Syrien testet Trägersysteme für Giftgasgranaten

16.09.2012 | 11:50 |   (DiePresse.com)

Die Armee des syrischen Diktators Baschar al-Assad soll nahe der Metropole Aleppo Waffen getestet haben. Iranische Offiziere sollen eigens dafür per Hubschrauber eingeflogen worden sein.

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Die syrische Armee soll vor wenigen Wochen Trägersysteme für Giftgasgranaten getestet haben. Die Tests hätten in der Nähe des Forschungszentrums für Chemiewaffen bei Safira östlich der Stadt Aleppo stattgefunden, berichtete der "Spiegel" am Sonntag unter Berufung auf Zeugen. Insgesamt fünf oder sechs der Granaten, die für chemische Kampfstoffe vorgesehen seien, wurden demnach Ende August "unbefüllt" abgeschossen.

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Die syrische Führung unter Staatschef Bashar al-Assad hatte Ende Juli erklärt, Chemiewaffen im Fall eines Angriffs aus dem Ausland einsetzen zu wollen, nicht aber gegen die eigene Bevölkerung. US-Präsident Barack Obama drohte daraufhin im August erstmals direkt mit einem militärischen Eingreifen in den Konflikt. Bereits mit der Vorbereitung eines Einsatzes von chemischen oder biologischen Waffen würde die "rote Linie" überschritten, sagte er.

Iranische Offiziere bei Tests anwesend 

Laut dem "Spiegel" sollen zu den Tests iranische Offiziere per Hubschrauber eingeflogen worden sein. Die Anlage bei Safira gilt als größtes Versuchszentrum für Chemiewaffen in Syrien und wird offiziell als Forschungseinrichtung geführt. Iranische und nordkoreanische Experten sollten in dem abgeriegelten Komplex tätig sein, in dem westlichen Geheimdiensten zufolge die Gifte Sarin, Tabun und Senfgas hergestellt und an Tieren erprobt würden.

Ein zu den Rebellen übergelaufener Armeeoffizier aus einem nahe gelegenen Dorf sagte dem "Spiegel", die Aufständischen hätten nicht die Absicht, das Versuchszentrum zu erobern. "Wir hoffen, dass amerikanische Truppen die Anlage sichern", ergänzte der Vertreter der Freien Syrischen Armee. "Wir wollen weder, dass das Regime die Waffen einsetzen kann, noch, dass sie nach dem Sturz in die Hände von Radikalen fallen", fügte er hinzu.

Gefechte halten an

Die syrische Armee nahm unterdessen am Sonntag wieder Stellungen der Aufständischen in mehreren Landesteilen unter Beschuss. In den Provinzen Damaskus, Deraa, Aleppo, Hama und Homs habe das Militär Luftangriffe geflogen, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Nach Angaben der oppositionsnahen Organisation wurden in dem Konflikt bisher mehr als 26.000 Menschen getötet.

(APA/AFP/dpa)

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15 Kommentare

der Spiegel

hat seine Disinformationsagenten aber auch überall auf dem Globus...

soll Waffen getestet haben

soll - könnte - vielleicht, oder auch nicht

Märchenerzähler

Antworten Gast: Nachleser
16.09.2012 22:44
3 0

Re: soll Waffen getestet haben

und in August soll das auch schon gewesen sein.
"Yesterdays papers with yesterdays news"

Gast: werbistdu
16.09.2012 17:19
0 13

Da Assad früher oder später

Chemiewaffen einsetzt, wenn er in Bedrängnis gerät, ist doch wohl klar.
Dieser Mann hat schon so viel Blut an seinen Händen, da spielen jetzt ein paar tausen Tote mehr auch keine Rolle mehr.

Gast: Feuervögelchen
16.09.2012 15:58
14 0

Aha, jetzt wird es ernst, Trägersysteme .....Giftgasgranaten....getestet. Und Onkel Powell bereitet gerade die dazugehörige Powerpointpräsentation für die "Weltgemeinschaft" in der UNO vor.

Gott sei Dank - es gibt noch Russland und China, die haben aus den "Flugverbotszonen" in Nordafrika gelernt - und das ist gut so.

Nur nebenbei:
Syrien und Iran haben Verträge über gegenseitige Unterstützung für genau solche Fälle.


Gast: Rational
16.09.2012 15:08
6 0

Übung für den Ernstfall,

falls das US-Regime, vermutlich mit den Briten und Deutschen angreift.

