19.06.2013 01:46 Merkliste 0

Sozialminister: „Die Schweden müssen länger arbeiten“

31.08.2012 | 18:33 |  MICHAEL LACZYNSKI (Die Presse)

Der schwedische Sozialminister Ulf Kristersson warnt davor, Schulden durch Inflation abzutragen. Erhalten werden könne der Wohlfahrtsstaat nur, wenn weniger Menschen von Sozialleistungen abhängig seien.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Schweden gilt gemeinhin als Musterbeispiel eines gut funktionierenden Sozial- und Wirtschaftssystems. Kann es auch als konkretes Vorbild und Blaupause für andere europäische Länder dienen?

Ulf Kristersson: Die kurze Antwort lautet: Nein. Es kann allerdings durchaus als Quelle der Inspiration dienen. Komplexe Systeme lassen sich nicht einfach so eins zu eins übertragen. Aber man kann von Erfahrungen der anderen lernen. Ich würde mich allerdings davor hüten, Schweden als Musterbeispiel zu bezeichnen. Es ist uns gelungen, einige Sachen ganz gut hinzukriegen.

Welche denn?

Beispielsweise ein Punkt, der auch für Österreich relevant ist: die Invaliditätspensionen. Wir hatten die Situation, dass sehr viele Schweden den Arbeitsmarkt mit einer Invaliditätspension verlassen haben. Wir haben die vergangenen zehn Jahre dagegen angekämpft – mit Erfolg. Die Zahl der Invaliditätspensionen hat sich in diesem Zeitraum mehr als halbiert.

Und sind Sie während dieser zehn Jahre den Ursachen dieses Phänomens auf die Spuren gekommen? Waren es Simulanten?

Es wäre nicht fair zu sagen, dass diese Menschen nicht wirklich krank waren. Doch wir hatten lange Zeit einen Fehler gemacht: Anstatt sie dazu zu bringen, eine Arbeit zu finden, die ihrem Gesundheitszustand entsprochen hätte, haben wir sie aus dem Arbeitsmarkt ausgesondert.

Schweden hatte in den 1990er-Jahren eine schwere Finanz- und Wirtschaftskrise bewältigt. Kann die Eurozone aus der schwedischen Erfahrung lernen?

Wir haben in dieser Zeit zahlreiche Reformen beschlossen, die langfristige Folgen hatten. Vereinfacht gesagt haben wir damals die Weichen für eine nachhaltig niedrige Inflation gestellt. Wir mussten damals die Erfahrung machen, dass der Aufschwung der Nachkriegsära in den 90ern zu Ende war. Die Bäume wuchsen nicht mehr automatisch in den Himmel. Doch bis wir das endlich begriffen haben, hat es eine Weile gedauert.

Wie lange?

Ich war zur damaligen Zeit Jungparlamentarier und ich kann mich erinnern, dass die Krise für viele Kollegen ein Schock war. Anstatt das Sozialsystem stufenweise auszubauen, wie es in den Jahrzehnten davor der Fall war, mussten wir plötzlich sparen.

Es war ein Augenblick der Wahrheit, beispielsweise im Pensionssystem, wo wir einsehen mussten, dass die Versprechen, die bisher gemacht wurden, nicht mehr erfüllt werden können. Die Pensionsreform, die man Anfang der 1990er-Jahre beschlossen hatte, war ein Meilenstein in dieser Hinsicht. Wir haben in der Altersversorgung die Glaubwürdigkeit wiederhergestellt.

Stichwort Pensionen: Das diesjährige Forum Alpbach steht unter dem Leitmotiv Jugend. Die wiederum blickt momentan pessimistisch in die Zukunft. Umfragen zufolge glaubt in Österreich die Mehrheit der jungen Erwachsenen nicht daran, eine Pension zu erhalten. Das ist doch ein Armutszeugnis für die Politik.

Grundsätzlich ist es so, dass der Glaube an Versprechen der Politiker generell abgenommen hat. Aber das muss nicht unbedingt ein Anlass für Wehklagen sein. Die Bürger sind mündiger geworden und glauben nicht mehr alles, was ihnen vorgesetzt wird. Problematisch wird es erst dann, wenn diese gut informierten Bürger draufkommen, dass diese politischen Versprechen unerfüllbar sind.

