Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney will mit einem Fünf-Punkte-Plan die Arbeitslosigkeit halbieren und die Vereinigten Staaten aus der Wirtschaftsmisere führen. "Was Amerika braucht, sind Jobs. Viele Jobs", sagte er am Donnerstag in seiner mit Spannung erwarteten Rede beim Parteitag in Tampa (Florida). Und Romney versprach den Wählern viele Jobs: zwölf Millionen neue Arbeitsplätze werde er schaffen.
Außerdem will Romney das Land bis 2020 unabhängig von Energie aus dem Ausland machen, das Bildungssystem stärken, neue internationale Handelsvereinbarungen schaffen und einen ausgeglichenen Staatshaushalt anstreben. Zudem sollen Steuern für Unternehmen gesenkt und Regulierungen abgebaut werden.
Er wolle dem vom demokratischen Amtsinhaber Barack Obama enttäuschten Volk neuen Optimismus verleihen, versprach Romney unter lautem Jubel der Delegierten: "Ich kandidiere als Präsident, um eine bessere Zukunft zu schaffen." Dem Amtsinhaber warf er vor, das Land in den vergangenen knapp vier Jahren seiner Amtszeit in die falsche Richtung geführt zu haben: "Für zu viele Amerikaner sind die guten Tage seltener geworden".
Mit der Rede vor Tausenden Anhängern nahm Romney auch formell die Nominierung als Präsidentschaftskandidat für die Wahl am 6. November an. Die Rede wurde von allen bedeutenden Fernsehsendern live übertragen.
Clint Eastwood spricht mit leerem Stuhl
Hollywood-Legende Clint Eastwood hatte die Republikaner zuvor mit einem Überraschungs-Auftritt von den Stühlen gerissen. Der 82-Jährige sprach zu einem leeren Sessel, als würde Obama darauf sitzen. Alle Welt habe vor vier Jahren vor Rührung geweint, als Obama die Wahlen gewann, sagte Eastwood. Jetzt gebe es 23 Millionen Arbeitslose in den USA. "Das ist etwas, worüber man weinen könnte."
"Wie halten Sie es mir ihren Versprechen, die Sie nicht gehalten haben", fragte der Star weiter. Und fuhr den leeren Stuhl an: "Was meinen Sie mit 'Halt den Mund', Mr. President". "Ich glaube, vielleicht ist es an der Zeit, das jemand anderes kommt und die Probleme löst." Die Zuhörer dankten Eastwood mit rauschenden Beifall.
Das Wahlkampfteam des Präsidenten nahm den Auftritt dagegen mit Kopfschütteln auf. "Was zur Hölle ist das?", fragte Obamas Top-Berater David Axelrod via Twitter. Pressesprecher Ben LaBolt bezeichnete Clintwoods Einlage als surreal. "Alle Anfragen leite ich an Salvador Dalí weiter", schrieb er dem Online-Magazin "Politico".
--> YouTube-Video von Eastwoods Auftritt
"Wichtigste Abstimmung seit Reagan"
Die Republikaner bereiten sich auf einen harten Lagerwahlkampf gegen Obama vor. Es handle sich um die wichtigste Abstimmung seit der Wahl Ronald Reagans 1980, sagte der republikanische Spitzenpolitiker Newt Gingrich beim Parteitag, der sich selbst vergeblich um die Präsidentschaftskandidatur beworben hatte. Um das Land aus der Krise zu führen, müsse der nunmehrige Kandidat Romney ins Weiße Haus einziehen.
Während der Antrittsrede Romneys am Donnerstag kam es zu Protesten. Mehrere Anwesende versuchten, die Ansprache mit lauten Rufen zu stören. Sie wurden nach US-Medienberichten aus der Halle verwiesen. Das Publikum auf dem Parteitag der Republikaner reagierte mit lauten "USA, USA"-Rufen, um die Störer zu übertönen. Romney ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
(APA/dpa)
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