Wer will da unvorbereitet sein?

http://derstandard.at/plink/1347492637919?sap=2&_pid=28000057#pid28000057

Antworten Gast: Nachleser
16.09.2012 18:31
6 1

Re: Übung für den Ernstfall,

Die Deutschen dürfen niemals wieder irgendwo einmarschieren.

Also mit dem Hubschrauber von Iran nach Syrien halte ich schon alleine für unmöglich.

Da müssten sie über den irak geflogen sein, dessen Luftraum von den Amerikanern penibelst kontrolliert wird.

15 0

Giftgasgranaten also...

So wie damals im Irak, dessen Giftgasarsenal man aber jetzt sicher bald und ganz ohne Zweifel finden wird.....

Wird es dazu auch eine so eindrucksvolle Präsentation vor der UNO geben wie damals?

Antworten Gast: Frontschwein (pic)
16.09.2012 18:29
10 0

Re: Giftgasgranaten also...

Seit damals nennt man sowas Powelpoint Presentation!

Powelpoint!!!

... der ist gut, den muss ich mir merken!

Glaubt DAS noch irgendwer????

Diese Meldung ist in etwa so geschrieben, als ob man einem Mittelschüler 5 Vorgaben macht, die im Text vorzukommen haben und den Text dann auch noch kürzt!!!

1) Böser Assad lässt "Trägersysteme" für Giftgas testen!
- super, für diesen Test verschießt man 5-6 "unbefüllte" Granaten. Was testet man dann? Ob die Granate das Rohr verlässt??? - Und dann noch 5-6 "Versuche". Man muss ja kein Mathematiker sein, um festzustellen, dass dies wohl keine Aussagekraft bringen wird...

2) Offiziere vom Iran!
- eh klar, der fliegt über den Irak (was ich mal als ein gewisses Risiko einschätze) und schaut dann zu wenn 5-6 "unbefüllte" Granaten in die Wüste gefeuert werden!

3) Giftgasforschungszentrum der Achse des Bösen (Syrien, Iran, Nordkorea!)
- fehlt eigentlich nur noch, dass einer von Gadaffis Söhnen dort Vorlesungen über Folter gibt - um das Bild abzurunden könnte man ja auch noch einen alten Kriegsverbrecher dort finden...

4) "Bereits mit der Vorbereitung eines Einsatzes von chemischen oder biologischen Waffen würde die "rote Linie" überschritten..."
- na super, dann hätten wir ja schon einen Kriegsgrund, diesmal einen besseren!

5) Die "Freie Syrische Armee" will das C-Waffenversuchszentrum nicht einnehmen, damit die Waffen nicht in die Hände von Radikalen fallen!
- Super, genau DAS will der Westen hören! Ich auch, ich bin jetzt beruhigt!

Schade, dass der europäische Journalismus teilweise so unreflektiert Meldungen übernimmt!

EinGangLion

Antworten Gast: Humili
16.09.2012 14:55
0 11

Re: Glaubt DAS noch irgendwer????

Immer wieder schön wenn sich selbsternannte Militärexperten zu Wort melden.
Jetzt kommt die große Überraschung: Ja, es ist durchaus üblich Waffen zu testen, besonders wenn man wie im Falle von Chemiewaffen keine Lust auf einen Rohrkrepierer hat.

Re: Re: Glaubt DAS noch irgendwer????

ich bin kein selbsternannter Militärexperte - sie haben mich gerade zu einem ernannt (damit liegen sie aber eh recht gut)...

ja, Rohrkrepierer sind immer etwas Ungutes - sowas will man vermeiden - da gebe ich Ihnen recht.

Ich gehe davon aus, sie kennen sich mit militärischem material besser aus als ich, aber bitte beantworten sie mir noch folgende Frage (damit ich in Zukunft eventuell materialsparender arbeiten kann):

Wenn sie 6 Granaten verschießen und alles geht gut (also keine Rohrkrepierer) - dafür wurde ja anscheinend auch der iranische General eingeflogen - schreiben sie dann in Ihren Endbereicht, alle restlichen 144 994 Geschosse sind sicher?

anderes Bsp.: Wenn (ich weiche vom Thema ab) sie, bevor sie ins Casino gehen, überprüfen wollen, ob es beim Würfeln eine Zahl gibt, die häufiger/ oder nie gewürfelt wird - würfeln sie dann auch nur 6 mal (5,3,6,5,1,1) und sagen dann, die 2 und die 4 werden nie gewürfelt?

EinGangLion

Antworten Gast: ZARA
16.09.2012 14:08
14 0

Re: Glaubt DAS noch irgendwer????

Himmel, jetzt kommens doch nicht mit Logik daher. Sie verunsichern uns ja noch die ganzen Kriegstreiber.

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