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Anti-US-Unruhen wühlen Wahlkampf auf

12.09.2012 | 18:10 |  Von unserem Korrespondenten THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Barack Obama zeigte sich über die Attacke auf das Konsulat in Bengasi empört. Präsidentschaftskandidat Mitt Romney kritisierte den Präsidenten. Washington verschärfte umgehend die Sicherheitsmaßnahmen.

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Washington. Bei den Gedenkfeiern zum Jahrestag des 9/11-Terrors beschwor Präsident Barack Obama am Dienstag vor dem Pentagon die nationale Einheit im Kampf gegen den Feind von außen. Sein Gegenkandidat Mitt Romney würdigte in einer Rede vor der Nationalgarde in Las Vegas den heroischen Einsatz der Rettungskräfte.

Ein paar Stunden später waren die Appelle und Schwüre schon wieder vergessen. Romney versuchte aus den Angriffen eines islamistischen Mobs gegen US-Einrichtungen in Kairo und Bengasi politisches Kapital zu schlagen. Mit einem Mal platzte die Außenpolitik in den US-Wahlkampf, antiamerikanische Ressentiments verdrängten die Wirtschaftsagenda.

Es sei schändlich, Verständnis für die religiösen Gefühle der arabischen Angreifer aufzubringen, warf Romney Obama in einer ersten Reaktion vor. Die Attacke empörte wiederum Obama und Außenministerin Hillary Clinton, nachdem sich das Ausmaß der Ausschreitungen offenbart hatte.

Denn in der Zwischenzeit hatten die USA vier Todesopfer zu beklagen. Eine Rakete hatte John Christopher Stevens, den Botschafter in Libyen, und drei Mitarbeiter in deren Auto getötet, als sie offenkundig gerade dabei waren, die Flucht aus dem belagerten US-Konsulat in Bengasi zu ergreifen. Washington verschärfte umgehend die Sicherheitsmaßnahmen rund um ihre diplomatischen Vertretungen.

 

Verbindungsmann zu Rebellen

Clinton hatte Stevens erst im Mai zum Botschafter in Libyen ernannt, wo der Diplomat bereits in der Gaddafi-Ära stationiert war. Vor einem Jahr fungierte der 52-Jährige dann als Verbindungsmann Washingtons zu den libyschen Rebellen in deren Hochburg Bengasi. Von hier aus betrieb er den Sturz des Diktators.

Stevens ist der erste US-Botschafter seit 1979, der sein Leben durch ein Attentat verlor. In einem gemeinsamen Auftritt erwiesen ihm Barack Obama und Hillary Clinton im Weißen Haus ihre Reverenz. Sie müssen indes weitere Racheakte aufgestachelter Muslime infolge des plumpen Machwerks „Innocence of Muslims“ befürchten. Der Amateurfilm, von einem koptischen Christen via YouTube in Umlauf gebracht, zeichnet Mohammed als Zerrbild – als „Bastard“, Frauenheld, Schwachkopf, Kinderschänder und Homosexuellen.

Der Produzent Sam Bacile, ein israelischstämmiger, in Kalifornien lebender Immobilienhändler, wetterte vor seinem Untertauchen in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“: „Der Islam ist eine hasserfüllte Religion, er ist wie Krebs.“ Der rabiate evangelikale Prediger Terry Jones, berüchtigt als Koran-Hasser, kündigte derweil an, den Film in seiner Kirche in Gainesville (Florida) aufzuführen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2012)

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1 Kommentare
Gast: tigerhai
13.09.2012 00:35
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das klingt alles sehr nach

"war inc.: sie bestellen krieg - wir liefern."

also nichts neues im westen und osten.