Das war bei unserem alten Pensionssystem der Fall. Jeder konnte sich ausrechnen, wann das System zahlungsunfähig werden würde. Wir mussten also die Wahrheit sagen: Dass die Schweden länger arbeiten und privat vorsorgen müssen. Natürlich wollten die Wähler das nicht hören. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob uns diese Reform gelungen wäre, hätten wir uns nicht parteiübergreifend darauf geeinigt.

Ein parteiübergreifender Deal kann aber nicht alles gewesen sein. In Griechenland sind sich die großen Parteien auch darüber einig, dass gespart werden muss. Es gelingt aber nicht wirklich.

Nein, die magische Formel ist nicht die Einigung selbst, sondern deren Umsetzung. Das ist der große Unterschied. Es ist vollkommen sinnlos, eine Anhebung des Pensionsalters in 20 Jahren zu versprechen. So etwas muss man sofort tun, sonst ist man unglaubwürdig. Doch zurück zu Schweden: Mittlerweile haben die Wähler begriffen, dass ein stabile Wirtschaft mit niedriger Inflation auch für sie von Vorteil ist.

Sie haben mehrmals die niedrige Inflation erwähnt. Als ein Ausweg aus der europäischen Schuldenkrise wird eine höhere Inflationsrate propagiert, die den Schuldenberg abtragen helfen soll. Was halten Sie von dieser Idee?

In Schweden haben wir das jedenfalls anders gemacht. Aber ich bin kein Experte in dem Bereich. Was ich meinen europäischen Kollegen immer wieder sage, ist, dass mehr Menschen arbeiten müssen. Man muss die Bürger dazu bringen, dass sie einer Beschäftigung nachgehen, Männer wie Frauen. Es geht schlicht und ergreifend nicht, dass große Teile der Bevölkerung von Sozialleistungen abhängig sind.

Ein Erklärungsversuch für die laufende Krise lautet, teure Sozialsysteme hätten in Südeuropa zur Verschuldung geführt. Was halten Sie von diesem Narrativ? Schweden hat bekanntlich ein besonders gutes, aber auch ein überdurchschnittlich teures Sozialsystem – aber keine Krise.

Ich muss mich wiederholen: Alles steht und fällt mit der Beschäftigungsquote. Wenn Sie die Bürger dazu bringen können, arbeiten zu gehen, dann lässt sich ein üppig ausgestaltetes Sozialsystem auch finanzieren. Hier muss ich anmerken, dass die Schweden in dieser Hinsicht nicht anders sind als die anderen Europäer: Wenn sie die Wahl zwischen Arbeit und Nichtstun hätten, würden sich viele Schweden vermutlich für die zweite Option entscheiden.

In ihrem Nachbarland Finnland hat ein Regierungsmitglied kürzlich zugegeben, dass sich Helsinki auf ein Auseinanderbrechen der Eurozone vorbereitet. Werden derartige Krisenpläne auch in Stockholm geschmiedet?

Als Nichtmitglied der Eurozone beobachten wir die Entwicklungen sehr genau. Einen konkreten Krisenplan gibt es aber nicht. Zumindest nicht in meinem Ministerium.

Zur Person

Ulf Kristersson (geboren 1963) ist seit 2010 schwedischer Sozialminister. Er studierte Wirtschaft an der Universität von Uppsala und gehört seit seinen Jugendtagen der konservativen Moderaten Sammlungspartei an. Er war Parteisprecher für soziale Angelegenheiten und von 2006 bis 2010 Vizebürgermeister von Stockholm. Kristersson ist verheiratet und hat drei Kinder.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

33 Kommentare
 
12
Gast: Kibietz
02.09.2012 00:45
1 0

In Österreich ist nicht der Sozialstaat eine Gefahr

Das Problem sind nicht die Sozialleistungen - die wurden und werden ohnehin ständig abgebaut - sondern der überaus große Proporz. Üppige Parteienfinanzierungen, Wahlkampfkostenausgleich, immense Verwaltungskosten (dutzende Kranken- und Pensionskassen, aufgeblähter Beamtenapperat, Bürokratie, fürstlich finanzierte Bürokratie auch in den Bundesländern, usw.), Umsetzung von teueren und unnötigen EU-Richtlinien, hohe Politiklöhne, noch höhere Beamten- und Staatsbetriebspensionen, Frühpensionierungen an der Tagesordnung (auch mit golden Handshake) großzügiste Leistungen für Zuwanderer bzw. Flüchlinge, sinnlose AMS Ausgaben für sinnlose Kurse, Privatisierungen zum Nachteil des Staates, Korruption, Lobbying, usw.

