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30 Milliarden gesucht: Franzosen müssen zahlen

10.09.2012 | 16:34 |   (Die Presse)

Der französische Präsident François Hollande schnürt ein drastisches Belastungspaket, den Großteil soll die Einkommensteuer bringen. Damit soll das Budgetdefizit gesenkt und so die Maastricht-Grenze erfüllt werden.

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Wien/Ag./Red. Lange klang es wie eine Drohung an Besserverdiener und Unternehmer in Frankreich. Nun macht François Hollande Ernst: Der Präsident der Grande Nation will mit einem drastischen Steuer- und Sparpaket den französischen Haushalt in Ordnung bringen. Dort klafft nämlich für das nächste Jahr eine Lücke von 33 Mrd. Euro. Um das fehlende Geld aufzutreiben, werden nun Private und Unternehmer zur Kasse gebeten – mit je zehn Mrd. Euro. Weitere zehn Mrd. Euro will Hollande beim Staat einsparen, sagte er in einem Interview mit dem Fernsehsender TF1 am Sonntagabend. Damit soll das Budgetdefizit nächstes Jahr von 4,5 auf drei Prozent gesenkt und so die von Brüssel vorgegebene Maastricht-Grenze erfüllt werden.

Aus der EU-Hauptstadt kam auch sogleich Lob für Hollandes Plan zur Senkung des Defizits. „Wir freuen uns darüber, dass er das Ziel bekräftigt hat, im kommenden Jahr die Defizitgrenze von drei Prozent einzuhalten“, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Montag. Anders klangen die Reaktionen aus dem eigenen Land. Die geplante zusätzliche Belastung von Bürgern und Unternehmen sei Gift für die Konjunktur, kritisierte die Opposition. „Wer wirklich Mut hat, senkt die Steuern“, sagte etwa Xavier Bertrand, der Arbeitsminister unter dem konservativen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy war. Und der damalige Premier François Fillon (beide UMP) warnte vor steigender Arbeitslosigkeit und einer Wirtschaftsflaute als Konsequenz der Steuerpläne.

Doch Hollande gibt sich unbeeindruckt und beharrt auf seiner „Mission“, die vor allem die Reichen treffen solle. So machte er auch kein Geheimnis daraus, dass die angekündigte Reichensteuer von 75 Prozent ab einem Jahresverdienst von einer Million Euro vor allem „symbolisch“ sei. Betroffen wären lediglich 2000 bis 3000 Personen, so Hollande. Das Geld solle vor allem eine große Reform der Einkommensteuer einbringen, außerdem sollen Kapitalerträge künftig höher besteuert werden. Dabei ist Frankreich schon jetzt das EU-Land mit den vierthöchsten Arbeitskosten (nach Belgien, Schweden und Dänemark).

Keine Ausnahmen für Stars

Hollande sagte, er wolle darauf achten, dass kleine und mittlere Unternehmen möglichst nicht stärker belastet werden. Bevorzugt werden sollen auch exportierende Betriebe und solche, die ihre Gewinne wieder investieren. „Wir werden einen Unterschied machen zwischen den Gewinnen, die investiert werden, und den Gewinnen, die ausgeschüttet werden.“ Er versicherte auch, dass es von den Einschnitten „keine Ausnahmen“ geben werde. In Medienberichten hieß es zuvor, dass eventuell Sportler und Künstler ausgenommen werden können.

Frankreich kämpft mit einer lahmenden Wirtschaft und einem zunehmenden Budgetdefizit. Zuletzt ging die Regierung noch davon aus, dass die Wirtschaftsleistung 2013 um 1,2 Prozent zulegt. Im Fernsehen sagte Hollande nun, dass sie lediglich um 0,8 Prozent wachsen werde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2012)

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116 Kommentare
 
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Gast: hubsi1
11.09.2012 20:03
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75% Einkommenssteuer

und wenn das auch nicht reicht, dann eben 95% einheben.

Frankreich ist der Sargnagel des Euro

Hollandes Politik

Ein gutverdienender Unternehmer zahlt von Jänner bis September seinen gesamten Verdienst an den französischen Staat. Er darf nur das Geld behalten, das er von September bis zum Jänner einnimmt. (Er zahlt also 9 Monate Steuern an den französischen Staat und bekommt nur 3 Monate bezahlt).
Hollande vertreibt durch diese neuen "Reichensteuern" alle Unternehmer.
Es wird nicht lange dauern bis dieser extrem sozialistische Staat zusammenbricht.

