unbedingt ihre banken versorgen mussten

greichenland wäre längst pleite und entschuldet und könnte neu anfangen und wir hätten ein vermögen gespart aber so pumpen wir unaufhörlich geld da runter und die reichen griechen lachen sich eins

Re: merkosy haben europa in diese situtation gebrach weil sie unbedingt ihre banken versorgen mussten

Ein riesen finanzpolitischer Schwachsinn, den sie hier absondern!

Re: merkosy haben europa in diese situtation gebrach weil sie unbedingt ihre banken versorgen mussten

Wie wahr...!

Re: merkosy haben europa in diese situtation gebrach weil sie unbedingt ihre banken versorgen mussten

merkel wurde auch schon gekauft, kostet die politische karriere, bringt einen besser bezahlten job in einer dt bank... nur eine frage der zeit, sie fällt die karriereleiter bestimmt hoch

Vor einem Jahr wäre der Austritt Griechenlands noch ein geordneter Konkurs gewesen.

Jetzt wäre es schon eine Pleite mit über 100 Milliarden Euro Totalverlust.
In 2 Jahren ist es eine Totalpleite mit Konkursverschleppung und insgesamt wohl an die 500 Milliarden Euro Verlust.

Merkel wählt sehenden Auges die letzte Option.

Re: Vor einem Jahr wäre der Austritt Griechenlands noch ein geordneter Konkurs gewesen.

Aha, interessant.

Wollen sie uns noch erleuchten und erklären, wie in 2 Jahren 400 Mrd. zusammen kommen?


Antworten Gast: Walter44
27.08.2012 20:47
7 2

100% richtig!

17.8.2012: Der Euro ist wie eine Zwangsjacke. Er brachte für Mio Menschen Not, Armut und Arbeitslosigkeit . Entweder der Norden oder der Süden wird weg brechen (Finnische Außenminister Tnomioja)

DDR als Europas Vorbild. Nein Danke.


Gast: Demokrit
27.08.2012 19:16
7 0

Die Lichter gehen langsam aus

Frau Merkel! Sie reiten ein totes Pferd. Steigen Sie ab. (Dakota Indianer Spruch). Die großen europ. Konzerne und Banken haben schon detaillierte Pläne für den Crash der Südländer, namentlich von Griechenland. Die rechnen jeden Tag damit und ziehen täglich Ihre Guthaben aus den Olivenstaaten ab und holen sie heim z. B. nach Deutschland oder in sichere Häfen wie London.
Die Politiker sind in Schreckstarre verfallen, einige wie Frau Merkel brabbeln noch Durchhalteparolen
wie einst in der DDR.

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