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Frankreich: Hollande laufen die Reichen davon

09.09.2012 | 18:16 |  Von unserem Korrespondenten RUDOLF BALMER (Die Presse)

Frankreichs Staatspräsident François Hollande kommt durch die verschlechterte Konjunktur und die wachsende Kritik an seiner Krisen- und Steuerpolitik in Bedrängnis.

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Paris. Die Konjunktur des Landes ist angeschlagen. Frankreichs Wirtschaft leidet immer stärker unter der Krise. Und nun verlassen auch noch die reichsten Franzosen das Land, weil ihnen die Steuern zu hoch sind. Keine einfachen Zeiten für Staatspräsident François Hollande, der am Sonntagabend versuchte, seine Politik von neuen Steuern und Einsparungen in einer TV-Ansprache zu rechtfertigen.

Während Hollandes Parteigenossen den mangelnden Patriotismus von Franzosen wie dem Milliardär Bernard Arnault brandmarken, sehen seine Gegner darin einen Beleg für eine verfehlte Politik der sozialistischen Regierung. Der 63-jährige Vorsitzende und Hauptaktionär der Luxusartikelgruppe LVMH hatte nach ersten Gerüchten in belgischen Zeitungen am Wochenende bestätigt, dass er in das Nachbarland umziehe. „Wenn man Frankreich liebt, geht man nicht weg, wenn Sturm aufzieht“, protestierte der Sozialist Harlem Désir.

Freilich haben bereits andere Reiche aufgrund der Steuerpolitik der Linksregierung ein Exil in fiskalisch günstigeren Nachbarländern gewählt. So hat sich laut dem Magazin „Le Nouvel Observateur“ der (mit schätzungsweise 400 Mio. Euro Privatvermögen) ebenfalls sehr wohlhabende frühere Chef des Kosmetikkonzerns L'Oréal, Lindsay Owen-Jones, in diesem Sommer im Tessin niedergelassen. Der konservative Ex-Premier François Fillon macht den Staatspräsidenten unverhohlen für diese Entwicklung verantwortlich. Die Steuerflucht sei die logische und unerfreuliche Folge der „stupiden Entscheidungen“ von Präsident Hollande und seiner Regierung.

Eine derartig dramatisch zugespitzte Polemik über seine Steuerpolitik hatte Hollande gerade noch gefehlt. Er hat nach übereinstimmender Meinung der französischen Medien den politischen Start nach der kurzen Sommerpause verpasst. Seine Popularität schwindet, nur noch 48 Prozent glauben laut einer am Sonntag publizierten Umfrage, dass er seine Versprechen halten könne. Er weiß selbst, dass er es nicht allen recht machen kann: „Wenn ich Distanz halte, heißt es, ich sei überheblich. Wenn ich reagiere, heißt es, ich imitiere Sarkozy. Wenn ich für Kompromisse eintrete, sagt man, ich zögere.“ Seine einzige Antwort darauf sei es, konstant zu bleiben, der Politik eine Perspektive zu geben und über der Polemik zu stehen.

Hollande will seine Versprechen halten, soziale Gerechtigkeit schaffen und gleichzeitig die Verpflichtung, das Staatsdefizit 2013 auf drei Prozent des BIP zu reduzieren, respektieren. Dazu sind Steuererhöhungen von 15 bis 20 Milliarden und Ausgabenkürzungen von mindestens zehn Milliarden erforderlich. Sonntagabend versuchte Hollande diese Linie in einer TV-Rede zu rechtfertigen und seine Landsleute auf Geduld und neue Belastungen einzuschwören. Klar ist, dass die Regierung um weitere Steuererhöhungen nicht herumkommen dürfte. Sie werden voraussichtlich nicht nur die Reichsten treffen, sondern auch den Mittelstand.

Auf einen Blick

Steuerflucht. Der reichste Franzose, der Milliardär Bernard Arnault, hat angekündigt, in das steuerlich günstigere Belgien umzuziehen. Politische Gegner machen Hollande für diese Entwicklung verantwortlich, da er mehr auf neue Steuern als auf Einsparungen setzt. [AP]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2012)

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28 Kommentare
 
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Typisch!

"Klar ist, dass die Regierung um weitere Steuererhöhungen nicht herumkommen dürfte. Sie werden voraussichtlich nicht nur die Reichsten treffen, sondern auch den Mittelstand." - und DAS nennen Sozialisten dann "Gerechtigkeit"!!

