22.05.2013 15:29 Merkliste 0

IAEA: Iran verdoppelt Zahl der Zentrifugen in Atomanlage Fordo

30.08.2012 | 18:16 |   (DiePresse.com)

Teheran verwischt laut Bericht der Internationalen Atomenergie-Behörde Spuren von Nuklearwaffen-Experimenten.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Iran hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) seine Urananreicherungsanlage in Fordo beträchtlich erweitert. In der stark befestigten Anlage sei die Zahl der entsprechenden Maschinen seit Mai von 1064 auf 2140 gestiegen, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten IAEA-Bericht. Zugleich warf die IAEA dem Iran vor, künftige Kontrollen auf der Militärbasis Parchin zu behindern.

In der unterirdischen Anlage Fordo nahe der zentraliranischen Stadt Qom seien allerdings nur etwa 700 der Zentrifugen, die zur Anreicherung von Uran benötigt werden, in Betrieb. Außerdem habe die Islamische Republik seit 2010 189 Kilogramm höher angereichertes Uran hergestellt. Im Mai habe die Menge noch 145 Kilogramm betragen. Fordo liegt in einem Berg und ist damit stärker vor einem Militärschlag geschützt

Zudem warf die IAEA dem Iran vor, auf der Militärbasis Parchin Maßnahmen getroffen zu haben, die künftige Kontrollen "erheblich behindern" würden. Die UN-Organisation spielte damit vermutlich auf die Beseitigung verdächtiger Spuren an. Sie verdächtigt den Iran, in Parchin Tests zur Entwicklung von Atomsprengköpfen vorgenommen zu haben. Westliche Staaten hatten bereits vor Monaten unter Berufung auf Satellitenbilder von Säuberungsarbeiten in dem Lager bei Teheran berichtet. Der Iran lehnt eine Inspektion der Anlage durch die IAEA ab, weil sie nicht zum Atomprogramm gehöre.

Zu den Gesprächen der IAEA mit der Regierung in Teheran hieß es, in diesem Jahr seien "keine konkreten Ergebnisse" erzielt worden. Der Iran steht im Verdacht, heimlich Kernwaffen zu entwickeln. Die Islamische Republik weist den Vorwurf zurück. Die USA und Israel haben einen Militärschlag gegen die Atomanlagen des Landes nicht ausgeschlossen. Am Donnerstag bekräftigte Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei in einer Rede auf dem Gipfel der blockfreien Staaten in Teheran, der Iran werde "niemals nach einer Atomwaffe streben".

Der Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, Michael Mann, sagte in Brüssel, die für Ende August geplanten Atomgespräche mit dem Iran verzögerten sich leicht wegen Terminprobleme. Die Gespräche zwischen den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland (5+1) und dem Iran fänden in den "kommenden Tagen" statt. Ashton und Irans Atomunterhändler Saeed Jalili hatten die Gespräche beim letzten Treffen in Istanbul vereinbart.

Das "Wall Street Journal" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf UN-Inspektoren sowie auf Regierungsvertreter der USA und Israels, der als "Vater des iranischen Atomwaffenprogramms" geltende Physiker Mohsen Fakhrizadeh, der von der iranischen Führung 2006 "kaltgestellt" worden war, sei wieder für das Atomprogramm des Landes im Einsatz. Die Rückkehr des Spitzen-Physikers auf seinen Posten habe neue Besorgnis hinsichtlich des Status des iranischen Atomprogramms hervorgerufen, schrieb das Blatt. Westliche Experten vergleichen den 51-Jährigen mit Robert Oppenheimer, der in den 1940er Jahren die Entwicklung der amerikanischen Atombombe überwachte.

Die Zeitung "New York Times" berichtete am Donnerstag, die US-Justizbehörden prüften die Iran-Geschäfte chinesischer Banken wegen des Verdachts der Umgehung von Finanzsanktionen. Für die Eröffnung eines offiziellen Verfahrens lägen jedoch noch nicht genug Informationen vor. Die US-Justiz hatte zuletzt mehrere internationale Großbanken wegen ihrer Geschäfte mit dem Iran ins Visier genommen, darunter auch die Deutsche Bank, und dabei auch verdächtige Verbindungen zu chinesischen Banken festgestellt.

