Berlin/Minsk/Ag. Die deutsche Regierung hat am Montag einen Bericht der „Bild“-Zeitung dementiert, wonach man im Zuge polizeilicher Kooperation mit Weißrussland der dortigen Polizei auch Schlagstöcke geliefert habe: Es gebe keine Indizien, dass man solche oder ähnliche Sachen in das autoritär regierte Land geliefert habe, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Er bestätigte aber, dass man von 2008 bis 2010 Computer, Software und Kameras zur Verfügung gestellt habe.
Die „Bild“ hatte berichtet, dass Deutschland mindestens eine Kompanie bzw. Hundertschaft der weißrussischen Polizei mit kompletter Körperschutzausrüstung ausgestattet habe, wozu etwa Helme, Schilde, Schlagstöcke und Panzerungen zählen.
Enttäuschte Hoffnungen
Der Sprecher bestätigte, dass man etwa 500 weißrussische Polizisten geschult habe, auch bei Einsätzen in Krawallsituationen. Man habe die Kooperation begonnen, weil man Hoffnungen in die Demokratisierung des Landes gehegt habe, wo Präsident Alexander Lukaschenko seit 1994 repressiv herrscht. Die Zusammenarbeit habe man aber nach der vermutlich gefälschten Präsidentenwahl 2010 beendet.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)
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