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Inselstreit: China schürt Hass auf Japan

14.09.2012 | 18:46 |   (Die Presse)

Chinesische Flottille hat Gewässer der Inselgruppe Senkaku wieder verlassen. Es sei nicht mehr auszuschließen, dass auch Waffen zum Einsatz kommen, warnte der ehemalige General der chinesischen Volksarmee.

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Peking/Lee. Vor der japanischen Botschaft in Peking spielten sich am Freitag skurrile Szenen ab: In Gruppen von 20 bis 30 Leuten lotsten Sicherheitskräfte die Demonstranten am Botschaftsgebäude vorbei. Sie dürfen für einen Moment vor dem Tor stehen bleiben, ihre Fäuste in die Luft recken, mit chinesischen Fahnen wedeln und aus voller Kehle hasserfüllte Parolen grölen: „Mickrige Japaner, raus aus China!“

Wer bei diesem Schauspiel mitmachen wollte, musste sich an einem Stand registrieren lassen. Fotografieren war nicht erlaubt, Ausländer wurden von der Polizei verscheucht. Und so geht es seit zwei Tagen bis spät in die Nacht.

Seitdem der Streit zwischen der Volksrepublik und Japan um ein paar unbewohnte Inseln im ostchinesischen Meer entbrannt ist, kocht auch der Japan-Hass unter vielen Chinesen wieder auf. In Japan heißt das Atoll Senkaku, in China Diaoyu. Beide Länder beanspruchen es für sich. Auch Taiwan, dessen Status gegenüber der Volksrepublik offiziell ebenfalls nicht geklärt ist, behauptet, es sei sein Territorium.

Gestritten wird über die Eilande bereits seit Langem. Neue Nahrung erhielt der Streit aber erst, nachdem Japans Regierung Anfang der Woche einem Privatmann die Inseln abkaufte. Nach japanischer Lesart waren vier dieser fünf Inseln bislang in Privatbesitz, die fünfte gehört der Hauptstadt Tokio. Die Inseln, die Japan bereits seit 1884 für sich reklamiert, haben Pekings Interesse erst geweckt, seitdem Öl- und Gasvorkommen auf dem Meeresgrund der umliegenden Gewässer vermutet werden. Ob dem tatsächlich so ist, hat noch keiner nachgewiesen. Momentan halten sich dort vor allem taiwanesische Fischer auf.

Die Regierung in Peking empfindet den Inselkauf als Provokation. Er sei „illegal und ungültig“, wetterte das chinesische Außenministerium. Am Freitag schickte Chinas Militär sechs Schiffe in die Gewässer. Die Regierung in Tokio forderte China auf, „japanisches Hoheitsgewässer“ unverzüglich wieder zu verlassen. Am Abend verließen die Patrouillenboote die Inseln wieder.

 

Stress und Erschöpfung

Dabei wollte Japans Führung mit dem Inselkauf nur dem Tokioter Gouverneur Shintaro Ishihara zuvorkommen, der als Nationalist seinerseits Stimmung gegen China macht. Am Donnerstag entsandte nun auch die taiwanesische Regierung zwei Kriegsschiffe. Sie behauptet ihrerseits, ihre Fischer schützen zu müssen. Das verkompliziert den Streit zusätzlich. Denn China betrachtet wiederum Taiwan als abtrünnig.

Es sei nicht mehr auszuschließen, dass auch Waffen zum Einsatz kommen, warnte Xu Guangyu, ehemaliger General der chinesischen Volksarmee in der in Hongkong erscheinenden „South China Morning Post“. Und Chinas Vizehandelsminister Jiang Zengwei schloss auch Sanktionen nicht aus: „Es wird schwierig werden, negative Folgen für die chinesisch-japanischen Wirtschaftsbeziehungen auszuschließen.“

Wie angespannt das Verhältnis zwischen China und Japan ist, zeigt sich auch am Gesundheitszustand des neuen japanischen Botschafters für Peking. Erst am Dienstag wurde Shinichi Nishimiya ernannt. Am Mittwochabend musste er bereits ins Krankenhaus eingeliefert werden. Passanten fanden ihn bewusstlos in der Nähe seiner Tokioter Wohnung. Die Diagnose: Stress und Erschöpfung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)

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4 Kommentare

Chinas Haltung entspringt keinem Imperialismus

Die aufstrebende Großmacht China befindet sich im Fadenkreuz der militärischen Großmacht USA, welche zugleich wirtschaftlich darnieder liegt.
Keine guten Voraussetzungen für Frieden und Ausgleich. Die USA verfolgen in dieser Region eine aggressive Einkreisungspolitik gegenüber China. Dies zeigen nicht nur die vielen vorhandenen Militärstützpunkte um China sondern wird zusätzlich noch fulminant durch eine Unzahl diplomatischer Bemühungen seitens der USA untermauert. Die verzögerte und nicht wirklich geplante Abzugspolitik aus Afghanistan, "Regierungslenkungen" in Kirgisien, Aserbeitschan, Indonesien, Vietnam, Süd-Korea, Taiwan Thailand und Japan sprechen eine glasklare Sprache.

Wenn China seinen wirtschaftlichen Aufstieg weiter vorantreiben will (und zur Absicherung sozialer Erfordernisse auch muss), ist es darauf angewiesen, diesen Bedrohungen auch militärisch entgegentreten zu können!

Daher ist es verständlich, das dieses Land keine wie immer geartete Stationierung fremder Mächte unmittelbar vor seiner Küste gestatten darf!

Gast: Johan C.
15.09.2012 09:43
3 1

Wie deppert kann man sein,

um um einen Haufen Felsen Krieg zu führen?

Nationalismus ist Gift, wie es schon immer war...

Es heißt nicht umsonst bei den Hindus:
Loslassen ist der Weg zum höchsten Karma.

Gast: Ichnixverstehen
14.09.2012 21:57
4 2

...

"Chinas schürt Hass auf Japan" Bitte was?

Antworten Gast: gast123456
15.09.2012 21:29
0 0

Re: ...

Das heißt "Chinas Regierung..." in der Printausgabe ;)