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Lenins Lehre

Der kommunistische Ideologe Lenin hat behauptet, der Sozialismus kann nur weltweit funktionieren, nicht langfristig aber in einzelnen Staaten. Stalin hat dieses Grundprinzip korrigiert und versucht zu beweisen, daß Sozialismus in einem einzelnen Land möglich ist. Nach einer geschichtlich kurzfristigen Ausweitung ist der Ostblock kollabiert und Stalins Korrektur als kostspieliges Irrtum auf der Müllhalde der Geschichte gelandet. Das haben die modernen, überwiegend westeuropäischen, Nachfolger Lenins noch nicht kapiert. Oder direkt gesagt: solange es kapitalistische Staaten auf der Erde gibt, flüchten die Reichen dorthin und die eingeführten Reichenschröpfungsmaßnahmen bleiben nur eine schöne Propaganda zwecks Machterhaltung.

Gast: Held der Arbeit
10.09.2012 18:11
2 0

das Problem

ist, dass die Sozis in der Schule nie bis zum Prozentrechnen gekommen sind. Sonst wüssten sie, dass selbst eine 100%ige Reichensteuer, wenn sie dazu führt, dass alle "Reichen" flüchten, leider nur 0 ergibt (100% von 0 sind halt 0; dumm auch). Zum Schluss kann der Herr Hollande aber Gott sei Dank den Muslimen die Schuld geben, denn die haben uns ja diese vermaledeite 0 eingeführt;-)

Die Linken

begreifen nicht dass man heute die sogenannten reichen nicht mehr so leicht erpressen kann. Es ist sehr leicht sich steuerschonend zu organisieren.

Dagegen kommen die ewiggestrigen Links Propheten nicht an und das ist gut so weil es die sinnlosigkeit ihrer Rezepte aufzeigt.

Gast: Fprester
10.09.2012 13:10
1 0

Gottlob nicht in die Schweiz

Gottlob hat Arnault nicht um die schweizerische Staatsbürgerschaft angesucht. Sonst müsste die Schweiz wieder für alles Unglück dieser Welt schuld sein.

Gast: Barrorscho
10.09.2012 13:02
2 0

Wenn ein trompetender Elefant

den Porzellanladen betritt, flüchten die scheuen Rehe - frei nach VP-Khol.

Wo ist mein posting geblieben?


Re: Wo ist mein posting geblieben?

meine Antwort auf ihr Post ist auch weg... nette Zensur...

Re: Wo ist mein posting geblieben?

Wenn die Vermögenden erst aus Österreich geflüchtet sind, werden die Sozen kein Geld mehr haben die Medien für "unsere" Meinung zu bezahlen

Gast: from another point of view
10.09.2012 07:44
5 0

Lois de Funes der Politik - tollpatschig!

So hat Politik noch nie funktioniert! Alles versprechen, sich wählen lassen, Segolene Royal im Wahlkampf helfen wollen, mit Valerie Konflikt haben: Sieht nach Lois de Funes aus, etwas tollpatschig der Herr Hollande. Der Mehrheit Dinge zu versprechen, für die Minderheiten aufkommen sollen - das ist ..... mehr als dumm.....

Gast: Sozenbeobachter
10.09.2012 05:47
11 0

Demokratie, die perfideste Form des Kommunissmus

Da waehlt die Mehrheit und glaubt, die Minderheit zahlt. Die Mittelschicht, die nicht abhauen kann, wird verarmt. Die Reicehn sind schon weg. Sozialissmuss kolabiert.....

Gast: Aurevoir
10.09.2012 02:04
10 0

Sozis

Sozis=Schulden, Steuern und keine Reformen.

10 0

Haltet die Reichen!

Hollande sollte überlegen, ob nicht wieder Mauern und Stacheldrähte gebaut werden sollten, damit's ihm nicht flüchten, die Bösen.

Jaja... das wahre Antlitz der Sozialisten.

Re: Haltet die Reichen!

soziale Gerechtigkeit auf sozialistisch ist, wenn alle gerecht verteilt nichts haben!
Servus-baba, zahlt Euch Euren Sozialstaat selbst!

Antworten Antworten Gast: Held der Arbeit
10.09.2012 18:12
1 0

Re: Re: Haltet die Reichen!

mit ausnahme der sozialistischen politiker und ihrer günstlinge, versteht sich.

29 1

typisch

Sozialist, von der Stirn bis zur eigenen Nasenspitze gedacht und nicht weiter. Die Sozialisten sind es, die Europa zugrunde richten!!!

