China droht Japanern nun mit Wirtschaftssanktionen

17.09.2012 | 17:24 |  Von unserem Korrespondenten Felix Lee (Die Presse)

Nach den antijapanischen Ausschreitungen vom Wochenende versucht die chinesische Führung, die Proteste zu beschwichtigen. Die KP-Spitze befürchtet, die nationalistischen Proteste könnten sich gegen sie wenden.

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Peking. Plötzlich ist es vor der japanischen Botschaft in Peking ruhig. Fast eine Woche lang haben die chinesischen Sicherheitskräfte immer wieder aufgebrachte Nationalisten vor das Gebäude vorgelassen und sie antijapanische Hass-parolen brüllen lassen. Selbst als Demonstranten Eier und Steine warfen, griffen sie nicht ein.

Am Montag haben Polizisten das Gelände aber weiträumig abgeschirmt. Nur in kleinen Gruppen dürfen die Demonstranten noch vorbeilaufen. Am Nachmittag kam dann auch der offizielle Appell der Zentralregierung: Die Demonstranten sollten sich doch in einer „gesitteten, vernünftigen und rechtmäßigen“ Weise verhalten. Das Signal ist klar: Proteste gegen Japan ja, aber sie sollen nicht aus dem Ruder laufen. Zu groß die Befürchtung, in dem autoritär geführten Staat könnten sie sich auch schnell gegen die eigene Führung richten.

Trotzdem könnte die antijapanische am Dienstag einen neuen Höhepunkt erreichen. Zum 81. Mal jährt sich der Mukden-Zwischenfall, den Japans Militär damals als Vorwand genutzt hat, um Chinas Kernland anzugreifen. Zudem sind am Montag hunderte Fischer in Richtung der Inseln aufgebrochen.

China und Japan streiten seit mehreren Wochen heftig um eine kleine Inselgruppe im ostchinesischen Meer. Beide Länder reklamieren die unbewohnten Inseln, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu heißen, für sich. Neben den reichhaltigen Fischbeständen vermuten beide Länder im umliegenden Gewässer Öl und Gas.

Vor allem am Wochenende hatte sich Japan-Hass entladen. Neben Demonstrationen vor der japanischen Botschaft in Peking verübten in der Stadt Qingdao Unbekannte einen Brandanschlag auf ein Werk des japanischen Elektronikunternehmens Panasonic und in Chengdu auf eine Fabrik von Toyota. Neben Panasonic kündigte auch Canon an, seine Werke in China vorläufig zu schließen.

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USA in der Zwickmühle

Die Volkszeitung, das Parteiorgan der kommunistischen Führung, drohte offen mit Wirtschaftssanktionen. Diese könnten dem hoch industrialisierten Inselstaat tatsächlich großen Schaden zufügen. Weite Teile der Produktion japanischer Unternehmen sind nach China ausgelagert. Zudem ist vor allem die Elektronik- und Autoindustrie vom Import seltener Rohstoffe aus dem Reich der Mitte angewiesen.

Und auch die USA zeigen sich alarmiert. US-Verteidigungsminister Leon Panetta bat bei einer Visite in Tokio beide Seiten um Zurückhaltung. Es sei im Interesse aller, dass die größten Volkswirtschaften Asiens gute Beziehungen pflegen.

Die Amerikaner sind in einem Dilemma: Sie haben sich vertraglich verpflichtet, Japan militärisch bei einem Angriff beizustehen. Zugleich möchten sie nicht in Krieg mit der Volksrepublik treten. China ist der größte Kreditgeber der USA.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2012)

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81 Kommentare
 
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Salomonische Lösung


Österreich verwaltet die Inseln im Auftrag der UNO und darf dafür die etwaigen Bodenschätze ausbeuten. Die Kosten der Förderung übernehmen Japan und China zu gleichen Teilen.

Die österreichische Präsenz wird außer durch einige Fahnen durch die permanente Anwesenheit von in erster Instanz abgewiesenen Asylwerbern aufrechterhalten, die alle 6 Monate im Rotationsverfahren wechseln.


