21.05.2013 13:18 Merkliste 0

Insel-Streit: Konzerne halten Produktion in China an

17.09.2012 | 14:40 |   (DiePresse.com)

Der Insel-Streit spitzt sich zu: Die USA stehen Japan im Falle eines Angriffs bei und bauen ihre Raketenabwehr aus - offiziell wegen Nordkorea. Wegen anti-japanischer Proteste stoppen Panasonic und Canon die Produktion.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Konflikt zwischen Japan und China um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer spitzt sich dramatisch zu, am Montag überschlugen sich die Ereignisse: Nach gewaltsamen anti-japanischen Protesten in China kündigten zunächst die zwei japanischen Konzerne Canon und Panasonic an, ihre Produktion im Reich der Mitte teilweise und vorübergehend einzustellen. Die USA sprangen Tokio mit der Ankündigung zur Seite, die Raketenabwehr in Japan auszubauen - offiziell wegen Nordkorea. Gleichzeitig versicherte Tokio, dass Washington im Falle eines chinesischen Angriffs auf das umstrittene Atoll an Japans Seite eingreifen würde. Dann setzte es die nächste Provokation: Eine Flotte chinesischer Fischerbotte soll sich auf dem Weg zu den umstrittenen Inseln befinden. Zudem drohte China den Japanern über das "Volksblatt" mit Sanktionen.

Japanische Autos in Flammen

Aber der Reihe nach: Seit Jahrzehnten schwelt ein Konflikt zwischen China und Japan um fünf unbewohnte Inseln, in deren Umfeld reichlich Ölvorkommen vermutet werden. China nennt das Atoll Diaoyu, Japan Senkaku. In der Vorwoche drohte das Pulverfass hochzugehen. Japan erklärte in der Vorwoche, drei der Inseln von einem japanischen Geschäftsmann gekauft zu haben. In China entluden sich daraufhin anti-japanische Ressentiments, japanische Autos brannten. Es kam zu Angriffen auf japanische Restaurants und andere Unternehmen. Angeblich gingen auch Autohäuser von Toyota in Flammen auf.

Die Elektronikhersteller Canon und Panasonic reagierten: Beide stellten den Betrieb in mehreren chinesischen Fabriken notgedrungen bis Dienstag ein. Dabei erwirtschaftet Canon in China höhere Umsätze als auf dem japanischen Heimmarkt. Und der japanische Konzern Sony riet seinen Mitarbeitern, vorläufig nicht unbedingt notwendige Reisen nach China zu unterlassen. Auch mehrere japanische Geschäfte hatten am Montag in China geschlossen.

Ausschreitungen in China: ''Raus mit den japanischen Teufeln!''

Alle 7 Bilder der Galerie »

Die USA mischen in dem Konflikt ebenfalls mit - auch aus geopolitischem Interesse, um einen Machtausbau Chinas in der Region zu verhindern. Die USA kündigten an, ihre Raketenabwehr in Japan zu verstärken. Ein zweiter Radarschirm soll errichtet werden - "um besser auf eine Bedrohung durch ballistische Raketen aus Nordkorea reagieren zu können", kündigte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Montag bei einem Besuch in Tokio an. Japan sieht sich auch sonst durch die USA geschützt, wie der japanische Außenminister Koichiro Gemba am Montag betonte. Er berief sich auf einen bilateralen Sicherheitsvertrag, der auch die umstrittenen Inseln abdecke. Die USA müssten also im Falle eines chinesischen Angriffs auf die Inselgruppe dem japanischen Verbündeten beistehen.

Ausgerechnet in dieser aufgeheizten Stimmung zeichnete sich die nächste Provokation ab: Die deutsche Nachrichtenagentur dpa meldete, dass sich eine Flotte chinesischer Fischerboote auf dem Weg zu der Inselgruppe befinde. "Mit dem Beginn der Fangsaison ist eine große Anzahl an Booten ausgelaufen", teilte das chinesische Landwirtschaftsministerium mit. Trotz des Insel-Konflikts könnten die Fischer selbst ihre Fanggründe wählen. Das Ministerium versicherte, die Fischer jedenfalls zu beschützten. Rund 1000 von 10.000 ausgelaufenen Fischerbooten sollen die umstrittene Inselgruppe ansteuern.

China droht mit Sanktionen

Auch ein Kommentar in der "Volkszeitung" heizte den Konflikt an: Das kommunistische Parteiorgan drohte Japan mit Sanktionen. Wichtige Wirtschaftsbereiche wie Produktion, Finanzen, Exporte nach China sowie Importe "strategisch wichtiger Materialen" könnten Ziel solcher Strafmaßnahmen werden.