2 18

Re: typisch

neoliberale politik auf jahre vor der krise und eine übermässige deregulierung des finanzmarktes haben zur schuldenkrise geführt - keine sozialistischen programme... nur mal so angemerkt, weil das jetzt schon 11 leute toll finden

Antworten Antworten Gast: Zyni
10.09.2012 07:50
6 0

Brainwashed

Die Finanzkrise war nichts anderes als das Platzen einer Defizit Spending Politik a´la USA. Keynes 2.0. wenn Roosevelt 1.0. ist.

Re: Re: typisch

wo leben Sie? in den letzten Jahrzehnten wurde immer mehr reguliert und staatlich geregelt nicht dereguliert. Die Sozialdemokratisierung unsere Gesellschaft hat sich verschärft und nicht verbessert wie Sie es sehen.

Antworten Antworten Gast: yoshi1
09.09.2012 23:30
9 0

Re: Re: typisch

Selten etwas Dümmeres gelesen!

Die Schuldenkrise ist zu 100% in den jeweiligen Staaten selbst gemacht. Selbst in den fetten Jahren haben wir nur fette Defizite erwirtschaftet.

Dann kam die Finanzkrise (was Sie vermutlich meinen), was den Schuldenstand noch einmal rasant ansteigen ließ. Hätten wir aber nicht davor schon einen riesigen Schuldenberg gehabt, könnte man diese Krise nun wirkungsvoll mit echten Konjunkturprogrammen leicht überwinden. Nur das Geld steckt leider in Pensionen, Gesundheitssystem, Wahlzuckerl und Korruption.

Wenn man den Karren schon vor der eigentlichen Krise an die Wand fährt braucht man sich hinterher nicht mehr zu wundern warum man nicht mehr manövrieren kann... Spare in der Zeit, dann hast du in der Not - schonmal gehört?

Antworten Gast: Frantisek Matska
09.09.2012 21:16
0 4

Re: typisch

Genau, die Sozis haben das ganze Desaster an der Wall Street verursacht, die ganzen Spekulationsblasen, etc. Sie sind ja ein ganz ein Kluger..

Gast: Vogel Strauss
09.09.2012 20:39
0 0

Da wird sich der Juncker die Hände reiben ...

Sein Ländle ist ja prädestiniert dafür, die reichen Exilsucher aufzunehmen - alle Banken vertreten, Französisch sprechen sie auch ...

Gast: Gastastast
09.09.2012 19:51
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"Self-fulfilling prophecy"

Liegt ja auf der Hand. Wer wird auch gerne besteuert? Was diejenigen die am lautesten nach besonderen Reichensteuern schreien immer gerne vergessen ist, dass an den Reichen oftmals auch ganze Unternehmen dranhängen und an denen dann die Arbeitsplätze derer, die von der Reichensteuer hätten profitieren sollen. Es ist nunmal so, dass Unternehmensleiter *zurecht* mehr verdienen. Profitieren tun von ihnen aber alle, zahlt doch das Unternehmen ebenfalls Steuern und schafft besteuerbare Arbeitsplätze wegen denen Menschen Geld verdienen und für besteuerbare Güter ausgeben. Da wo Geld ist und investiert wird, dort wird auch (ausser in der Finanz"industrie") Wert und Wohlstand erzeugt. Das Kapital abwandern zu lassen hat noch keinem Staat gut getan.

Und gerecht ist das von vornherein schon nicht. Gerecht wären die selben Steuern für jeden. Wenn jemand mehr für sein Einkommen tut, dann soll er auch dementsprechend verdienen. Alles andere fördert nur die Faulheit.

Und wer einen Besserverdiener wegen der "Steuerflucht" als schlecht oder gar böse abstempelt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Für wie dumm muss man Menschen denn dafür halten?

Re: "Self-fulfilling prophecy"

Dumm sind diejenigen die meinen, die "Reichen" sollen zahlen.
Sie begreifen immer noch nicht, dass die sogenannten "Reichen" der Motor der Arbeit ist.

Antworten Antworten Gast: Die kleine Laura
10.09.2012 18:17
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Re: Re: "Self-fulfilling prophecy"

das versteh' ich jetzt aber nicht; die arbeitsplätze werden doch von unseren politikern geschaffen. die miesen unternehmer nehmen die arme arbeitende bevölkerung ddoch nur aus. ist doch gut, wenn die alle das land verlassen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Gastastast
11.09.2012 08:28
0 0

Re: Re: Re: "Self-fulfilling prophecy"

Bin mir nicht sicher ob sarkastisch oder realitätsverweigernd. Ich tippe trotzdem auf ersteres. The benefit of doubt nennt sich das.

 
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