DAS sind die Särgmägel unseres Landes. DORT sollte man zuerst ansetzen und sparen.

Wie will man es den Menschen schmackhaft machen überhaut zu arbeiten bzw. länger zu arbeiten? Ein Großteil der Löhne und Gehälter kassiert der Staat, Die Arbeitsbedingungen werden auch nicht gerade besser (vorallem für ältere Arbeitnehmer). Zwingen kann und sollte man niemanden, stattdessen müssen zB durch Steuersenkungen und verbesserung der Arbeitsbedingungen (hier sind auch die Unternehmer in der Pflicht!). Ältere Arbeitnehmer können aber nicht das leisten was jüngere Leisten können und umgekehrt.

Alles in allem eine komplexe Geschichte da das österreichische System über Jahrzehnte so gewachsen ist, doch der Staat sollte als gutes Beispiel zuallererst bei sich selbst sparen

Gast: mehrgeldfürdiebanken
01.09.2012 17:00
4 0

eine pension ist kein almosen oder sozialleistung sondern eine versicherungsleistung für die beitragszahler -beitragszahlungen und beitragsjahre ergeben eine gesamtversicherungsleistung-aber die sozis arbeiten nur mehr für die finanzindustrie u.banker


Re: eine pension ist kein almosen oder sozialleistung sondern eine versicherungsleistung für die beitragszahler -beitragszahlungen und beitragsjahre ergeben eine gesamtversicherungsleistung-aber die sozis arbeiten nur mehr für die finanzindustrie u.banker

@mehrgeldfürdiebanken: Ich gebe Ihnen absolut Recht. Aber es gibt bei uns viele Leistungsbezieher, die keinen Cent eingezahlt haben und trotzdem in deren Genuss kommen. Warum, das kann man auf den Seiten unseres Sozialministeriums nachlesen. Da strotzt es nur so von Leistungen, die insbesondere von der EU vorgeschrieben werden. Und da wundert man sich, wenn ein Staat nach dem anderen in die Pleite rutscht?

Gast: schmiedchen
01.09.2012 14:55
6 5

Auch in Schweden die gleiche Entwicklung

Die alten ausgerackerten echten Schweden sollen länger arbeiten
dass die jüngeren unechten Schweden die gerne zu Hause sitzen nicht in Notlage geraten.

Re: Auch in Schweden die gleiche Entwicklung

Wo haben Sie denn das rausgelesen?

10 3

Wir haben in Österreich

einen überorganisierten Sozialstaat, dem mittlerweile das Geld ausgeht. Man braucht sich doch nur umsehen, wer Sozialleistungen bezieht und prüfen, wem sie zustehen und wem nicht. Da kommt man dann automatisch zu Sozialleistungen, die "zweckentfremdet" sind. Unser Staat und somit wir Steuerzahler finanzieren Leistungen, da greift man sich an den Kopf, wenn man sieht wofür. Und natürlich wird das von arbeitsscheuen Individuen schamlos ausgenützt, egal ob Inländer oder auch Zuwanderer. Unser Sozialsystem gehört raschest geprüft und bereinigt, andernfalls führt dieses System in den Staatsbankrott. Doch durch die hier herrschende Freunderl-und Genossenwirtschaft wird sich so bald nichts ändern. Die Sozialleistungen werden von unseren Politikern als Wahlzuckerl missbraucht und das ist die Ursache für den kommenden finanziellen Absturz. Wir stehen schon kurz davor.

Antworten Gast: Vogel Strauss
01.09.2012 20:06
4 2

Re: Wir haben in Österreich

Geht ja fast allen Ländern in Europa so ... habe mir soeben das Sarrazin-Buch ausgeborgt 'D schafft sich ab', manches ist haarsträubend, aber beim Mißbrauch von Sozialleistungen hat er einfach recht, auch wenn das die 'politisch Korrekten' nicht wahrhaben wollen.

