Kabul/Kairo/Tiflis/ag./red. Die Gewaltwelle, die wegen eines Mohammed-feindlichen Amateurvideos durch die islamische Welt rollt, ebbt nicht ab. In Kabul verübte die afghanische Extremistengruppe „Hezb-e-Islami“ am Dienstag einen Selbstmordanschlag. Insgesamt elf Menschen kamen bei dem Attentat ums Leben, darunter neun Ausländer. Die Attacke sei eine Antwort auf den in den USA produzierten Film, in dem der Prophet verunglimpft wird, sagte Sprecher der Bewegung.
Die Proteste gegen den Streifen haben sich mittlerweile auch auf Südostasien ausgeweitet. Demonstriert wurde gestern unter anderem in Thailand und Indonesien, wobei sich die Demos in den beiden Ländern in kleinem Rahmen hielten – in der thailändischen Hauptstadt Bangkok etwa waren es nur rund 400 Personen, die vor der US-Botschaft „Zerstört Amerika“ skandierten.
Die Angelegenheit hat mittlerweile auch die al-Qaida auf den Plan gerufen: Die Terrorgruppe rief dazu auf, die Macher des Videos zu töten. In Ägypten wiederum leitete die Justiz Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Hintermänner des Films – sieben in den USA lebende koptische Christen – ein. Sie wirft ihnen Beleidigung des Islam und Anstachelung zum religiösen Hass vor.
Doch kein Meteorit
Zu Wort gemeldet hat sich indes auch eine Darstellerin des Films. Sie sei vom Regisseur getäuscht worden, sagte die georgische Schauspielerin Anna Gurji in einem TV-Interview. Der Film hätte eigentlich von einem katastrophalen Meteoriteneinschlag handeln sollen und sei in der Postproduktion völlig verändert worden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2012)
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