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China: „Schlagt die kleinen Japaner, die Inseln gehören uns“

18.09.2012 | 17:57 |  von unserem Korrespondenten felix lee (Die Presse)

Die antijapanischen Proteste in der Volksrepublik haben am Dienstag ihren Höhepunkt erreicht. Mit Billigung der kommunistischen Machthaber fanden in Peking die größten Demonstrationen seit Tiananmen 1989 statt.

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Peking. Ein Polizeihubschrauber kreist über der japanischen Botschaft in Peking. Ein seltener Anblick. Denn innerhalb des vierten Stadtrings in der chinesischen Hauptstadt herrscht normalerweise Flugverbot. Doch auch Demonstrationen werden in dem Einparteienstaat ja sonst nicht geduldet. In diesen Tagen aber schon.

Wie bereits seit mehr als einer Woche ziehen die Demonstranten an diesem Dienstagmorgen in Blöcken zwischen 40 und 50 Leuten vor das Botschaftsgebäude der verhassten Japaner und dürfen kurz vor dem Eingang stehen bleiben. Hunderte von Polizisten begleiten sie im Spalier. „Schlagt die kleinen Japaner, die Inseln gehören uns“, skandieren die Demonstranten. So viel Demonstrationsfreiheit hat es in Peking seit der Niederschlagung der Demokratiebewegung am Tiananmen-Platz vor mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben.

Chinas antijapanische Proteste haben am Dienstag einen neuen Höhepunkt erreicht. Mehrere zehntausend Demonstranten waren es in Peking, zu Tausenden gingen sie auch in den Städten Shanghai, Nanjing, Guangzhou, Wenzhou, Qingdao und Chongqing auf die Straße. Seit Japans Regierung drei der fünf seit 40 Jahren von ihr kontrollierten Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer (in China heißt das Atoll Diaoyu) einem Privatmann abgekauft hat, kocht die Stimmung hoch. Die Chinesen empfinden den Kauf als Provokation. Sie behaupten, die Inseln gehörten zu China.

Die 63-jährige Xu Jun nutzt diese Gelegenheit. Zusammen mit ihrer Freundin Liu läuft sie bereits zum zweiten Mal mit. „Keinen Zentimeter dürfen wir den Japanern überlassen“, sagt sie. China die Inseln zu rauben, sei, als würde jemandem in der Familie etwas gestohlen. Dann müsse man ja auch zusammenhalten. „Liebe China, liebe das Vaterland.“

Was den Protesten am Dienstag noch einmal zusätzlichen Zulauf brachte: An diesem 18. September jährte sich zum 81. Mal der sogenannte „Mukden-Zwischenfall“. Chinesische Widerstandskämpfer (bzw. japanische Provokateure) verübten an diesem Tag 1931 einen Sprengstoffanschlag, Japans Armee nutzte den Anschlag wiederum als Vorwand, um Nordchina komplett zu erobern.

China-Fahne und Mao-Bild

„Von wegen, die KP habe uns herangekarrt“, erwidert der 29-jährige Tian Fei empört auf entsprechende Frage. „Wir sind aus freien Stücken hier“, beteuert er. Mit Kollegen und Freunden habe er sich am frühen Morgen in die U-Bahn gesetzt. Am Anfang der abgesperrten Straße, die zur japanischen Botschaft führt, hat ihm ein Mann eine China-Fahne in die Hand gedrückt, seinem Freund ein Mao-Bild und ihnen beiden ein Transparent mit der Aufforderung: „Boykottiert japanische Produkte“. Plötzlich stellt sich ein Mann mit einem Megafon vor die Gruppe und gibt die zu brüllenden Parolen vor. Und warum Mao? „Der Vorsitzende war ein großer Führer“, antwortet Tian Fei. So jemanden brauche China heute.

