18.05.2013 16:02 Merkliste 0

Bürgerkrieg: Teheran sorgt in Syrien für Nachschub

20.09.2012 | 17:15 |  Von unserem Mitarbeiter Martin Gehlen (Die Presse)

Die Islamische Republik verstärkt ihre Militärhilfe für Bashar al-Assad. Teheran liefert Waffen und trainiert Truppen des syrischen Baath-Regimes. Immer mehr Teile des Landes versinken in Schutt und Asche.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Kairo/Damaskus. Ban Ki-moon sieht kaum noch Hoffnung. „Leider scheinen beide Seiten entschlossen, bis zum bitteren Ende zu kämpfen“, klagte der UN-Generalsekretär. „Militärische Mittel aber werden keine Lösung bringen.“

Immer mehr Teile Syriens versinken in Schutt und Asche, eine Menschenrechtsorganisation beschreibt Stadtteile in Damaskus und Aleppo inzwischen als „Desasterzonen“. Und trotzdem kann das Assad-Regime weiterhin auf die Rückendeckung seiner Verbündeten, Russlands, Chinas und des Iran, rechnen, während die Türkei, Katar und Saudiarabien die „Freie Syrische Armee“ mit Waffen versorgen. Und so nimmt der Bürgerkrieg immer mehr Züge eines erbarmungslosen Showdowns zwischen regionalen Kontrahenten an.

Die Schlacht sei nicht nur ein Angriff auf Syrien, sondern auf die gesamte „Achse des Widerstands“, tönte al-Assad nun beim Besuch des iranischen Außenministers Ali Akbar Salehi in Damaskus. Zu diesem Dreierbund, der sich als Bollwerk gegen Israel und den US-Einfluss in der Region versteht, zählen sich Syrien, der Iran und die Hisbollah. „Syrien hat starke, solide Beziehungen mit dem Iran“, bekräftigte Salehi dann auch im Gegenzug, räumte aber ein, Syrien stehe „vor einem Problem, das hoffentlich gelöst werden kann“.

Wie sich der Iran die Lösung vorstellt, darin sind die Machtzentren der Islamischen Republik offenbar zunehmend gespalten. Dem politischen Establishment dämmert, dass das Baath-Regime auf Dauer nicht mehr zu halten ist. So lotete Außenminister Salehi diese Woche in Kairo und Damaskus das ägyptische Angebot einer regionalen Kontaktgruppe bestehend aus der Türkei, dem Iran, Ägypten und Saudiarabien aus, obwohl Ägyptens Präsident Mohammed Mursi kategorisch den Sturz von Bashar al-Assad fordert. Irans Parlamentspräsident Ali Larijani traf sich kürzlich in Teheran mit Vertretern der syrischen Opposition.

Dagegen setzen die Revolutionären Garden, die dem Obersten Religionsführer Ali Chamenei unterstehen, allein auf die militärische Karte. Seit Juli hat Teheran nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste seine Transporte an Waffen und Personal ausgeweitet.

Waffen und Berater

An den Transporten beteiligt sind nach westlichen Erkenntnissen 117 iranische Zivilflugzeuge der Gesellschaften Iran Air, Mahan Air und Yas Air. Den Hauptteil des Nachschubs wickeln vor allem zwei Boeing-747 von Iran Air und Mahan Air ab, die in dem Geheimreport mit ihrer internationalen Flugkennung identifiziert werden.

„Nahezu täglich kommen Flugzeuge aus dem Iran via Irak nach Syrien, an Bord sind Revolutionäre Garden sowie tonnenweise Waffen für die syrische Armee und die Regimemilizen, die gegen die Rebellen kämpfen”, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus dem Text. Zusätzlich passieren zahllose iranische Lastwagen den Irak in Richtung Syrien, seit die Türkei alle Transporte blockiert.

Besonders verheerend seien nach Berichten von Augenzeugen vom Iran gelieferte primitive „Fässerbomben“, also schlichte Fässer, die mit 250 Kilogramm TNT sowie Benzin und Öl gefüllt sind. Sie werden von Hubschraubern über Wohnvierteln abgeworfen, um Artilleriemunition zu sparen.

