Paris/Kairo. Mit „Konsternierung“ hat der Vorsitzende des Nationalen Rats der Muslime, Mohammed Moussaoui, auf die neuen Mohammed-Karikaturen reagiert. Er spricht von einem Fall von „Islamophobie“. Es würden „vorsätzlich die religiösen Gefühle der Muslime verletzt“.
Viel gemäßigter sagte der Rektor der Pariser Moschee, Dalil Boubakeur, er sei „betrübt“ über die Veröffentlichung dieser Zeichnungen, weil diese „die generelle Empörung in der muslimischen Welt anzuheizen drohen“. Er ruft darum die Gläubigen auf, ruhig Blut zu bewahren. Die Arabische Liga protestierte gegen die „unerhörte Provokation“. Frankreichs Premier versuchte zu kalmieren: Jean-Marc Ayrault verurteilte „jede Form von Exzessen“ und appellierte an „das Verantwortungsbewusstsein aller“. Er betonte aber, die Meinungsfreiheit sei ein in der französischen Verfassung verankertes Grundrecht, und wenn jemand einen Missbrauch geltend machen wolle, gebe es dazu Gerichte, die bei einer Klage darüber entscheiden.
Nach einer von der Polizei aufgelösten Kundgebung radikaler Islamisten vor der Pariser US-Botschaft am letzten Samstag sind angekündigte Demonstrationen am kommenden Wochenende in mehreren Städten verboten worden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2012)
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