Während des Marsches auf die japanische Botschaft ruft er auf seinem Smartphone regelmäßig die Nachrichten ab. Zahlreiche Fischerboote haben sich am Tag zuvor von der chinesischen Küste in Richtung der Inseln auf den Weg gemacht. Japanische Patrouillenschiffe stehen in Bereitschaft und erwarten sie zwar bereits. „Aber werden sie wirklich auf Hunderte von Fischern schießen?“, fragt Tian Fei. „Das sollen sich die Scheiß-Japaner erst mal trauen.“ Inzwischen sei China stark genug, ganz Japan zu erobern und nicht nur diese paar Inseln.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2012)

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46 Kommentare
 
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Re: Freu mich schon, wenn die Japaner den Schwanz einziehen werden

Wahrscheinlich haben Sie sich vorher nicht mit den Gepflogenheiten des Landes vertraut gemacht und sind daher aufgetreten wie der Elefant im Porzellanladen.
Japaner sind nämlich sehr höflich und sehr auf Etikette bedacht. Das beginnt bei Kleinigkeiten wie dem Austausch der Visitenkarte (nie aus der Gesäßtasche ziehen, mit beiden Händen festahltend überreichen/annehmen, die Karte nicht nur eines kurzen Blickes würdigen, sondern etwas länger ansehen und am besten noch fragen wie man diesen Namen ausspricht) und zieht sich über viele andere Dinge. Wenn man da als lässiger "i sch... mi nix"-Europäer auftritt hat man jedenfalls schon verloren. Wenn man sich jedoch anpasst merkt man was für freundliche Zeitgenossen die Japaner sind.

Meine Erfahrungen mit Chinesen sind hingegen vollkommen anders. Diese sind oft großkotzig (wir sind das Reich der Mitte und alle anderen eh nur Barbaren), haben schlechte Manieren (gegessen wird schmatzend, rülpsend und mit vollem Mund redend) und treten auch sonst ziemlich präpotent auf. Natürlich gibt es auch dort angenehme Ausnahmen.

Re: Freu mich schon, wenn die Japaner den Schwanz einziehen werden

Und ich habe beruflich jahrelang in China leben muessen und hatte liebend gerne mit ihnen getauscht! Ausser eine Unzahl kurzer/mittlerer Reisen und sehr guter Geschaeftskontakte ist es mir leider verwehrt geblieben so viel Glueck wie sie zu haben. Traurig, dass sie keine so positive Erfahrung mit Japan verbindet wie ich, aber ungluecklicherweise erlaubt das Namensrecht in Japan auf einfache Weise den Tausch der Vor- und Familiennamen, was viele Immigranten aus China und Korea dazu Nutzen ihre wahre Identität zu verbergen. Sind sie sicher, dass ihre gegenueber nicht Ling, Xu, Huang, Kim, etc. als Geburtsnamen hatten?

Betreffend der Entschuldigungen fuer die Zeit vor 1945 empfehle ich ihnen jede der im folgenden aufgelistete Entschuldigung zu recherchieren und sich dann ein (hoffentlich besseres) Bild zu machen:
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_war_apology_statements_issued_by_Japan

Ganbatte Japan!


Gast: Sushi nach Pekinger Art
18.09.2012 11:14
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Eine Küchenwache find ich eine gute Idee!

Die sollte bei uns auch installiert werden, denn was uns manchmal vorgesetzt wird ist doch wirklich schwer verdaulich.
Und weiters kann man nur hoffen dass sich in diesem kulinarischem Krieg die europäischen Köche zurückhalten und mit neutralen Gerichten auffahren.

Gast: Uncle Sams Neffe
18.09.2012 09:43
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Oh mein Gott.

Die zwei Mächte kommen mir vor wie diese beiden Würmer bei Worms 2.

Jeder fährt ein immer noch schrecklicheres Geschütz auf.

http://www.youtube.com/watch?v=wV5AFxEnuBo&feature=related

PS: Der Westen sollte sich da im Übrigen raus halten. Denn hier geht es um Dinge die die USA nicht verstehen wird so sehr ich diese Nation schätze da sie dafür schlichtweg zu Jung ist.
Und außerdem sind diese beiden Völker nicht bekannt dafür einen sauberen Krieg zu führen.