Ein Handelskrieg werde zwar beide Länder treffen, aber China sei entschlossen, die Konsequenzen zu tragen, die für Japan viel "katastrophaler" wären. "Würde Japan lieber noch einmal zehn Jahre verlieren - oder wäre es sogar bereit, um 20 Jahre zurückzufallen?", fragte der Kommentator. Zwar lehne Peking Wirtschaftssanktionen zur Lösung internationaler Konflikte prinzipiell ab, sollte Japan jedoch seine "Provokationen" vorantreiben, werde diese Maßnahme für China "unvermeidlich", hieß es.

Der Insel-Konflikt
Die unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer wird von beiden Ländern beansprucht. China hat vergangene Woche sechs Boote zum Archipel geschickt, um seinen Anspruch auf die strategisch bedeutenden Inseln zu bekräftigen. Zuvor hatte Japan angekündigt, drei der fünf Inseln von einem japanischen Geschäftsmann kaufen zu wollen. Rund um die Inseln werden bedeutende Öl- und Gasvorkommen vermutet.

(APA/Reuters/Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

81 Kommentare
 
12 3

Salomonische Lösung


Österreich verwaltet die Inseln im Auftrag der UNO und darf dafür die etwaigen Bodenschätze ausbeuten. Die Kosten der Förderung übernehmen Japan und China zu gleichen Teilen.

Die österreichische Präsenz wird außer durch einige Fahnen durch die permanente Anwesenheit von in erster Instanz abgewiesenen Asylwerbern aufrechterhalten, die alle 6 Monate im Rotationsverfahren wechseln.


Antworten Gast: Gruftmaus
18.09.2012 11:49
0 0

Re: Salomonische Lösung

Nicht "wechseln" sondern: " nach diesen 6 Monaten automatisch die chines. Staaatsangehörigkeit erwerben und in ihre neue Heimat auszureisen haben, woraufhin das Kontingent wieder aufgestockt wird."

Ich empfehle Chargen so um die 50.000 per Zyklus.

Gast: abcdefghijklmnopqrstuvwxyz
18.09.2012 00:05
0 0

Wem wundert es

Funktioniert im Iran, in den USA, in Saudi, in Ägypten, in Russland und auch in Österreich: Man nehme Feindbilder, Vorurteile und Stereotypen, Patrioten, Konservative, Leistungsträger und sensationsgierige Medien und alle sind so beschäftigt dass keiner mehr an die wirklichen Misstände im eigenen Land denkt wie z.b. Korruption, Miss- und Vetternwirtschaft...

Gast: show
17.09.2012 23:19
1 0

wenn ein Hegemon den anderen ablöst, kommt es immer zu Konflikten

Der Weltpolizist USA wird wirtschaftlich immer schwächer und das erstarkte China will deren Führungsrolle auch nicht angreifen.

Sie wollen nur ihre Rohstoffwege sichern. Da stehen die Amerikaner in Asien den Chinesen richtig im Weg herum. Sie kontrollieren den Arabischen Golf und die Straße von Malakka.

Reizen die Chinesen die USA mit ihrem Verbündeten Iran, so reizt halt jetzt die USA China mit ihrem Verbündeten Japan. Das übliche Machtgeplänkel.

Natürlich ist China auf Japan wegen der Greueltaten noch böse, aber bei der Fukushima Katastrophe waren die Chinesen die größten Helfer, vor USA. Niemand sonst ist ins verstrahlte Gebiet gegangen. Es heißt ja, in der Not kennt man seine Freunde.

Diese Demo ist Show und gegen USA gerichtet. Japan braucht den chinesischen Markt und China Japans Technologie. Diese win win Situation werden beide nicht aufgeben.



China ist die größte Bedrohung für den Frieden


2 0

Na Charlie Land scheint es aber ziemlich schlecht zu gehen ...

... Oder wann zetteln sonst Diktaturen außenpolitische Konflikte an - die letzten waren Ahmadinedschad Saddam und Galtieri - letztere beide tot, ersterer knapp davor ...
Schlussfolgerung: China hard landing steht bevor - so oder so

Re: Na Charlie Land scheint es aber ziemlich schlecht zu gehen ...

...oder umgekehrt: Die ausbrechende Panik in der chinesischen Regierung deutet auf das bevorstehende hard landing hin!

Gast: keterum kenseo
17.09.2012 20:29
4 0

Könnte einen Vorteil

für Canon ergeben, wenn sie ihre Produktion nach Japan zurückverlegen: Arbeitsplätze werden geschaffen und die Marke wird den China-Ramsch-Ruch zugunsten des wiedergekehrten Qualitätslabels "Made in Japan" wieder los.