2 0

DiePresse wird einmal mehr zur BILD...

@DiePresse Redaktion: lassen Sie sich weniger reisserische Titel einfallen und mehr welche die der Nachrichtenmeldung entsprechen. Die arbeitenden Schweden sollen nämlich nicht länger arbeiten, es sollen schlicht mehr Schweden arbeiten. Und selbst das ist niht korrekt, denn das war vor 15 Jahren. Vielleicht "mehr Österreicher sollen arbeiten"?

Re: DiePresse wird einmal mehr zur BILD...

Gebe Ihnen soweit recht. Der Inhalt des Titels ist nirgendwo im Interview zu finden. Zumindest vom Tonband abschreiben sollte man noch können.

Gast: Aktivierter
01.09.2012 11:04
4 3

"Mehr" arbeiten

WAS "mehr" arbeiten? Wenn es nicht "mehr" so viel zu arbeiten gibt, kann das nur "mehr" künstliche Zwangsbeschäftigung (Wie bewerbe ich mich) à la AMS bedeuten - mit all dem Terror, der Korruption, Bürokratie, den Kosten und Problemen, die das mit sich bringt. Der konservative Ulf aus Schweden ist scheint's ein ganz ein eifriger Lobbyist "aktiver Arbeitsmarktpolitik", an der die EU-Länder seit den 1980ern eh trotz durchaus negativer Ergebnisse eisern festhalten. Übrigens: Ist das nicht der selbe, der alle bis 90+ arbeiten lassen wollte? Naja, als Schwätzer mit Politikergehalt + "Beratungsprovisionen" ginge es ja ...

Antworten Gast: Unterbeschäftigter, wahlweise Bore- Burnout
01.09.2012 12:04
2 2

Re: "Mehr" arbeiten

in Deutschland sind allein 7,4 Mio. Unterbeschäftigt und 17% der 24 bis 34jährigen haben nicht mal eine Ausbildung erhalten - alles aktuelle Zahlen von Destatis bzw. DGB.

das Arbeitsvolumen sinkt. Die Deutschen haben heute weniger Arbeit als in den vergangenen Jahrzehnten - aber die Frauen sollen alle mit arbeiten. Im Endeffekt wird die Arbeit nur auf mehr Schultern verteilt - das hieße aber, dass jeder für sich genommen weniger arbeiten müsste --- daran hapert es aber noch, unter anderem wegen Bildungsmängeln.

also arbeiten manche viel und manche zu wenig.

ich werde mein Leben lang nur Teilzeit arbeiten, weil ich keine Lust habe Anwesenheit und Arbeit zu simulieren, die real nicht vorhanden ist. So tun als ob man Vollzeit genug zu tun hätte -- dann nehm ich lieber weniger Geld und mach Teilzeit --- eigentlich bin ich ein zusätzlicher Unterbeschäftigter, offiziell mit Beschäftigung.

und dann ist die Qualität der Arbeit oft auch noch total miserabel. Lasst uns dann Gesundheitsausgaben sparen und Teilzeit arbeiten - ist besser.

Re: Re: "Mehr" arbeiten

Der Wahnsinn wurde ja mit Dingen wie Hartz 4 noch verschärft! Grundsätzlich bin ich ja auch dafür, dass Erwachsene sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen sollten, aber was da für Absurditäten auftauchen, ist erschütternd - Hartz 4 Empfänger schuften (indirekt) für Großkonzerne, beispielsweise in der Zulieferindustrie für die Autobranche oder bei Versandhändlern. Deren Hungerlohn wird durch den Steuerzahler (bzw Arbeitslosenversicherung) quersubventioniert, nur damit die Teile möglichst billig sind und deshalb die Gewinne der Autofirmen möglichst groß. Hier ARBEITEN massenhaft Leute, dennoch sind sie als "Hartzer" stigmatisiert und kommen aus dem Rad nie mehr raus. Deutschland hat mit Hartz 4 - und das ist der wahre Skandal - unter einem einem sich sozialdemokratisch nennenden Kanzler Schröder ein vom Mittelstand querfinanziertes Quasi-Zwangsarbeitssystem installiert, bei dem insbesondere die FDP-Klientel profitiert.

