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So lief der Angriff auf das libysche US-Konsulat ab

13.09.2012 | 13:39 |   (DiePresse.com)

Die Attacke in Bengasi dauerte mehr als vier Stunden. Der amerikanische Botschafter und drei weitere Diplomaten wurden getötet.

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Dienstag, 22 Uhr MESZ: Militante Libyer schießen auf den Gebäudekomplex des US-Konsulats in Bengasi. Sie setzen bei ihrer Attacke auch Brandbomben und Panzerfäuste ein.

22.15 Uhr: Die Angreifer gelangen auf das Gelände und beschießen das Hauptgebäude, in dem sich Botschafter Chris Stevens, ein Mitarbeiter und ein Sicherheitsbeamter aufhalten. Libysche Sicherheitskräfte und Wachmänner der Botschaft erwidern das Feuer. Das Gebäude beginnt zu brennen. Die drei Amerikaner versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, verlieren sich aber im dichten Rauch. Der Sicherheitsbeamte gelangt nach draußen. Als er mit Verstärkung ins Gebäude zurückkehrt, finden sie einen Toten. Wegen der Flammen, schweren Rauchs und andauerndem Beschuss müssen sich die Helfer jedoch zurückziehen, ohne den Botschafter gefunden zu haben.

22.45 Uhr: US-Wachmänner versuchen, das Hauptgebäude zurückzuerobern, geraten aber unter schweren Beschuss und müssen sich zurückziehen.

23.20 Uhr: Amerikanische und libysche Sicherheitskräfte greifen erneut an und bringen das Gebäude unter ihre Kontrolle. Weil die Angreifer weiterhin mit Kleinwaffen schießen, bringen die Amerikaner den Rest ihrer Mitarbeiter in einem weiteren Konsulatsgebäude in der Nähe in Sicherheit.

Mittwoch, 00 Uhr: Die Angreifer nehmen auch dieses Gebäude unter Feuer. Der Beschuss dauert rund zwei Stunden. Zwei weitere amerikanische Botschaftsangehörige werden dabei getötet.

2.30 Uhr: Mit der Unterstützung libyscher Sicherheitskräfte gelingt es den Amerikanern, die Situation unter Kontrolle zu bringen.

In der Nacht: Die Vereinigten Staaten schicken ein Charter-Flugzeug von Tripolis nach Bengasi, das in mehreren Flügen alle Mitarbeiter des dortigen Konsulats in die libysche Hauptstadt bringt. Ein Großteil der amerikanischen Diplomaten in Libyen wird später nach Deutschland ausgeflogen.

Im Morgengrauen: Die Leiche von Botschafter Stevens wird am Flughafen von Bengasi den Amerikanern übergeben. Er war in ein Krankenhaus gebracht worden. Wann er gefunden und von wem er aus dem Hauptgebäude geholt wurde, ist unklar - auch über seinen Zustand zu dieser Zeit ist nichts bekannt.

(APA/dpa)

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3 Kommentare

Vom Befreier zum Gejagten

Der verstärkte Abzug zig-tausender Salafisten-Kämpfer, welche im Vorjahr zur "Befreiung" Libyens ins Land gebracht wurden, hinterlässt ein Vakuum. Nun befinden sich diese Brigaden im Kampf in Syrien, zur Ausbildung in der Türkei oder zur Rekonvaleszenz in Jordanien. Es droht eine "grüne Konterrevolution" in Libyen, welche von breiten Schichten des Volkes getragen wird.
Die Masse des libyschen Volkes beginnt den Ablauf der Ereignisse vom Vorjahr zu verstehen und lehnt sich gegen ihre "Befreier" auf.
Der amerikanische Versuch, auch den Krieg am Boden - mit Hilfe rekrutierter Söldner aus den GCC-Staaten - zu privatisieren, dürfte einen schweren Schlag erhalten. Ihre in Syrien eingeschleusten Brigaden haben nach der Zerschlagung der Hauptzentrale keine Kommunikation untereinander. Unkoordiniert kämpfen sie ums Überleben, Ausbrüche gelingen nur selten und die Versorgung mit Waffen/Munition und Medizin ist weitgehend unterbunden.

So sehen sich die Amerikaner genötigt, in Libyen selbst an Land zu gehen und mit Sondereinsatzkräften zu retten, was noch zu retten ist. Ihre imperialen Ansprüche haben den Bogen des Machbaren weit überspannt und der hinhaltende Widerstand in Syrien macht sie nun zum Gejagten.


Gast: SOKO Burgenland
13.09.2012 18:30
2 0

Das war nur ein landesüblicher Raubüberfall mit tödlichen Ausgang

den Räubern ging es ersichtlich nur um die erbeuteten Waschmaschinen.

Gast: Wer in 1000 Ländern Sturm sät
13.09.2012 14:06
6 0

Bedauerlich mit den eigenen Waffen attackiert zu werden


Im Fadenkreuz der Terroristen