Antworten Gast: Gruftmaus
18.09.2012 11:49
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Re: Salomonische Lösung

Nicht "wechseln" sondern: " nach diesen 6 Monaten automatisch die chines. Staaatsangehörigkeit erwerben und in ihre neue Heimat auszureisen haben, woraufhin das Kontingent wieder aufgestockt wird."

Ich empfehle Chargen so um die 50.000 per Zyklus.

Gast: abcdefghijklmnopqrstuvwxyz
18.09.2012 00:05
0 0

Wem wundert es

Funktioniert im Iran, in den USA, in Saudi, in Ägypten, in Russland und auch in Österreich: Man nehme Feindbilder, Vorurteile und Stereotypen, Patrioten, Konservative, Leistungsträger und sensationsgierige Medien und alle sind so beschäftigt dass keiner mehr an die wirklichen Misstände im eigenen Land denkt wie z.b. Korruption, Miss- und Vetternwirtschaft...

Gast: show
17.09.2012 23:19
1 0

wenn ein Hegemon den anderen ablöst, kommt es immer zu Konflikten

Der Weltpolizist USA wird wirtschaftlich immer schwächer und das erstarkte China will deren Führungsrolle auch nicht angreifen.

Sie wollen nur ihre Rohstoffwege sichern. Da stehen die Amerikaner in Asien den Chinesen richtig im Weg herum. Sie kontrollieren den Arabischen Golf und die Straße von Malakka.

Reizen die Chinesen die USA mit ihrem Verbündeten Iran, so reizt halt jetzt die USA China mit ihrem Verbündeten Japan. Das übliche Machtgeplänkel.

Natürlich ist China auf Japan wegen der Greueltaten noch böse, aber bei der Fukushima Katastrophe waren die Chinesen die größten Helfer, vor USA. Niemand sonst ist ins verstrahlte Gebiet gegangen. Es heißt ja, in der Not kennt man seine Freunde.

Diese Demo ist Show und gegen USA gerichtet. Japan braucht den chinesischen Markt und China Japans Technologie. Diese win win Situation werden beide nicht aufgeben.



China ist die größte Bedrohung für den Frieden


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Na Charlie Land scheint es aber ziemlich schlecht zu gehen ...

... Oder wann zetteln sonst Diktaturen außenpolitische Konflikte an - die letzten waren Ahmadinedschad Saddam und Galtieri - letztere beide tot, ersterer knapp davor ...
Schlussfolgerung: China hard landing steht bevor - so oder so

Re: Na Charlie Land scheint es aber ziemlich schlecht zu gehen ...

...oder umgekehrt: Die ausbrechende Panik in der chinesischen Regierung deutet auf das bevorstehende hard landing hin!

Gast: keterum kenseo
17.09.2012 20:29
4 0

Könnte einen Vorteil

für Canon ergeben, wenn sie ihre Produktion nach Japan zurückverlegen: Arbeitsplätze werden geschaffen und die Marke wird den China-Ramsch-Ruch zugunsten des wiedergekehrten Qualitätslabels "Made in Japan" wieder los.

Gast: josef sohn
17.09.2012 20:20
5 0

Containment

Wir tun im Westen so , also ob China eine legitime Regierung hätte. Aber wie die Menschen in Tunesien , Libyen und Ägypten und Syrien, wird eines Tages die Bevölkerung aufstehen und den bestehenden Machtapparat umwälzen. Wir werden dann wieder ganz verwundert sein, die Aufständischen unterstützen, oder auch nicht. Der Iran benutzt Israel als Feindbild, China benutzt Japan. Aber China greift ja auch die Philippinen an, die Vietnamesen und die Taiwanesen.
Sind nur noch Exporte wichtig? Ich bin für Containment! Zu gefährlich.

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Und was wird mit den US-Staatsanleihen???

Wenn---sich die Lage zuspitzt,und die bösen Chinesen ihre Billionen an US-Staataanleihen auf den Markt werfen,was passiert dann???
Oder wird ein Krieg inszeniert,um die Rückzahlung zu prellen????Wer kauft dann noch US-Staatsanleihen???