Gast: rabe123
11.09.2012 14:10
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auf die

Sauzialisten ist doch immer Verlass. Statt Vermögens-SUBSTANZ-besteuerung wird wieder nur das Arbeitseinkommen besteuert. Für einen Supermilliardär ist es wohl egal, ob er für die symbolische Million Gehalt seiner eigenen Firma 50 oder 75% Steuern zahlt; das trifft nur eine Handvoll Sportler und Manager, die noch kein Vermögen haben. Wer sein Vermögen in Firmen oder Stiftungen hat, trifft diese Steuererhöhung gar nicht

so eine reichensteuer kann nur wirksam sein

wenn es kapitalskontrollen gibt. solange das Kapital (zu Glück) noch frei wandern kann geht der Schuss nach hinten los.

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Re: so eine reichensteuer kann nur wirksam sein

Und das ist gut so. Den reichsten Europäer hat er damit schon vertrieben. Ich krieg mich vor lauter Schadenfreude kaum ein, weil FR dadurch Millionen an Steuern und hoffentlich auch dementsprechend viele Arbeitsplätze verloren gehen.

Antworten Antworten Gast: Robin des Bois
11.09.2012 14:06
0 1

Re: Re: so eine reichensteuer kann nur wirksam sein

Dieser Luxuspapst, Finanzhai, Raubtierkapitalist, Multimilliardär Bernard Arnault ist schon einmal aus Fra abgehaut (1981 in die USA) er kam dann aber wieder zurück. Was er da jetzt wieder macht ist ein purer politischer Akt : er gehört zum engsten Freundeskreis von ex-präsi sarkozy. Das ist ein Raubkatze: sie sind krank im Kopf wenn sie so einem Reichen Idioten nachweinen.

Antworten Antworten Gast: wolfsschanze
11.09.2012 14:03
1 1

Re: Re: so eine reichensteuer kann nur wirksam sein

''dadurch Millionen an Steuern und hoffentlich auch dementsprechend viele Arbeitsplätze verloren gehen.''

solch krude meinung, kann sich nur ein ungebildeter linker anarchist ausdenken.

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Re: Re: Re: so eine reichensteuer kann nur wirksam sein

Mir wurde schon viel an den Kopf geworfen, aber ungebildeter linker Anarchist hör ich zum ersten Mal.

Das müssen sie mir jetzt erklären. Sie glauben also nicht, dass wenn einer wie Arnault fortan in Belgien seine Steuern zahlt und vielleicht auch den einen oder anderen Arbeitsplatz dorthin verlegt, Frankreich dadurch finanzieller Schaden entsteht?

Nichtdestotrotz freuts mich (als Sozialistenhasser) wenn sich Linksausleger wie Hollande mit solchen Aktionen selbst ins Knie schießen Weiters hoffe ich, dass die Franzosen, wenn sie merken was dieser .... ihrem Land antut, sich der Jahre 1789 bis 1799 ersinnen.


Gast: Liberty Force
11.09.2012 11:55
2 0

"Symbolische" Steuer

Genau das wird von den Reichenbesteuerern gerne übersehen: Es kommt kaum Geld herein, da sie nur wenige trifft. Rechnet man die zahlreichen Möglichkeiten dazu, sich der Steuer zu entziehen, wird es noch weniger.

Zusätzliches Geld ist eben nur bei den Massensteuern zu holen.

Gast: habermeier
11.09.2012 11:24
0 2

komisch, er hats doch vorher

angekündigt.Zugegeben, es schmerzt natürlich, wenn in einem so grossen Land ein Nicht-Christlicher an der Macht ist.

Gast: sozisforbadbanks
10.09.2012 23:42
3 0

mit leeren versprechungen und vorgetäuschter volksnähe hat sich der hollande an die macht gehievt. nun werden wie immer, die arbeitenden menschen und pensionisten für die banken und reichen zahlen- die sozialisten reden überall mit gespaltener zunge.


Gast: Lukas
10.09.2012 23:16
9 0

Sozis wolle nur an das Geld der anderen

vielleicht dämmert es auch bei den Roten in Österreich, daß sie von den Sozen nur abgezockt werden. Den vermeintlichen Wohlstand bezahlen nicht die Reichen sondern wir selbst und unsere Kinder wenn sie die Staatsschulden zurückzahlen müssen.

