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Satiremagazin publiziert neue Mohammed-Karikaturen

19.09.2012 | 08:29 |   (DiePresse.com)

Der Rat der Muslime Frankreichs verurteilt die Veröffentlichung als "neuen islamfeindlichen Akt". Die Website des Magazins "Charlie Hebdo" ist derzeit nicht erreichbar.

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Eine französische Satire-Zeitschrift provoziert neue Wutausbrüche radikaler Islamisten. Nachdem es in den vergangenen Tagen gewaltsame Proteste gegen den Mohammed-Schmähfilm aus den USA gegeben hatte, veröffentlicht das Magazin "Charlie Hebdo" in seiner Ausgabe vom Mittwoch Karikaturen des Propheten und Religionsstifters. Die Zeichnungen seien "nicht provozierender als gewöhnlich", sagte der verantwortliche Redakteur Stéphane Charbonnier am Dienstag in einem Interview des Nachrichtensenders iTele. Die Karikaturen würden nur diejenigen schockieren, die schockiert sein wollten. Zugleich verwies er auf die Pressefreiheit.

Am Mittwochmorgen war die Webseite der Zeitschrift nicht mehr zu erreichen. Der Grund dafür ist noch nicht bekannt.

Die französische Regierung rief die Medien des Landes am Dienstagabend auf, vor dem Hintergrund der aktuellen Situation Verantwortungsbewusstsein zu zeigen. Er missbillige jeglichen Exzess, hieß es in einer Stellungnahme von Premierminister Jean-Marc Ayrault. In Frankreich gelte die Meinungsfreiheit, gleichzeitig müsse aber Toleranz und Respekt gegenüber religiösen Überzeugungen walten. Der Rat der Muslime Frankreichs CFCM verurteilte die Veröffentlichung als "neuen islamfeindlichen Akt", rief aber dazu auf, besonnen zu reagieren.

Redaktion ging 2011 bereits in Flammen auf

Das Satiremagazin "Charlie Hebdo" hatte wegen ähnlicher Provokationen bereits mehrfach Ärger. Nach der Veröffentlichung einer "Scharia"-Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" gingen im November 2011 die Redaktionsräume in Flammen auf. Die Titelseite zeigte eine Mohammed-Karikatur mit der Äußerung: "Hundert Peitschenhiebe, wenn Sie sich nicht totlachen". Bereits 2006 hatte "Charlie Hebdo" mit der Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen für Aufregung gesorgt.

Mohammed-Karikaturen hatten mehrfach gewaltsame Proteste in der islamischen Welt ausgelöst - Anfang 2006 kamen dabei mehr als 150 Menschen ums Leben. Auslöser waren Karikaturen der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten".

Magazin-Cover Charlie Hebdo

Magazin-Cover Charlie Hebdo

Seit einigen Tagen gibt es heftige Proteste gegen ein in den USA produziertes Schmäh-Video über den Propheten. Das Terrornetz al-Qaida hat dazu aufgerufen, US-Botschaften zu stürmen und Diplomaten zu töten. Bei Angriffen starben bereits etliche Menschen, darunter der US-Botschafter in Libyen.

In Afghanistan demonstrierten am Mittwoch erneut tausende Menschen gegen den Film. Sie skandierten "Tod Amerika" und "Tod den Feinden des Islam". In Saudi-Arabien wurden wegen des Filmes der Zugang zu allen Webseiten gesperrt, auf denen das Video zu sehen ist, wie die amtliche saudische Nachrichtenagentur berichtete.

(APA/dpa/Red.)

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213 Kommentare
 
12 3 4 5
Gast: Hutbürger
20.09.2012 11:37
1 0

Toleranz

ist keine Einbahnstraße!

Gast: UKW
19.09.2012 23:05
7 0

Liebe, feige Presse-Redaktion !

SOLIDARITÄT mit den mutigen Journalisten !!!

Bringt
die
Karikaturen
auch
hier
!!!

Lasst die mutigen Kollegen nicht im Stich - es könnte deren Leben gefährden!

Gast: kritischer leser
19.09.2012 21:41
11 1

Der Rat der Muslime in Frankreich hat kein Recht

eine Einschränkung der Meinungsfreieheit zu fordern!

Gast: Eusebius
19.09.2012 19:39
0 5

Nachdenken

Die erste Frage bei solchen "Vorkommnissen" ist immer: in wessen Interesse geschieht das und wer zieht und kann Nutzen daraus ziehen, im Sinne welches Ziel wird verfolgt?

Wer hat Interesse an einer Destabilisierung?? ....?