Antworten Antworten Antworten Gast: Aktivierter
02.09.2012 08:58
1 0

Ist bei uns sehr ähnlich. Ausgerechnet offizielle "Arbeitnehmervertreter" wie die Arbeiterkammer oder die SPÖ stehen ganz dick und fett hinter diesem System.

Als Auslandsösterreicher in Schweden

empfinde ich nicht alles "besser" hier, aber alles funktioniert. Es ist eben nicht immer so "bequem" wie in Österreich- Beispiel Gesundheitssystem: Hier gibt es einen "Family doctor" den man erst anrufen muß (ausgenommen Notfälle). Man kann nicht einfach so beim Krankenhaus oder Arzt vorbeikommen. Ein wenig mühsam und nicht so "frei".
Das Gute hier ist, daß die schwedische Gesellschaft erkannt hat, daß das Staatssystem nachhaltig sein muss. Zinsen für Schulden zahlen gilt mehr als Geldverschwendung als in Ö. Wegen der geringen Staatsverschuldung können daher die Staatseinnahmen viel besser verwendet werden - vor allem für Familien und Bildung. In diesem Punkt ist Schweden meiner Ansicht nach vorbildlich, auch wenn die sich daraus ergebenden Arbeitnehmerrechte der Eltern, wiederum ein zusätzliches Mühsal für Arbeitgeber sind. Aus der strategischen Sicht des Staates find ich diese Politik jedoch korrekt.
Trotzdem gibt es auch hier die Gruppe der perspektivelosen und relativ verwahrlosten No-future-Jugendlichen - vermutlich daraus entstanden, daß die schwedische Gesellschaft darauf aufbaut, daß beide Elternteile arbeiten.

Die Möglichkeiten frei zu entscheiden stehen und fallen jedoch mit der Verschuldung eines Staates. Schweden hat es da leicht, Länder mit 70%, 80% oder gar mehr als 100% Verschuldung gemessen am BIP haben diese Wahlmöglichkeiten vermutlich gar nicht mehr. Dies ist vielleicht der Hauptgrund, daß man das schwedische Model kaum auf Österreich anwenden kann

Re: Als Auslandsösterreicher in Schweden

Ach ja, und ich werde hier wohl bis ungefähr 70 arbeiten müssen. Nur zum Unterschied zu Ö. wird dies hier offen ausgesprochen.

Nun zu sagen, daß dies auf Kosten einer niedrigen Jugendarbeitslosigkeit ist jedoch falsch. Die auch in Schweden relativ hohe Jugendarbeitslosigkeit hat meiner Meinung nach mit der viel zu hohen Immigrationzahl junger Menschen (viele aus Somalia) zu tun, die fast allesamt ohne Ausbildung und daher ohne Job dastehen.

Sofern ich beobachten kann finden alle vernünftig ausgebildeten und engagierten Jugendlichen hier einen Job. Wie auch die Frauen, und ich beobachte nicht, daß diese nur in irgendwelche Beamtenjobs gestopft werden.

Fleiß, Bildung und Erziehung sind der Schlüssel zum Erfolg.

Antworten Antworten Gast: Schweden Beschäftigung ÖD 28%
01.09.2012 19:53
1 0

Re: Re: Als Auslandsösterreicher in Schweden

die Statistik Beschäftigung Öffentl. Sektor ist eindeutig: ca 28% der Schweden arbeiten im öffentlich-rechtli. Sektoren und daran angelehnte Sektoren. Ohne die hohe Beschäftigung im Staat und dazugehörigen wär dort die Arbeitslosigkeit, insb. auch bei Frauen bedeutentend höher.

auch die Jugendarbeitslosigkeit ist in Schweden ein Problem. Es gibt immer weniger Arbeit zu verteilen: Frauen, Jugend und alte Säcke? sollen auf das sinkende Arbeitsvolumen verteilt werden?

Europaweit sind momentan Millionen arbeitslos und gedenken in Länder zu gehen, die selber hohe Arbeitslosigkeit haben.