Re: Oh mein Gott.

...und sie sind nun zur Erkenntnis gelangt, dass sie es besser wissen als der Westen und glauben nun dem Westen Ratschläge erteilen zu muessen. Uncle Sam wuerde sich wohl im Grabe umdrehen, wenn er hören könnte was sein Neffe da von sich gibt.

Im uebrigen verstehe ich nicht warum es immer noch Leute gibt die Position Chinas unterstuetzen, ein Land das mit brutaler Gewalt regiert wird, in dem nichts - und schon gar nicht diese Proteste - dem Zufall ueberlassen sind sondern von ganz oben gesteuert werden. In diesem China wurde in den letzten Jahren fast täglich antijapanische Propaganda im Fernsehen gebracht und damit bewusst Öl in Feuer gegossen. In China werden Menschenrechte grobst missachtet, es gibt etwa 20.000 Hinrichtungen jährlich, es werden wegen der 1-Kind Politik zigtausende Kinder - vor allem Maedchen verkauft und als Prostituierte versklavt, etc. etc.

Ist hier noch immer jemand der sich auf die Seite Chinas stellt, und der China traut und Färnis zuspricht?

Antworten Antworten Gast: Uncle Sams Neffe
18.09.2012 11:40
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Re: Re: Oh mein Gott.

Ich unterstütze China nicht!

Ich würde sogar eher zu Japan halten.

Aber ich sage nur wir sollten uns da raus halten. Es geht hier nicht um die 3 Felsbrocken im Meer. Rohstoffe spielen bestimmt auch eine große Rolle (von daher würde ich die USA verstehen) da es aber in diesem Konflikt auch um die Geschichte geht (von der nunmal die meisten schlicht nichts verstehen weil es sehr Komplex ist) sollte man sich zumindest bei diesem Punkt raus halten.

Diese Völker denken nicht in Legislaturperioden oder in 365 Tagesschritten. Diese Völker denken ständig praktisch 100 Jahre vorraus. Ich wäre daher nicht überrascht (ich gebe zu ich bin da nur ein Laie) wenn China einfach in zwischen die Kraft gewonnen hat um Japan dass heimzuzahlen was den Chinesen vor Jahren angetan wurde.

So etwas können viele bei uns einfach nicht mehr verstehen. Aber man muss nur auf den Balkan schauen und wie alt da unten so manche Konflikte (auch wenn im Moment ruhe ist) sind. Das kann man denk ich in Asien mal 10 Multiplizieren. Uns dem Westen sollte zumindest bewusst sein dass es auf der Welt nicht immer bloß um Rohstoffe, Märkte und Finanzplätze geht auch wenn es verlockend ist (Was ich wiederum verstehen kann).

Re: Re: Re: Oh mein Gott.

Danke!
Wenn sie also nicht China unterstützen und eher zu Japan neigen - warum nicht offen? Der WKII ist lang vorbei, die ehemaligen Kämpfer verstorben, Generationen sind ins Land gezogen, die Welt hat sich weitergedreht in Deutschland, Österreich und auch in Japan. Wenn Ewiggestrige immer noch Hass predigen und Krieg und Verderben ernten wollen, dann sollte es unsere moralische Pflicht sein diejenigen zu unterstützen, die dieser Agressivität ausgestzt sind und die diese Gewalt übrigens während aller Proteste und Gewalttätigkeiten bis heute nicht im geringsten erwiedern.
Bis jetzt verdient Japan bei der Handhabe dieser Agressivität meinen vollen Respekt und ich wünsche mir, dass viele Menschen dieser Meinung folgen können.

Re: Re: Re: Re: Oh mein Gott.

