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Über 100 Tote: Anschlagsserie erschüttert Irak

10.09.2012 | 07:15 |   (DiePresse.com)

Nachdem ein Gericht den flüchtigen Vizepräsidenten zum Tode verurteilte, detonierten in sechs Bezirken der Hauptstadt Bagdad Autobomben.

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Bei einer Reihe von Anschlägen sind im Irak mehr als 100 Menschen getötet worden.  Nachdem ein Gericht den flüchtigen Vizepräsidenten Tarek al-Hashemi zum Tode verurteilte, detonierten in sechs Bezirken der Hauptstadt Bagdad Autobomben. Allein dabei wurden mehr als 50 Personen getötet. Bereits vor dem Urteil hatten mehrere Anschläge im ganzen Land zahlreiche Tote gefordert. Der schwerste Angriff traf am Sonntag die 300 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Stadt Amara. Allein dort rissen zwei Autobomben mindestens 24 Menschen in den Tod, wie die Behörden mitteilten.

Vizepräsident zum Tode verurteilt

Ein Gericht in Bagdad hat am Sonntag den irakischen Vizepräsidenten Tarik al-Hasehmi in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Der Sunnit wurde wegen der Organisierung von Todesschwadronen und mehrfachen Mordes verurteilt. Das teilte das Gericht mit. Seiner Verhaftung hatte sich Al-Hashemi durch Flucht in die kurdische Autonomieregion und dann in die Türkei entzogen.

Al-Hashemi und seine Anwälte hatten die Vorwürfe stets bestritten. Das Verfahren war in ihren Augen vom schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki gesteuert, der auf diesem Wege einen politischen Gegner aus dem Weg räumen wolle. Al-Maliki regiert im Irak an der Spitze einer schiitisch-kurdischen Koalition. Beobachter werfen ihm einen zunehmend autoritären Regierungsstil vor. Al-Hasheimi, der aus der sunnitischen Irakischen Islam-Partei (IIP) kommt, ist neben dem Schiiten Khudair al-Khusai Stellvertreter des irakischen Präsidenten Jalal Talabani, der ein Kurde ist.

Das Verhältnis zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit (rund 60 Prozent) und der sunnitischen Minderheit (rund 20 Prozent) ist immer noch sehr angespannt. Sunnitische Extremisten erschüttern das Land immer wieder mit blutigen Terroranschlägen.

(APA/Reuters/dpa)

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1 Kommentare

Lizenz zum Schweigen

"Allerdings hatte das Terrornetzwerk Al-Kaida vor kurzem angekündigt, im Irak wieder aktiver werden zu wollen."

Ist das nicht jene Organisation, die erst ihre Gründung durch das Pentagon erfahren hatte, später in Afghanistan von diesen gejagt und jetzt in Syrien wieder Partner der "Demokratie-Allianz" ist?

Die Fakten sind weitgehend bekannt, aber Journalisten werfen keine Fragen auf. Dies geschieht nur in jenen Fällen, wo die "Freunde der Demokratie" jemanden zum Feind erklären.
Und sämtliche Kehrtwendungen werden redaktionell sofort vollzogen.
Ist es noch immer so, dass es für die Ausübung eines Redaktionsleiters einer jederzeit widerrufbaren Lizenz aus London bedarf?