Re: Re: Re: Als Auslandsösterreicher in Schweden

Die Beschäftigung im ÖD ist tatsächlich sehr hoch. Und dennoch rückläufige Verschuldung.
Auflösung: Diese Stellen sind zu einem sehr grossen Teil Dienstleistungen im Sozialbereich. Sind in der Gesamtrechnung billiger als Sozial-Transferleistungen, wie sie bei uns mit der Giesskanne verteilt werden.

Antworten Gast: Unterbeschäftigung DE 7,4 Millionen!
01.09.2012 11:48
4 0

Re: Als Auslandsösterreicher in Schweden

ich weiß nicht, wie es in Schweden und Österreich ist, aber in DE sinkt seit den 1960er Jahren das Arbeitsvolumen. Das Erwerbspersonenpotential stieg zwar an durch die Frauen, aber die Arbeit, Arbeitsvolumen und Arbeitszeiten sanken! Ohne Teilzeitbeschäftigung hätten wir wohl 15 Mio. Arbeitslose. Es wurde Arbeit nur auf mehr Schultern verteilt mit Minijobs. Es ist wg. technischem Fortschritt und IT weniger zu tun. Rationalisierung, Automatisierung. Schweden quetscht seine Frauen alle in den öffentl. Dienst! Sonst wären da auch mehr arbeitslos - ca. 30% aller Arbeitnehmer. Die Arbeit geht uns langfristig aus in vielen Bereichen. Ich arbeite nur Teilzeit, weil ich Vollzeit nicht genug zu tun hätte und weil die Arbeit viel zu monoton und eklig ist für Vollzeit. Von 8 Std. hätt ich effektiv nur 5 Std. was zu tun. Den Rest könnt ich googlen oder so -- das ist mir aber eine zu große Zeitvergeudung. Also nehm ich lieber weniger Geld.

anderswo ist es genauso: aktuell wollen die Banken durch neue IT-Netze in DE jährlich 2-3% Personal einsparen. Nur durch neue Vernetzung! Zeitgleich werden andere outgesourct Richtung Callcenter -- sich gegenseitig anrufen - das sind wohl die Jobs der Zukunft. In Dänemark kommen die 1. Supermärkte komplett ohne Kassierer - der Kunde macht das selbst.

wir sollen also bei weniger Arbeit alle immer länger arbeiten, zeitgleich gibt es Millionen Jugendarbeitslose!!!

Gast: guckmal
01.09.2012 08:54
3 1

add: Anstatt sie dazu zu bringen, eine Arbeit zu finden, die ihrem Gesundheitszustand entsprochen hätte, haben wir sie aus dem Arbeitsmarkt ausgesondert.

Typisch, KRANK sein, nicht erwünscht, bitte aussondern und gleich mal den Stempel drauf!

Man lasse sich diese Aussage auf der Zunge zergehen, vom Arbeitsmarkt ausgesondert!

Und dann doch fairerweise einräumen das es schon mal sein kann daß jemand krank sein kann.


Länger arbeiten

bedeutet mehr Jugendarbeitslosigkeit.

Re: Länger arbeiten

Stimmt. Die Spanier arbeiten viel zu lang. Pension mit 45, Problem gelöst.

4 2

Re: Länger arbeiten

Dümmer gehts wohl nimma!

Re: Re: Länger arbeiten

...muss wohl ein Schreibfehler sein: r i c h t i g e r geht es immer....

Deshalb ist ja auch nicht mehr Schweden - sondern das Pleite-Franrkeich das neue Vorbild von Rot/Schwarz


Gast: Gruftmaus
31.08.2012 23:48
2 0

herrlich

So in der Sonne zu liegen, während das Kapital sich durch Zinseszins vermehrt....ach..sooo schööön.
Wer hackelt ist selbst schuld!

Gast: Größe ist nicht immer ausschlaggebend, während die Wale fast ausgerottet sind, geht es den Ameisen nach wie vor blendend!
31.08.2012 23:04
6 0

Sozialminister: „Die Schweden müssen länger arbeiten“???....

...und dazu ein Bild von einer Ikea-Arbeiterin, OBWOHL diese Möbeln in China, Cuba usw.....hergestellt werden, aber vielleicht ist das die Frau, die die Etiketten "Made in Sweden" raufklebt!?
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/zwangsarbeit-ikea-liess-auch-in-kubas-gefaengnissen-produzieren-11737670.html

 
12

Im Fadenkreuz der Terroristen