Antworten Gast: Kunoi8
11.09.2012 11:11
0 0

Das müssen wir

bei ÖVP, FPÖ, BZÖ und den Grünen auch. Merke: wir haben seit 13 Jahren FPÖ und ÖVP Finanzminister. Und wir zahlen soviel Steuern wie noch nie zuvor!

Gast: Wasserlaeufer
10.09.2012 18:32
0 0

Worte sind genug gewechselt.

Erst wenn ich, das gepruefte, Gold
auf dem Tisch sehe koennte ich
moeglicherweise zu glauben beginnen.

Weil es gibt ja, fuer die Reichen, mehr
Hintertuerln als Sandkoerner am Meer.

Antworten Gast: weiter so
10.09.2012 21:45
1 0

Re: Worte sind genug gewechselt.

so schön und so wahr wie sie das sagen.
sind sie schon einer der angekündigten, auserwählten künder des neuen zeitalters?

Gast: Joe Berger
10.09.2012 16:12
2 1

Da ist der Unterschied

zwischen Kärntner Sozialisten und französischen Sozialisten. Nach Kärntner Aussagen (im Zusammenhang mit Akademiker-20-er) ist man ab 40.000,- reich, in Frankreich ab 1 Mio.
Ich sehe da Reichtum auch eher französisch!

Gast: Ich ein Sarkozystürzer
10.09.2012 16:11
2 6

Das Theaterstück DER GEIZHALS von Molière.

"Man isst um zu leben und lebt nicht, um zu essen." - Der Geizhals, Akt III Szene 1/Valère
(orig.franz. "il faut manger pour vivre, et non pas vivre pour manger")-
Wenn DIE REICHSTEN (milliardäre,millionäre)nicht zahlen wollen dann sind DIESE REICHSTEN ganz einfach nur riesengrosse GEIZHÄLSE. Das war schon zu Lebzeiten von Molière (1622-1673)so und hat sich bis heute nicht geändert.

Gast: bravo
10.09.2012 16:06
15 0

Intelligenter Einfall von Hollande -


Vielleicht sollten wird die "REICHEN" Franzosen jetzt mit einem FAIREN Steuerangebot verlocken, den Wohnsitz bzw. Firmensitz NACH Österreich zu verlagern, bevor die Schweiz sie uns wegschnappt !

Hollande ist eben ein typischer im wirtschaftlichen DENKEN stark UNTERBELICHTETER Sozi .

Antworten Gast: Franz Kenner
11.09.2012 11:13
0 1

Die Reichen

haben bisher in Frankreich keine Steuern gezahlt, sie werden auch bei uns keine zahlen. Wer reich ist, hat sein Geld nämlich in Privatstiftungen oder Off-shore Firmen geparkt und zahlt daher ca. 0% Steuern. Da ist es egal, ob die Begünstigten (so heisst das in der Fachsprache) in F oder AT wohnen ...

Antworten Gast: Gast: Leser
11.09.2012 10:41
2 0

Re: Intelligenter Einfall von Hollande -

Die brauchen gar nicht so weit zu fahren: viel näher (und auch billiger, weil praktisch steuerfrei) liegt Monaco.

Re: Re: Intelligenter Einfall von Hollande -

Sie sollten wissen, das französische Staatsbürger mit Wohnsitz in Monaco dem französischen Staat gegenüber voll steuerpflichtig sind.

Gast: DI
10.09.2012 14:38
4 0

Pensionsalter wieder raufgesetzt?

Habe ich diesen Punkt überlesen oder hält er an dieser populistischen Aktion fest?

Antworten Gast: :P
10.09.2012 22:12
1 0

Re: Pensionsalter wieder raufgesetzt?

da sollte jemand nochmal das wort "populismus" im wörterbuch nachschlagen...

Gast: Silvana M.
10.09.2012 14:11
1 3

Und was sagt Jesus?

Gebt den Reichen, nehmt den Armen!

(Oder war's umgekehrt?)

Gast: >ROR
10.09.2012 14:07
0 8

Solange auf dem Rücken von Billig-Arbeitskräften horrende Gewinne erzielt werden

und diese durch Firmenkonstellationen nur geringfügig versteuert werden oder ins Ausland geschafft werden und der Staat für Mindestrenten sorgen muss sollen die Reichen blechen.

Jemand der über Milliarden verfügt kann diese nicht "erarbeiten".

Nur durch Lohndumping, Steuerschlupflöcher und von Lobbies gesteuerte Politiker ist die möglich.


Gast: na eh kloa...
10.09.2012 13:59
0 3

so ein mist...

die reichen sind doch wirklich arm.

 
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