Kürzlich hat der Kommandeur der Revolutionären Garden, Generalmajor Mohammad Ali Jafari, erstmals öffentlich zugegeben, dass Einheiten der al-Quds-Brigaden, die für Auslandseinsätze trainiert sind, in Syrien „als Berater“ agieren: „Das erfüllt uns mit Stolz.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

11 Kommentare

FRAGE:

Gibt es auch einen halbwertigen Bürgerkrieg?

Gast: Waffenschieber
22.09.2012 21:01
1 0

Waffenlieferung

Die UNO könnte sich nützlich machen indem sie die Nachschieber von Munition & Waffen veröffentlicht oder zu unterbinden versucht!
Aber ich fürchte da hägen wie in jedem Krieg zu viele "Arbeitsplätze" dran.

Antworten Gast: wahre
23.09.2012 23:56
1 2

Bürgerkrieg

Die verursacher diesen Bürgerkrier sind Länder Turkei,Saudi,Katar.und Usa.wo Syrien zu den Religionfreiheit,Kültürfreiheit,und Menchlichkeit das demokratischste land in ganz Arabien welche oben genenten länder sind es mensclicher und freie,was in Irak,liebyen.und afganistan geschah haben wir genug gesehen.
Einige besetzen die Heimat anderer, tausende Kilometer von ihren Grenzen entfernt, mischen sich in ihre Angelegenheiten ein und kontrollieren ihr Öl und andere Ressourcen und strategischen Routen, während andere täglich in ihren eigenen Häusern bombardiert werden; ihre Kinder ermordet in den Straßen und Gassen ihres eigenen Landes und ihre Häuser zu Trümmern reduziert.
Ein solches Verhalten ist der Menschen unwürdig und läuft der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Menschenwürde zuwider. Die grundlegende Frage ist unter solchen Bedingungen: Wo sollten die Unterdrückten um Gerechtigkeit ersuchen? Wer oder welche Organisation verteidigt die Rechte der Unterdrückten und verhindert Akte der Aggression und Unterdrückung? Wo ist der Sitz der globalen Justiz


Re: Bürgerkrieg

Waren in der Gesamtschule,der Herr-die Dame?
Keine ENIGMA Maschine kann klären,in welcher verschlüsselten Sprache Sie schreiben.
Bedenken Sie bitte,daß es in A noch kleine Enklaven gibt in denen deutsch korrekt geschrieben und gesprochen wird.

Gast: biersauer
22.09.2012 15:57
3 2

Wartum steht hier nicht auch,..

dass der Nachschub aus der Türkei kommt und dass Saudi 4 Milliarden Dollar für dieses Abenteuer bezahlt hat, dass dort sogar dagegen demonstriert wurde.

Gast: Kopiermaschine Aussenministerium
21.09.2012 09:28
8 2

Herr Spindelegger!

Es hätte jeder verstanden, wenn gerade Sie in Hinblick auf die Rolle und die Verantwortung für die östereichischen UN-Truppen am Golan *still* geblieben wären. Nein, Sie mussten uns lautstart in den *gewaltsamen* Regierungssturz in Syrien hineinziehen.

Behalten Sie ihre mageren Gedanken zur Aussenpolitik in Zukunft für sich. Danke.

Gast: Freunde Spindeleggers
20.09.2012 23:04
11 2

Syrische Armee als Retter bejubelt

Die Bewohner der Stadt Homs schildern der "Welt" ihre Wut auf die Rebellen.
http://www.welt.de/politik/ausland/article109363679/Homs-So-tun-als-waere-der-Krieg-vorbei.html

Antworten Gast: Nachleser
21.09.2012 08:49
7 2

Re: Syrische Armee als Retter bejubelt

Sowas hört/schreibt man hier nicht gerne, denn das würde der Kriegstreiberei gegen Assad zuwieder laufen.

dann kann es ja nicht mehr lange dauern

bis die Nato Bomber den Frieden herbeibomben wie in Lybien...

Re: dann kann es ja nicht mehr lange dauern

Der Unterschied zu Lybien ist in diesem Fall der russische Flugzeugträger vor Ort.


Gast: Feuervögelchen
20.09.2012 18:57
11 1

Aha, vollwertig, nicht so schwindliche NATO-Partie wie in Noradafrika?

Die UNO ist wirklich ein Hort des Friedens....ggg..