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Holland-Wahl: Triumph für proeuropäische Parteien

13.09.2012 | 05:34 |  von unserem Korrespondenten Helmut Hetzel (Die Presse)

Die Rechtsliberalen gewannen die Parlamentswahlen knapp vor den Sozialdemokraten. Der Verlierer der Wahl ist der Rechtspopulist und EU-Gegner Geert Wilders. Sparmeister Mark Rutte bleibt Ministerpräsident.

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Den Haag. Die Parlamentswahl in den Niederlanden endete mit einer Überraschung: Die Partei für Freiheit und Demokratie VVD des Rechtsliberalen Mark Rutte erreichte laut dem vorläufigen Endergebnis von Donnerstag früh 41 der insgesamt 150 Parlamentssitze. Der Sparmeister bleibt damit Ministerpräsident der Niederlande. Seine Knapp dahinter liegt mit 39 Mandaten die sozialdemokratische Arbeiterpartei (PvdA) die vom Rutte-Herausforderer Diederik Samsom angeführt wird. 

Die Überraschung liegt darin, dass die Demoskopen keine der beiden Parteien, weder der VVD noch der PvdA, mehr als 35 Sitze in den Prognosen zugerechnet hatten und dass mit diesem Ergebnis in den Niederlanden wieder eine stabile Regierung gebildet werden kann, falls sich VVD und PvdA zu einer Koalition zusammenfinden sollten - was nun unausweichlich scheint. Sollte sich an dem Ergebnis nichts mehr ändern, dann könnten VVD und PvdA zusammen eine neue sozialliberale Regierung in den Niederlanden bilden. Sie hätte zusammen 80 der insgesamt 150 Parlamentsmandate und damit die absolute Mehrheit im neugewählten Haager Parlament. VVD und PvdA hätten keinen dritten Koalitionspartner mehr nötig.

"Enorme Verluste" für Euroskeptiker

Überraschend hohe Verluste von neun Sitzen verbuchte die rechtspopulistische Freiheitspartei des Islam- und EU-Kritikers Geert Wilders, der im Wahlkampf den Austritt der Niederlande aus der Europäischen Union und dem Euro gefordert hatte. Die Partei sackte von 24 auf 15 Sitze ab. Wilders sprach von einem "enormen Verlust". Auch die ebenfalls europakritischen Sozialisten von Emile Roemer (SP), in den Umfragen noch im August Favorit, stagnieren mit 15 Mandaten. Im August hatten die Demoskopen die SP noch auf 40 Mandate eingestuft. Die Senioren-Partei, die erstmals antrat, erhält aus dem Stand heraus drei Abgeordnete im neuen Haager Parlament.

Niederlande: Sieg für den Sparmeister

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Eine historische Niederlage erlitten die Christdemokraten, bisher Partner in der Minderheitskoalition. Sie erhielten nun 13 Mandate, acht weniger als bei den Wahlen 2010. Die linksliberale Partei D66 gewann zwei Sitze hinzu und kam auf 12. Die Grünen verloren sieben ihrer bisher zehn Mandate.

Mammutaufgabe steht bevor

Die neue niederländische Regierung steht vor großen Herausforderungen. Sie liegen in der Europapolitik, der Wirtschafts- und Finanzpolitik, der Gesundheits- und Erziehungs- und Forschungspolitik und insbesondere in der Reform des Wohnungs- und Immobilienmarkts. Was die Europapolitik betrifft, stehen zwei Parteien klar im Abseits. Dies sind die von Geert Wilders geführte Freiheitspartei PVV. Die PVV wollte die EU und die Eurozone verlassen. Aber auch die Sozialisten (SP), die von Emile Roemer angeführt werden, wollten nicht mehr, sondern weniger Europa. Außerdem: Die SP wollte sich nicht länger an den Stabilitäts- und Wachstumspakt halten.

VIDEO: Wahl: Niederländer erteilen Euro-Skeptikern Absage

Bild: (c) Rca

Der Rechtsliberale Mark Rutte bleibt Ministerpräsident der Niederlande. Seine Partei VVD gewann die vorgezogene Parlamentswahl. Eine herbe Niederlage erlitt der EU-Kritiker Geert Wilders.



