Die US-Regierung hat mit rechtlichen Schritten gegen den Autor eines Buches über den Einsatz zur Tötung von Osama bin Laden gedroht. Nach Überzeugung des Verteidigungsministeriums habe der frühere US-Elitesoldat gegen seine Geheimhaltungspflichten verstoßen, schrieb Pentagon-Chefjurist Jeh Johnson in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief. Das Pentagon prüfe daher alle ihm "rechtlich zur Verfügung stehenden Mittel" gegen den unter dem Pseudonym Mark Owen schreibenden Ex-Soldaten.
Der Autor war Mitglied eines Kommandos der Elitetruppe Navy Seals, das im Mai vergangenen Jahres das Versteck des Al-Kaida-Chefs in Pakistan stürmte und Bin Laden tötete. Während seines Dienstes in der Einheit und vor seinem Ausscheiden aus der Truppe hatte er laut Pentagon Verpflichtungen unterschrieben, niemals Geheiminformationen preiszugeben und jegliche Manuskripte vor ihrer Veröffentlichung dem Verteidigungsministerium vorzulegen.
Das Buch "No Easy Day" soll kommende Woche erscheinen. Der Soldat widerspricht darin der offiziellen Darstellung vom Tod des Al-Kaida-Chefs. In seinem Buch beschreibt der Autor laut US-Medienberichten vom Mittwoch, die Navy Seals hätten Bin Laden gleich zu Beginn der Erstürmung seines Verstecks in Pakistan in den Kopf geschossen.
Nach bisheriger Darstellung der US-Regierung war Bin Laden bei der Stürmung seines Verstecks kurz in einem Vorraum erschienen und zurück in sein Schlafzimmer geflüchtet, so dass die Mitglieder des US-Kommandos fürchteten, er wolle eine Waffe holen. Erst daraufhin hätten sie entschieden, den Anführer des internationalen Terrornetzwerkes zu töten.
(APA/AFP)
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