Rechtschreibfehler - es heißt: erwidern

Antworten Gast: vito c
18.09.2012 10:47
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what the hell?

was zum teufel, da sie ja schonmit gott angefangen haben, soll bitteschön ein sauberer krieg sein?

ein krieg ohne tote?
ein krieg ohne opfer?
oder ein krieg bei demman das alles nicht im fernsehen sehen kann?

die wohl sauberste kriegerische aktion war wohl der kernwaffeneinsatz in japan. denn so sauber war wohl kaum eine stadt wie hiroshima nach der bombe. jaja purer zynissmus. aber allein die frage nach einem sauberer krieg ist an lächerlichkeit kaum zu überbieten.
denn im krieg geht es nur um eines: zu gewinnen.
wobei ein krieg zwischen china und japan sicherlich - sofern man nicht beteilugt ist - interessant werden könnte. haben wohl beide bis zum geht nicht mehr "die kunst des krieges" gelesen.
vielleicht würde aus einem derartigen konflikt ein gestärkter alter westen hervorgehen. wenn sich china durch einen krieg selbt schwächt. innenpolitisch würde ein solcher krieg sicherlich stabilisierend wirken, wie man in argentinien 1982 merkte, oder wie esin 1984 beschrieben ist.

Antworten Gast: Benedikt XVI
18.09.2012 10:27
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Re: Oh mein Gott.

welche NAtion ist eigentlich für einen sauberen Krieg bekannt?

Gast: EFF EFF
18.09.2012 09:35
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Liebesgrüsse von der hässlichen Seite des Lebens

Ohne Geld mutiert der amerikanische Traum ganz schnell zum Albtraum und die liebe Liebe zur sexy Bertha.
Diese Inselgruppe war jahrzehntelang im Schlummerschlaf und auf einmal offenbart sich die aufgeheizte Stimmung passend zur allgemeinen US-Mobilmachung von Saudi-Arabien bis Japan.

Gast: Fehlerteufelchen
18.09.2012 09:14
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Die Küchenwache

Sushi gegen Nasi Goreng? Ein Fall für die asiatische Lebensmittelpolizei?

Gast: Ex-Reservist (56)
18.09.2012 07:38
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Küchenwache. Da kann es sich nur um die Wehrpflichtigen des Österr. Bundesheeres handeln.



Genau, die ÖVP ist für eine Küchenwache (Wehrpflicht), während vernünftige Menschen für ein Berufsheer stimmen.

Antworten Gast: vito c
18.09.2012 11:08
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haaaallllloooooo

jemand zuhause?????

asien! china! japan!

lesen, verstehen, posten

und bevor sie auszucken, denken sie mal über den zusammenhang ihres postings mit dem gegenständlichen artikel nach. wenn ihnen einer einfällt, dann posten sie diesen doch

Antworten Antworten Gast: sid
18.09.2012 11:34
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Re: haaaallllloooooo

:D
ruhig durchatmen, vito, war nur ein Scherz.
Und jetzt lesen sie ihren eigenen Kommentar nochmal und befolgen ihre eigenen Ratschläge, ja?

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Das Problem ist nicht das Berufsheer, sondern dass wir es finanziell nicht ausreichend austatten werden.


vor der Küchenwache...

...muss man sich wirklich in Acht nehmen !

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Re: vor der Küchenwache...

... in der Tat!

Antworten Gast: sid
18.09.2012 08:01
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Re: vor der Küchenwache...

jep, ich war da 2 Jahre freiwillig (Wilreis-Zug, 3.Ratatouille-Kompanie)

Re: Re: vor der Küchenwache...

bei der chinesischen küchenwache muss man ganz besonders aufpassen, die arbeiten mit salmonellengeschossen... wohingegen man sich bei der japanischen leicht eine fischvergiftung zuziehen kann!

Antworten Antworten Antworten Gast: sid
18.09.2012 10:45
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Re: Re: Re: vor der Küchenwache...

..ich erinnere nur an den legendären chinesischen Befehlshaber General Nasii Goreng, der an der italienischen Risottofront die Kriegs-Wok-Technik revolutionierte ("Ein-Mann-Wok-Schleuder").

Aber das internationale Kriegs-Reisgericht hat ihn dann zum Tode verurteit (Tod durch Nudel-Strang)

 
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