Paris/R.b. François Hollande hat in Paris zu Beginn einer zweitägigen Umweltkonferenz seine „grünen“ Zielsetzungen bekräftigt. Noch vor dem Ende seiner Präsidentschaft, und zwar in der zweiten Hälfte des Jahres 2016, will er das älteste noch betriebene AKW von Fessenheim im Elsass definitiv stilllegen. Das war eines seiner Wahlversprechen, das er nun halten möchte. Die Staatsführung will kein Geld mehr in die sonst unabdingbaren, aber als zu aufwendig erachteten zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen investieren. Bei der Stilllegung werde speziell darauf geachtet, dass die Sicherheit und auch die Energieversorgung der Region garantiert bleibe, versprach Hollande.
AKW-Personal wird umgeschult
Während bei vielen Nachbarn im Dreiländereck diese offizielle Ankündigung der Schließung auf Beifall stoßen dürfte, herrscht bei den Beschäftigten von Electricité de France im Elsass vor allem Sorge um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Hollande hat ihnen am Freitag erneut versichert, es gingen keine Stellen verloren, da die Anlage eine neue industrielle Bestimmung erhalte. Zumindest ein Teil des jetzigen AKW-Personals dürfte für Entsorgungsarbeiten umgeschult werden. Das könnte eine zukunftsträchtige Spezialisierung werden.
Stellung nahm Hollande auch in der Debatte um die Produktion von Schiefergas. Da momentan niemand garantieren könne, dass die Förderung durch hydraulische Zertrümmerung unter Tage gefahrlos für die Umwelt und das Grundwasser sei, würden in Frankreich bis auf Weiteres keine Bohrgenehmigungen erteilt. Er habe das Umweltministerium angewiesen, sieben vorliegende Anträge für Versuchsbohrungen abzulehnen, präzisierte Hollande, der mit seiner Begründung allerdings eine Kursänderung zu einem späteren Datum offengelassen hat.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)
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