Gast: josef sohn
17.09.2012 20:20
5 0

Containment

Wir tun im Westen so , also ob China eine legitime Regierung hätte. Aber wie die Menschen in Tunesien , Libyen und Ägypten und Syrien, wird eines Tages die Bevölkerung aufstehen und den bestehenden Machtapparat umwälzen. Wir werden dann wieder ganz verwundert sein, die Aufständischen unterstützen, oder auch nicht. Der Iran benutzt Israel als Feindbild, China benutzt Japan. Aber China greift ja auch die Philippinen an, die Vietnamesen und die Taiwanesen.
Sind nur noch Exporte wichtig? Ich bin für Containment! Zu gefährlich.

1 2

Und was wird mit den US-Staatsanleihen???

Wenn---sich die Lage zuspitzt,und die bösen Chinesen ihre Billionen an US-Staataanleihen auf den Markt werfen,was passiert dann???
Oder wird ein Krieg inszeniert,um die Rückzahlung zu prellen????Wer kauft dann noch US-Staatsanleihen???

Antworten Gast: Halbwissen
17.09.2012 22:01
2 0

Re: Und was wird mit den US-Staatsanleihen???

Die Fed wird sie zu Billigstkursen einsammeln und die USA sind ihre Schulden los !

Die Währung des Exportweltmeisters China geht durch die Decke.

1 0

Re: Und was wird mit den US-Staatsanleihen???

wenn die Charlies die US Anleihen verkaufen, dann ist China hard landing garantiert - und das i
wäre gut so

Re: Und was wird mit den US-Staatsanleihen???

Keine Sorge, das Szenario ist schon durchgespielt!

Übrigens: Und was meinen sie mit auf den Markt werfen? Das kann doch nur "verkaufen" heißen, oder? Doch selbst wenn sich Käufer nur nach extremen Preisabschlägen finden lassen, wem schadet der niedrige Verkaufspreis am meisten? Wohl doch dem Verkäufer, oder?

Gast: werbistdu
17.09.2012 20:10
5 0

Achtung an Alle

Kauft " Made in Japan"
Diese Hallstattfälscher sollen sich ihren Dreck behalten

2 4

Weíl die USA zu den Japanern halten, wabern die Chinesen halt jetzt als die Bösen durch die Medien


Manchmal fragst dich wirklich ...

Ich empfehle dazu eine Kurzinfo über die Japanisch-Chinesischen Konflikte der letzten 100 Jahre. Dann relativiert sich wieder alles.

Macht und Strategiespielchen wohin man schaut. Ekelhaft.

2 0

Re: Weíl die USA zu den Japanern halten, wabern die Chinesen halt jetzt als die Bösen durch die Medien

Gute Frau, sie haben keine Ahnung

Re: Weíl die USA zu den Japanern halten, wabern die Chinesen halt jetzt als die Bösen durch die Medien

Wohl noch nie in China gewesen? Ich kann sie beruhigen, ich lebte 4 Jahre dort - widerlich. Und ich war rund 20 mal in Japan!

Halten sie wirklich zu einem der verbrecherischsten Regime der Welt und setzen dieses auf ein Niveau mit einem hochentwickelten und geachteten Industrielandes?

Wenn ja, dann kaufe ich ihnen das Ticket in eine mittelmäßige chinesische Großstadt. Rückflug in frühestens 3 Jahren!

Gast: Wasserlaeufer
17.09.2012 18:13
2 4

Entfernungen spielen ja heutzutage

ueberhaupt keine Rolle mehr.

Was spielt es denn fuer eine Rolle wie weit die
Inseln von Japan entfernt sind?

Wie weit entfernt liegen eigentlich China Restaurants von China?

Wenn es nach der Entfernung gehen wuerde,
dann gaebe es auch keine China-Restaurants.

Das Ganze ist ja nur ein Ablenkungsmanoever
um von inneren Schwierigkeiten in China abzulenken.
Wenn es im Inneren wurlt dann wird
immer auf den aeusseren Feind verwiesen.

So ist das nun einmal.

Gast: Besorgt11
17.09.2012 17:32
4 0

Hier haben wir das typische Beispiel

wie Kriege vom Zaun gebrochen werden - wegen Gebietsansprüchen und Rohstoffen. Nichts hat sich seit hunderten, tausenden Jahren geändert. Und wo sind die Pazifisten und Kriegsgegner, die sonst bei der ersten Drohung, beim ersten Schuss in die angeblich falsche Richtung mit Kerzen durch die Strassen ziehen ? Haben diese keine Meinung mehr oder werden auch sie nur von Vorurteilen geprägt. Nicht gleiches Mass für alle ?