Antworten Gast: Aquilinus
19.09.2012 21:39
0 0

Re: Nachdenken

Na, wer hat Interesse an Destablisierung???
Bitte um Aufklärung.

In einem destabilisierten Europa schrumpfen die Sozialleistungen.

Und Amerika hätte weniger Verbündete.

Euro, ESM und EU wären das gemeinsame Feinbild.

Wem nützt also eine Destabilisierung Europas?

3 1

Ob sich die "Satirezeitschrift" Titanic ebenfalls traut

oder traut man sich nur beim Papst und bei Christen?

Gast: Solidarität
19.09.2012 18:23
7 0

Der dumme Film erweist sich als hervorragendes Instrument, um im Westen die Grundfreiheiten durch Selbstzensur schlagartig stark einzuschränken. Das mutige, wegweisende Satiremagazin ist daher von allen freiheitsliebenden da denkenden Menschen stark zu unterstützen!!


Antworten Gast: auch solidarisch
20.09.2012 08:16
3 0

Re: Der dumme Film erweist sich als hervorragendes Instrument, um im Westen die Grundfreiheiten durch Selbstzensur schlagartig stark einzuschränken. Das mutige, wegweisende Satiremagazin ist daher von allen freiheitsliebenden da denkenden Menschen stark zu unterstützen!!

dumm, naja...bestimmt kein großes Werk. wenn dieser Film dumm ist, dann ist auch alles von Monty Python dumm. Ich halte diesen Film, obwohl ich nur Teile gesehen habe eher für skurrile Slapstick. Ginge es dabei nicht um Mohammed sondern um Karl den Großen hätte er bestimmt schon Preise von irgendwelchen Filmfuzzis gewonnen.

Unglaublich und erschreckend

welche Folgen so genannte "islamfeindliche" Publikationen auslösen....

Kann es sein, dass eine Religion bewirken kann, dass eine wichtigsten und schwerst erkämpften Güter in einer zivilisierten Gesellschaft, nämlich die Meinungs- und Pressefreiheit eingeschränkt wird ?

So sehr dieses Mohammed-Video oder diese Karikatur ein Schund der Sonderklasse sein mögen, so wenig sind diese gewalttätigen Ausschreitungen (mit Dutzenden Toten) sowie die Reaktionen von salafistischen Imams darauf erklärlich, sondern offenbaren vielmehr eine mittelalterliche Weltanschauung...

Es sollte wohl nicht so weit kommen, dass eine religiöse Gruppierung westlichen Ländern diktiert, was unter Religionsfreiheit/Meinungs/Pressefreiheit zu verstehen ist (siehe die Debatte in Deutschland darüber, ob man den Film zeigen soll oder nicht).

Wenn man sich jedoch manche Entwicklungen und manche Kommentare von Fortschrittlichen (Stichwort: Religionsfreiheit) vergegenwärtig, kann man nichts mehr ausschließen....

Re: Unglaublich und erschreckend

Sehr geehrter "Grazer 100".

Sie erwähnen zentrale Fragestellungen.

Prinzipiell stelle ich - ergänzend zu Ihren wichtigen Bemerkungen - zweierlei fest:

1. Der Westen tut sich vermehrt schwer damit, Freiheitsrechte gegeneinander abzuwägen und zu gewichten. Soll die Meinungs- und Pressefreiheit (zumindest in gegebenem Falle) höher gewichtet werden als die Religions- und Glaubensfreiheit (gesetztenfalls diese wäre in unserem Fall überhaupt tangiert)?

2. Der Westen scheint die Kraft nur noch bedingt dafür aufbringen zu können (oder wollen), seine grundlegensten Werte eisern zu verteidigen. Alles wird auf Deeskalation und Erklärungs-, sowie Beschwichtigungsversuche ausgelegt. Grundsätzlich sinnvoll, gegenüber unbelehrbaren "Aggressoren" und Feinden unserer Zivilisation jedoch grundlegend falsch. (In diese Kategorie fallen auch die öffentlichen Entschuldigungsversuche gewisser Politiker.)

MfG

Antworten Gast: Störrisch...
19.09.2012 17:40
2 6

Re: Unglaublich und erschreckend

...das ist so, weil bezahlte Propaganda und keineswegs freie Meinungsäußerung, die irgendjemanden hilft/befreit.

Es geht um Rohstoffe, Macht und Geld.

Denken Sie an den Kalten Krieg - da warens die Sozialisten gegen die Kapitalisten...selbe Propaganda...und es ging um Rohstoffe, Macht und Geld!

Gast: grimmelshausen
19.09.2012 17:18
15 1

Die üblichen Verdächtigen...

