Wien/Reuters/Asc. 17,9 Milliarden Dollar – diese stolze Summe hat Saudiarabien mehreren Ländern in der Region als Unterstützung zum Wiederaufbau der im Zuge des Arabischen Frühlings beeinträchtigten Wirtschaft in Aussicht gestellt. Wie aus einem Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervorgeht, wurde in den 18 Monaten seit Jänner 2011 bisher etwa ein Fünftel der zugesagten Gelder ausbezahlt.
So durften sich Ägypten und Jordanien über 1,5 bzw. 1,4 Milliarden Dollar aus Riad freuen. Weitere 350 Millionen Dollar – knapp ein Zehntel der insgesamt zugesagten Summe – gingen in diesem Zeitraum an Jemen. Marokko, Tunesien, Bahrain und Oman stehen ebenfalls auf der Empfängerliste des Golfstaates, warten aber noch darauf, dass der Geldhahn aufgedreht wird.
Die saudische Zurückhaltung bei der Ausbezahlung der Hilfe lässt sich auf Unsicherheit bezüglich der politischen Entwicklung dieser Länder zurückführen. Denn Altruismus als alleinige Erklärung für die saudische Spendierfreudigkeit wäre verkürzt. Das Land, in dem der Wahhabismus – eine besonders strenge Auslegung des Islam – Staatsreligion ist, zielt wohl auch darauf ab, ideologisch nahestehende Organisationen wie die Moslembruderschaft zu unterstützen und den eigenen Einfluss in der Region zu vergrößern.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2012)
Baustellen, Pleiten, SkandaleDer US-Präsident ringt um seine Glaubwürdigkeit
Staatsbürgerschaftstest neuKönnten Sie Österreicher werden?
Zitate der Woche''Die Ehre lasse ich mir nicht abschneiden''
X-47BGroßdrohne hebt erstmals von Flugzeugträger ab
''Kim on Tour''Der Diktator als Pappkamerad