Antworten Gast: Halbwissen
17.09.2012 22:01
2 0

Re: Und was wird mit den US-Staatsanleihen???

Die Fed wird sie zu Billigstkursen einsammeln und die USA sind ihre Schulden los !

Die Währung des Exportweltmeisters China geht durch die Decke.

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Re: Und was wird mit den US-Staatsanleihen???

wenn die Charlies die US Anleihen verkaufen, dann ist China hard landing garantiert - und das i
wäre gut so

Re: Und was wird mit den US-Staatsanleihen???

Keine Sorge, das Szenario ist schon durchgespielt!

Übrigens: Und was meinen sie mit auf den Markt werfen? Das kann doch nur "verkaufen" heißen, oder? Doch selbst wenn sich Käufer nur nach extremen Preisabschlägen finden lassen, wem schadet der niedrige Verkaufspreis am meisten? Wohl doch dem Verkäufer, oder?

Gast: werbistdu
17.09.2012 20:10
5 0

Achtung an Alle

Kauft " Made in Japan"
Diese Hallstattfälscher sollen sich ihren Dreck behalten

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Weíl die USA zu den Japanern halten, wabern die Chinesen halt jetzt als die Bösen durch die Medien


Manchmal fragst dich wirklich ...

Ich empfehle dazu eine Kurzinfo über die Japanisch-Chinesischen Konflikte der letzten 100 Jahre. Dann relativiert sich wieder alles.

Macht und Strategiespielchen wohin man schaut. Ekelhaft.

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Re: Weíl die USA zu den Japanern halten, wabern die Chinesen halt jetzt als die Bösen durch die Medien

Gute Frau, sie haben keine Ahnung

Re: Weíl die USA zu den Japanern halten, wabern die Chinesen halt jetzt als die Bösen durch die Medien

Wohl noch nie in China gewesen? Ich kann sie beruhigen, ich lebte 4 Jahre dort - widerlich. Und ich war rund 20 mal in Japan!

Halten sie wirklich zu einem der verbrecherischsten Regime der Welt und setzen dieses auf ein Niveau mit einem hochentwickelten und geachteten Industrielandes?

Wenn ja, dann kaufe ich ihnen das Ticket in eine mittelmäßige chinesische Großstadt. Rückflug in frühestens 3 Jahren!

Gast: Wasserlaeufer
17.09.2012 18:13
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Entfernungen spielen ja heutzutage

ueberhaupt keine Rolle mehr.

Was spielt es denn fuer eine Rolle wie weit die
Inseln von Japan entfernt sind?

Wie weit entfernt liegen eigentlich China Restaurants von China?

Wenn es nach der Entfernung gehen wuerde,
dann gaebe es auch keine China-Restaurants.

Das Ganze ist ja nur ein Ablenkungsmanoever
um von inneren Schwierigkeiten in China abzulenken.
Wenn es im Inneren wurlt dann wird
immer auf den aeusseren Feind verwiesen.

So ist das nun einmal.

Gast: Besorgt11
17.09.2012 17:32
4 0

Hier haben wir das typische Beispiel

wie Kriege vom Zaun gebrochen werden - wegen Gebietsansprüchen und Rohstoffen. Nichts hat sich seit hunderten, tausenden Jahren geändert. Und wo sind die Pazifisten und Kriegsgegner, die sonst bei der ersten Drohung, beim ersten Schuss in die angeblich falsche Richtung mit Kerzen durch die Strassen ziehen ? Haben diese keine Meinung mehr oder werden auch sie nur von Vorurteilen geprägt. Nicht gleiches Mass für alle ?

Gast: Alien (Dauerzensuriert)
17.09.2012 15:43
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Chinesische Aggression

Es wird Zeit, keine Produkte "Made in China" mehr zu kaufen. Sonst beanspruchen die Chinesen bald die Donauinsel...

Antworten Gast: Beivollmondvoll
17.09.2012 17:10
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Re: Chinesische Aggression

Viel besser wäre es, wenn sich europäische Firmen wieder aus China zurückziehen würden.

