Damaskus/Moskau/APA/REUTERS. Mit scharfer Kritik an der Untätigkeit des UN-Sicherheitsrats im Syrien-Konflikt lässt nun UN-Generalsekretär Ban Ki-moon aufhorchen: „Die Lähmung des Sicherheitsrates schadet dem syrischen Volk und sie schadet der Glaubwürdigkeit des Rates“, sagte Ban vor der UN-Vollversammlung in New York. Niemand dürfe wegsehen, während die Gewalt in Syrien außer Kontrolle gerate, die humanitäre Lage sich verschlimmere und die Krise sich über Syriens Grenzen hinaus ausbreite.
Seit Ausbruch des Konfliktes verhindern Russland und China, dass der UN-Sicherheitsrat härtere Maßnahmen gegen das Regime in Damaskus verhängt. Vor allem Russland hält weiter zu Machthaber Bashar al-Assad. Schon zuzeiten der Sowjetunion ist Bashars Vater Hafez ein enger Verbündeter Moskaus gewesen.
Vergleich mit Afghanistan
Russlands Präsident Wladimir Putin bekräftigte am Donnerstag die Linie Moskaus: Vielleicht sollten die anderen Staaten ihre Position überdenken, sagte er. Putin kritisierte, dass der Westen Islamisten einbinde, um Assad zu stürzen. Er zog Parallelen zum Krieg in Afghanistan nach Einmarsch der sowjetischen Truppen. Die USA hatten in den Achtzigerjahren Afghanistans Widerstandskämpfer unterstützt. Unter den Mudschaheddin befanden sich auch Extremisten, die sich unter Osama bin Laden zur al-Qaida zusammenschlossen.
Auch Syriens Rebellen sollen von ausländischen Islamisten unterwandert sein. Der Großteil der Aufständischen rekrutiert sich aber aus lokalen Kämpfern und desertierten Soldaten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2012)
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