Was wieder einmal unangenehm (aber vorhersehbar) auffällt, ist die Reaktion der grünen und roten Kommunisten. Wenn es nach denen ginge, hätten wir schon längst die Scharia eingeführt...

Gast: Freisinn
19.09.2012 17:13
22 0

Meinungsfreiheit

Weit haben wir es mit der Meinungsfreiheit gebracht, was kommt als nächstes?

Müssen bald alle Frauen ein Kopftuch tragen um unsere andersgläubigen Mitmenschen nicht zu provozieren?

Wem's hier (oder in Frankreich) nicht passt der kann gerne nach Hause gehen!

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Religion vs. Meinungsfreiheit

Religion hat weit über 1000 Jahre nicht nur unsere Meinung eingeschränkt, sondern sie uns vorgeschrieben und diktiert. Wer nicht einverstanden war, musste mit bestialischer Folter rechnen - die Opferzahlen gehen in die Millionen.

Daher KANN ES NICHT SEIN, dass gewisse Leute nun fordern dass ihre arabische Religion über der Meinungsfreiheit steht! Wer dies verlangt, zerstört was sich Generationen von Europäern hart erkämpft haben.

Jeder der nachgibt, muss sich darüber im Klaren sein, dass er Arbeit mehrere Jahrhunderte vernichtet, für die unzählige Menschen auf brutale Weise ermordet wurden!

14 0

Das nächste sind die Miniröcke!


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Schmähung oder doch Realität?

Die in dem bisher bekannten Trailer dargestellen Ereignisse ergeben sich aus dem Koran und den Hadithen und sind lediglich künstlerisch aufbereitet. Der Faktencheck spricht also zugunsten des Produzenten.

In Wirklichkeit geht es doch um etwas ganz anderes: Mit Hilfe des "Proteststurms" sollen endlich in der westlichen Welt eine geistige Prohibition eingeführt und das Blasphemieverbot über allen anderen Werten gestellt werden. Oder glaubt jemand tatsächlich, daß sich die Schafhirten in Afghanistan während ihrer Arbeit mit Tablets Youtube-Videos anschauen?

Der Kampf der Kulturen ist voll im Gange. Wir sollten nicht klein beigeben und unsere Werte verteidigen. Wer im tiefsten Mittelalter leben möchte, kann gerne seinen Wohnort wechseln. Dumm nur, daß es dort keine Sozialhilfen gibt!

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Re: Schmähung oder doch Realität?

Was sind denn eigentlich deine Werte?

Re: Re: Schmähung oder doch Realität?

Wie wär's mit "Meinungsfreiheit"? "Selbstbestimmung" käme eventuell auch in Frage.

Gast: jou
19.09.2012 15:45
34 0

Diese Redaktion vor den Vorhang

Bravo! Es gibt doch noch Leute die sich nicht einschüchtern lassen.

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Charlie Hebdo sollte jetzt eine Abo-Welle erleben !!


Mutig und unbedingt notwendig, was

Charlie Hebdo da macht. Danke!

Gast: Pfm
19.09.2012 15:13
37 0

Mal schaun, wie die Araber reagieren

Jede Woche ein neues Video, jeden Tag eine neue Zeichnung

27 1

Gericht anzurufen

Es hat jeder der sich herabgesetzt oder verspottet vorkommt die Möglichkeit das Gericht anzurufen und zu prozessieren.
Eigenmacht und die Ausübung von Gewalt ist in unseren Breiten nicht üblich.
Aus diesem Verhalten wird aber auch ersichtlich, dass diesen Leuten die geltende westliche Rechtsordnung gleichgültig ist und die "Scharia" gilt.
Die Frage ist daher was haben diese Leute noch bei uns verloren. Bedanken dürfen wir uns für diese Zustände bei dem herrschenden Politsystem in Europa!


So gehörts sich!

Weiter so! Denn wir in Europa haben Pressefreiheit!

Wir haben uns ja nicht über den Film "Das Leben des Brian" nicht so aufgeregt, obwohl der das Christentum "verarscht".

WARUM wollen sie von der Weltgemeindschaft ernst genommen werden, wenn sie immer wieder zeigen, dass sie geistig noch immer im Mittelater unterwegs sind?!

Antworten Gast: Hutbürger
19.09.2012 15:16
28 1

und wer sich geistig im Mittelalter bewegt,

sollte auch keine Flugzeuge, Autos, Kalaschnikows, Internet etc. benutzen.

je mehr karikaturen,

desto besser. vielleicht begreifen sie es dann irgendwann mal. mit kniefällen sicher nicht.

 
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