(APA/Reuters/dpa/AFP)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

12 Kommentare

Man möchte ja nur I*rael von der Landkarte löschen -

warum sollte das jemanden aufregen? (Ironie)

Zweierlei Maß

Der Iran hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und lässt die IAEA ins Land. Ob man denen letztendlich alles zugänglich macht, sei einmal dahingestellt.

Israel hat den Atomwaffensperrvertrag n i c h t unterzeichnet und läßt die IAEA n i c h t ins Land.

Warum ist das kein Thema?

1 0

Atombombe und Wasserstoffbombe


Bei beiden Massenvernichtungswaffen waren Juden die führenden Wissenschaftler.

Israel hat bereits seit Mitte der 60-er Jahre Atombomben und musste diese gar nicht "heimlich" entwickeln. Edward Teller der Leiter des amerikanischen Entwicklungsprogrammes der Wasserstoffbombe hat Israel die Atombomben-Baupläne "geschenkt". Interesanterweise wurde er dafür nie wegen Geheimnisverrates angeklagt.

Antworten Gast: werbistdu
31.08.2012 07:50
2 5

Re: Zweierlei Maß

Ihr seid mir Clowns.
Hitler hat auch verschiedene Nichtangriffspakt unterzeichnet.
Und weil der Iran dieses Papier unterschreibt, kann man ihn trauen, oder wie?
Im Gegensatz zu den meisten islamischen Ländern, leben die Israelis nicht mehr in der Steinzeit, darum haben sie ein Recht, solche Waffen zu besitzen.

Antworten Antworten Gast: Hanns Hollein
31.08.2012 16:44
0 0

Re: Re: Zweierlei Maß

ein bis an die Zähne bewaffnetes Land ist im Besitz der Atombombe(mind, 200 fach) und fürchtet sich ?? vor den Mullahs?
fact: auch uns Europäern sind die Araber und speziell diese Bärtigen ein Dorn im Auge..aber andere Länder..andere Sitten und Kulturen
trotzdem fürchten wir uns viel mehr vor den Kriegstreibern in Isr und Washington
p.s. auch die jüdische Kultur ist nicht unser ..aber was solls..
also Schluss mit dem Gefasel..der eigentliche Grund ist die Einmischung der Ami in aller Welt-leider sind diese missionarischen Massenmörder nicht davon abzuhalten.
Gott schütze uns vor einem weiteren Weltkrieg

Re: Zweierlei Maß

verkehrte welt! einfach nur traurig

Eben verkehrt: heute machen die

Linken gemeinsame Sache mit den Fundis!

Nein zum Krieg !

Der Iran sollte nicht zum nächsten Irak werden.
Abgesehen davon das der Iran viel schlagkräftiger ist als damals der Irak,und ich nicht glaube das Israel den Iran angreifen wird,ist es trotzdem schlecht das der Iran als der Teufel gebrandmarkt wird.
Ich mag die Mullahs auch nicht,doch eines ist klar,wen es Krieg gegen den Iran gibt,dann brennt der Hut weltweit.
Und ich möchte nicht wissen,ob Israel nicht doch den kürzeren zieht.

Gast: Gast4711
30.08.2012 21:44
0 2

Gigantische Anzahl an Zentrifugen

Bei der gigantischen Anzahl an Zentrifugen müsste der Iran eine ganze Armada an Kernkraftwerken bauen. Oder täusche ich mich?

Antworten Gast: werbistdu
31.08.2012 07:53
1 1

Re: Gigantische Anzahl an Zentrifugen

Ja, er müßte es.....
doch der Iran hat damit anderes im Sinn.
Der Iran hat riesige Gasvorkommen.
Gaskraftwerke sind um ein vielfaches billiger als die Atomenergie, sehr, sehr merkwürdig.

Antworten Antworten Gast: Der Iran verheizt jetzt schon das ganze Gas
01.09.2012 14:42
0 0

Re: Re: Gigantische Anzahl an Zentrifugen

zur Stromerzeugung. Strom aus Atomkraftwerken ist nur die logische Folge.

Antworten Antworten Gast: Gast4711
31.08.2012 16:03
0 0

Re: Re: Gigantische Anzahl an Zentrifugen

Ein Schelm der böses denkt. ;-)