Alle anderen Parteien haben zwar unterschiedliche europapolitische Vorstellungen, stellen aber weder EU- noch Euro-Mitgliedschaft noch Stabilitätspakt in Frage.
Die größten innenpolitischen Herausforderungen eines neuen Haager Kabinetts liegen aber zweifellos in der Wirtschaft- und Finanzpolitik. Die anhaltende Schulden- und Wirtschaftskrise hat auch Holland voll erfasst. Zwar krabbelt das Land langsam aus der Rezession, da die Wirtschaft im zurückliegenen Quartal wieder mit 0,6 Prozent wuchs, nachdem sie in den beiden Quartalen davor geschrumpft war. Aber die Arbeitslosigkeit ist inzwischen von 4,0 Prozent auf jetzt 6,5 Prozent der Berufsbevölkerung gestiegen. Hier besteht Handlungsbedarf. Der Arbeitsmarkt muss flexibilisiert werden.

Neue Sparmaßnahmen nötig

Hohen Handlungsbedarf gibt es auch in der Finanzpolitik. Hier muss das staatliche Finanzierungsdefizit im Haushalt von derzeit 4,5 Prozent des BIP wieder unter die Maastricht-Norm von 3,0 Prozent gedrückt werden. Dafür sind neue und umfangreiche Sparmaßnahmen nötig, um die sich das künftige Kabinett nicht herumdrücken kann. Es müssen schätzungsweise 13 bis 16 Milliarden Euro in der kommenden Legislaturperiode zusätzlich eingespart werden.

Harte Eingriffe der nächsten Regierung sind auch im Gesundheitssektor nötig. Denn hier drohen die Kosten völlig aus dem Ruder zu laufen. Derzeit verschlingt die Gesundheitsfürsorge in den Niederlanden bereits elf Prozent der Wirtschaftsleistung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2012)

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139 Kommentare
 
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Gast: ZARA
15.09.2012 19:13
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Das ist eben die kurze Aufmerksamkeitsspanne die man dowas wie dem Wilders gönnt!

Bis man haltdie Spülung zieht und die br... Ka... im Gully verschwindet.

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frisur,popmusik...

sehr tief geht die analyse ja nicht,eher eine haemerede fuers bierzelt und das johlende publikum ist ja auch schon da.. was gibts auch schoeneres als modernen unterhaltungsjournalismus.

Gast: Die Wahrheit muß unterdrückt werden
14.09.2012 09:57
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"Wilders ist ein Gefangener seiner Bodyguards, die ihn rund um die Uhr bewachen müssen"

Ist ja unglaublich, seine Landsleute trachten ihm nach dem Leben. Da muß er doch rund um die Uhr beschützt werden!!!!
Alles klar, jetzt wissen wir es!

war halt ein bissal feig nicht in die regierung zu gehen!

sondern nur als mehrheitsbeschaffer zu fungieren, und dann bei den ersten unangenehmen aber notwendigen reformen neuwahlen vom zaun zu brechen!

ganz so dumm ist halt der wähler auch nicht, dass er derart plumpen populismus und unehrlichkeit nicht überreißt!

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Das war dann wohl die letzte Vorstellung dieses Clowns.

Haha,
wir haben alle sehr gelacht,
danke und auf Wiedersehen.

Antworten Gast: Bademeisterin
14.09.2012 10:39
2 1

Re: Das war dann wohl die letzte Vorstellung dieses Clowns.

Was ja nicht heisst, dass er nicht recht hat!

Wer zuletzt lacht, lacht am besten!

Schon gehört?

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Re: Re: Das war dann wohl die letzte Vorstellung dieses Clowns.

Hauptsache man lacht. ;)

viele können die Phrasendrescherei des Mannes mit der Mozartfrisur nicht mehr hören

Der Bericht klingt tendenziell.
Von der presse ist man Objektiveres gewöhnt.


Macht Hoffnung!

Die Österreicher durchschauen die billigen Populisten a la Strache vielleicht auch noch!

Antworten Gast: Peter Falk
13.09.2012 22:05
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Re: Macht Hoffnung!

Na hoffentlich.
Leider lesen die meisten die "Krone", und dann glauben´s auch noch was da drinsteht!

Antworten Antworten Gast: StVO
17.09.2012 22:08
0 0

Re: Re: Macht Hoffnung!

Kein Wunder, wenndie Leser der Krone dieser glauben, sehen Sie sich die Ergebnisse des PISA-Tests. Teilgebiet sinnerfassendes Lesen, an.

Re: Re: Macht Hoffnung!

zuerst lesen sie die krone, und dann posten sie in deiPresse. weil hier das mühsame registrieren wegfällt.

konkret: was das forum angeht, ist die krone schneeweiß im vergleich zum braunen presse-forum!

Wilders war konstruktiv ...