Zurück in die Heimat und wieder Qualität produzieren statt Quantität.

Ist doch Großteils alles Mist, was aus China kommt.

Gast: rusnik
17.09.2012 15:38
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UN Vereinte Nationen?

Der Konflikt kann nur international gelöst werden. Hier - und auch bei einigen anderen vergleichbaren streitfällen - gibt der hausverstand eine einfache lösung vor:
alles, was weit ab ist von landesgrenzen - distanz wäre festzulegen - gehört allen auf dieser welt und wird von der UN verwaltet.

andere nachhaltige lösungen gibt es nicht. je nachdem, wie weit man in der geschichte zurückgeht, finden sich immer neue berechtigte "besitzer". welche periode soll absolut gesetzt werden, oder welche art der aneignung? eben!

und da diese weitab gelegenen gebiete sowiewo nichts mehr mit dem mutterland zu tun haben, sollten sie als besitz der gesamten menschheit auf diesem planeten eingestuft werden. was immer man daraus macht, ausbeuten oder nur freihalten von aller ausbeuterei - es würde niemand das gesicht verlieren - und uns einen krieg (militärisch oder handelsmäßig - jeweils mit allen folgen) ersparen.

Feindbild Japanische Produkte

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit ständig versucht wird japanische Marken/Produkte zu demontieren.

Zu erst war es die angebliche Verstrahlung (völliger Schwachsinn) nach der Tsunami-Katastrophe und jetzt ist es ferngesteuerter, wirtschaftspolitisch motivierter Mob in China der diese Aufgabe übernommen hat.

Ein so schwer geprüftes Land sollte nach so einer Katastrophe mit dem Kauf seiner Produkte unterstützt werden anstatt von "Wadlbeißern" ständig berdrängt zu werden. So zumindest waren die Versprechen nach der Tsunami-Katastrophe.

Steckt da etwa wirtschaftspolitisches System dahinter (China, Korea) die in Asien vormals führende Wirtschaft und deren Unternehmen zu demontieren,....und das bei gutem Wind - so dürfte die Überlegung der Nachbarländer aussehen,...

Freundbild (!) Japanische Produkte

Ich bin ganz ihrer Meinung. Ich werde in 2 Wochen wieder nach Japan reisen - und liebe dieses Land! Ich habe in Japan meine Frau und eine wunderbare zweite Heimat gefunden. Japan ist ein feinfuehliges, gepflegtes, sauberes und extrem diszipliniertes Land und hat obedrauf eine wunderschöne Natur!

Ich habe aber auch Jahre in China verbracht und muss sagen es ist das totale Gegenteil: Egoistisch, schmutzig, undiszipliniert. Die Natur ist dort zerstört wie nirgendwo sonst auf der Welt. Japan wird schon immer mit allen möglichen Tricks zur Kassa gebeten. Japan stimmte (meiner Meinung nach) viel zu oft zu sich bei China zu entschuldigen und Reparationszahlungen zu leisten. Japan hat Jahrzehnte lang versucht sich den Frieden zu erkaufen - doch wie es scheint vergeblich. Der Neid und der chinesische Minderwertigkeitskomplex gegenueber dem kleinen Japan ist einfach zu gross! Japan kann nicht ueberleben wenn es von seinen Nachbarn nur ausgesaugt werden soll.

Antworten Gast: Made in JAPAN
17.09.2012 16:56
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Re: Feindbild Japanische Produkte

Das mache ich bewusst schon seit zig Jahren so. Vor ein paar Tagen neuen EPSON Drucker gekauft, den 8 Jahre alten (noch voll funktionsfähig) verschenkt.
Diverse 25-30 Jahre alte japanische Hi-FI Geräte im Haus. Unkaputtbar. Nächstes Jahr wieder einen neuen HONDA, der jetzige ist erst zwanzig Jahre und will nicht kaputt weden. Also mehr kann ich die Wirtschaft nicht mehr ankurbeln.

endlich

endlich wieder eine tolle möglichkeit die alten raketen, munition zu verwerten. da freute sich die amerikanische rüstungsbranche.

 
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