Gast: Alien (Dauerzensuriert)
17.09.2012 15:43
10 4

Chinesische Aggression

Es wird Zeit, keine Produkte "Made in China" mehr zu kaufen. Sonst beanspruchen die Chinesen bald die Donauinsel...

Antworten Gast: Beivollmondvoll
17.09.2012 17:10
9 3

Re: Chinesische Aggression

Viel besser wäre es, wenn sich europäische Firmen wieder aus China zurückziehen würden.

Zurück in die Heimat und wieder Qualität produzieren statt Quantität.

Ist doch Großteils alles Mist, was aus China kommt.

Gast: rusnik
17.09.2012 15:38
3 1

UN Vereinte Nationen?

Der Konflikt kann nur international gelöst werden. Hier - und auch bei einigen anderen vergleichbaren streitfällen - gibt der hausverstand eine einfache lösung vor:
alles, was weit ab ist von landesgrenzen - distanz wäre festzulegen - gehört allen auf dieser welt und wird von der UN verwaltet.

andere nachhaltige lösungen gibt es nicht. je nachdem, wie weit man in der geschichte zurückgeht, finden sich immer neue berechtigte "besitzer". welche periode soll absolut gesetzt werden, oder welche art der aneignung? eben!

und da diese weitab gelegenen gebiete sowiewo nichts mehr mit dem mutterland zu tun haben, sollten sie als besitz der gesamten menschheit auf diesem planeten eingestuft werden. was immer man daraus macht, ausbeuten oder nur freihalten von aller ausbeuterei - es würde niemand das gesicht verlieren - und uns einen krieg (militärisch oder handelsmäßig - jeweils mit allen folgen) ersparen.

Feindbild Japanische Produkte

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit ständig versucht wird japanische Marken/Produkte zu demontieren.

Zu erst war es die angebliche Verstrahlung (völliger Schwachsinn) nach der Tsunami-Katastrophe und jetzt ist es ferngesteuerter, wirtschaftspolitisch motivierter Mob in China der diese Aufgabe übernommen hat.

Ein so schwer geprüftes Land sollte nach so einer Katastrophe mit dem Kauf seiner Produkte unterstützt werden anstatt von "Wadlbeißern" ständig berdrängt zu werden. So zumindest waren die Versprechen nach der Tsunami-Katastrophe.

Steckt da etwa wirtschaftspolitisches System dahinter (China, Korea) die in Asien vormals führende Wirtschaft und deren Unternehmen zu demontieren,....und das bei gutem Wind - so dürfte die Überlegung der Nachbarländer aussehen,...

Freundbild (!) Japanische Produkte

Ich bin ganz ihrer Meinung. Ich werde in 2 Wochen wieder nach Japan reisen - und liebe dieses Land! Ich habe in Japan meine Frau und eine wunderbare zweite Heimat gefunden. Japan ist ein feinfuehliges, gepflegtes, sauberes und extrem diszipliniertes Land und hat obedrauf eine wunderschöne Natur!

Ich habe aber auch Jahre in China verbracht und muss sagen es ist das totale Gegenteil: Egoistisch, schmutzig, undiszipliniert. Die Natur ist dort zerstört wie nirgendwo sonst auf der Welt. Japan wird schon immer mit allen möglichen Tricks zur Kassa gebeten. Japan stimmte (meiner Meinung nach) viel zu oft zu sich bei China zu entschuldigen und Reparationszahlungen zu leisten. Japan hat Jahrzehnte lang versucht sich den Frieden zu erkaufen - doch wie es scheint vergeblich. Der Neid und der chinesische Minderwertigkeitskomplex gegenueber dem kleinen Japan ist einfach zu gross! Japan kann nicht ueberleben wenn es von seinen Nachbarn nur ausgesaugt werden soll.

Antworten Gast: Made in JAPAN
17.09.2012 16:56
5 0

Re: Feindbild Japanische Produkte

Das mache ich bewusst schon seit zig Jahren so. Vor ein paar Tagen neuen EPSON Drucker gekauft, den 8 Jahre alten (noch voll funktionsfähig) verschenkt.
Diverse 25-30 Jahre alte japanische Hi-FI Geräte im Haus. Unkaputtbar. Nächstes Jahr wieder einen neuen HONDA, der jetzige ist erst zwanzig Jahre und will nicht kaputt weden. Also mehr kann ich die Wirtschaft nicht mehr ankurbeln.

endlich

endlich wieder eine tolle möglichkeit die alten raketen, munition zu verwerten. da freute sich die amerikanische rüstungsbranche.

 
12 3