.. und hat eine Minderheitsregierung unterstützt.
Dafür zahlt er jetzt.
Wie die FPÖ, die mit der ÖVP in eine Koalition ging, ohne ...
- das Zwangskammernsystem zu beenden
- den Wiederbetätitungsparagraphen zu canceln
- den ORF zu zertrümmern
- die Presseförderung abzuschaffen
- die Parteiförderung abzuschaffen

Dafür hat sie die Rechnung bekommen.
Sie müssen warten, bis die "Altparteien" den Karren an die Wand gefahren haben und vom Wähler vernichtet wurden.
Dann erst können sie an die Macht kommen.

Antworten Gast: zetto
14.09.2012 09:42
0 0

Re: Wilders war konstruktiv ...

vor allem war er eines: dumm genug, die Regierung auseinanderbrechen zu lassen, weil er meinte, bei wahlen zu profitieren.
Schwerer Fehler - dafür bezahlt er.

Re: Wilders war konstruktiv ...

bravo, weiter so!

ich hoffe, dass nicht nur die dumben anhänger unserer korrupten populisten so denken, sondern auch deren parteigranden.

dann ist dieser spuk demnächst tatsächlich vorbei und die ö-demokratie kann wieder gesund werden.

ps.: ein hinweis auf die schrecklichen auswirkungen der linkslinken medien hat in ihrem statement gefehlt. warum? sind sie derart vergesslich?

Presseförderung abschaffen ...

... und ORF zertrümmern sollte genügen.

Gast: b745
13.09.2012 20:58
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strache hat die selbe zukunft


Gast: Lecter
13.09.2012 20:09
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Anständige Holländer

Anständig dass die Holländer an Bord des sinkenden Schiffes bleiben und weiter zahlen werden.

Antworten Gast: Peter Falk
13.09.2012 21:15
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Re: Anständige Holländer

..das sinkt nur dann, wenn Nationalpopulisten an die Macht kommen!

Die kapieren nämlich die Zusammenhänge nicht, deswegen muß man alles z´sammhauen, mehr fällt denen nicht ein!

Also, mehr zusammenhalten und zusammenarbeiten (in der EU), dann sind wir alle besser dran!

Und wieso sinkt es dann,

... wo doch kein Nationalpopulist an der Macht ist?

Antworten Antworten Antworten Gast: Peter Falk
13.09.2012 22:03
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Re: Und wieso sinkt es dann,

Geht´s ihnen persönlich denn so schlecht derzeit?

Aber im ernst:
..weil ständig nationale Interessen vor gemeinsame Interessen gestellt wurden. (Stichwort: Schulden machen). Kein Fiskalpakt zur Einführung des Euro (obwohl von der EU-Kommission empfohlen), uvm...

Übrigens:
Seit 2008 gab´s einige Krisen (Immo, Banken,etc..) falls sie es noch nicht wissen.
Diese sollte man überwinden, deshalb "Krisenmanagement" und nicht billigen Wahlkampf auf unser aller Kosten!! (den Südländern helfen sollte es uns Wert sein und kommt uns für die langfristige Zukunft jedenfalls billiger als den "Strache-Schilling" einzuführen!)

Re: Re: Und wieso sinkt es dann,

>>...ständig nationale Interessen vor gemeinsame Interessen...<<

Das wäre ja noch das geringere Problem. Das Hauptproblem ist, dass an erster Stelle - über dem allen und unheimlicher Priorität - noch die Interessen der Konzerne der Magnaten stehen und umgesetzt werden... ;-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Lecter
14.09.2012 00:10
1 5

Re: Re: Und wieso sinkt es dann,

Ohne auf das Geschwubel näher eizugehen-natürlich ist der Stracheschilling ein völliger Blödsinn da es ja bekanntlich keine DM mehr gibt wo man Ihn anbinden kann. Den Südländern kann man aus dem simlen Frund nicht helfen-weil die Menschen einen anderen Lebesstiel haben wie die Nordeuropäer und diesen nicht ändern werden. Die langfristige Zukunft ist ganz einfach - wenn die Zahler endgültig Pleite sind wird die Bevölkerung einfach nicht mehr mitgehen und die EU in dieser Form ist dann Geschichte.

Warum ist Wilders ein Gefangener seiner Bodyguards?

Komisch....

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Re: Warum ist Wilders ein Gefangener seiner Bodyguards?

Weil er sich gegen den Einfluss islamischer Gesetzgebung und Gebraeuche in Europa ausgesprochen hat.
PS: Nichts zu danken.

möglicherweise wurde hier massive wahlfälschung betrieben...

ich traue der europäischen finanzdiktatur und ihren politdarstellern mittlerweile ALLES zu!
(noch mögen mich 90% hier auslachen. fragt sich nur, wie lange noch).

 
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