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Syrien: UNO spricht von "vollwertigem Bürgerkrieg"

20.09.2012 | 18:37 |   (DiePresse.com)

Seit Wochenbeginn sind Hunderte Menschen dem Konflikt zum Opfer gefallen. Sondergesandter Brahimi meint, dass keine Seite gewinnen werde.

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Das Blutvergießen in Syrien ist nach Ansicht der UNO zu einem "vollwertigen Bürgerkrieg" eskaliert. Nach heftigen Kämpfen erklärten syrische Oppositionelle am Donnerstag Teile der Hauptstadt Damaskus zum "Katastrophengebiet". Der Außenbezirk Al-Hajar al-Aswad und ein Lager palästinensischer Flüchtlinge stünden unter Dauerbeschuss, sagte ein Aktivist. Seit Wochenbeginn fielen nach Oppositionsangaben Hunderte Menschen dem Konflikt zum Opfer. Allein bei einem Luftangriff auf eine Tankstelle an der Grenze zur Türkei starben am Donnerstag mindestens 30 Menschen.

Der UNO-Sondergesandte für Syrien, Lakhdar Brahimi, der am Wochenende Damaskus besucht hatte, bezeichnete die Situation als "vollwertigen Bürgerkrieg". In einem Interview mit dem englischsprachigen Dienst des Nachrichtensenders Al-Jazeera sagte er, er glaube nicht daran, dass eine Seite gewinnen werde - weder jetzt noch zu einem späteren Zeitpunkt. Die Vereinten Nationen wollen bei ihrer anstehenden Vollversammlung in New York über die Krise und mögliche Lösungswege beraten.

Syrien werde nicht fallen

Syriens Minister für Versöhnung, Ali Haider, sagte am Donnerstag vor Journalisten in Damaskus, dass der Militäreinsatz "gute Fortschritte" mache. Er kündigte "handfeste Ergebnisse" innerhalb von einem Monat an. Präsident Bashar al-Assad sagte in einem Interview mit dem ägyptischen Magazin "Al-Ahram al-Arabi", Syrien werde nicht fallen und der Fall Libyen sich nicht wiederholen. In Libyen hatten die Rebellen nach einem langen Bürgerkrieg den Diktator Muammar al-Gaddafi schließlich mit der Hilfe von Lufteinsätzen westlicher Truppen gestürzt.

Das Blutvergießen dauerte indes weiter an. Aus Damaskus und Aleppo meldeten Regierungsgegner den Abschuss zweier Helikopter. Wie das syrische Staatsfernsehen berichtete, war ein Hubschrauber in der Nähe der Hauptstadt abgestürzt. Nahe der türkischen Grenze warf ein Militärhubschrauber nach Oppositionsangaben über einer Tankstelle in dem Dorf Ain Issa eine Bombe ab. Neben den rund 30 Toten habe es auch 25 zum Teil Schwerverletzte gegeben. Die Zahl der Opfer sei so hoch gewesen, weil dies die einzige Tankstelle in dem Gebiet gewesen sei, in der noch Benzin zu haben war. Nach ersten Berichten einer Nichtregierungsorganisation (NGO) wurden bei der Explosion mindestens 110 Menschen getötet oder verletzt. Berichte aus Syrien sind wegen der Medienblockade von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Junger Journalist getötet

Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete, die Regierungstruppen hätten allein in der Provinz Aleppo seit Wochenbeginn rund 100 "Terroristen" getötet. Ein Angestellter des Al-Muwasat-Krankenhauses in Damaskus sagte der Oppositionswebsite All4Syria, nach den Kämpfen im Süden der Hauptstadt seien binnen zwei Tagen etwa 300 tote Soldaten und Milizionäre sowie mehr als 150 getötete Zivilisten in die Klinik gebracht worden. Am Donnerstag starben nach Angaben von Oppositionellen landesweit fast 100 Menschen. Darunter soll auch ein 27-jähriger Journalist sein, der unter dem Namen Abu Hassan in Hama arbeitete. Auch die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete über einen Angriff auf Hama am Mittwoch mit 16 Todesopfern, bei dem ein Haus angezündet worden sei.

Unkontrollierte Waffenlieferungen?

Im Irak wurden unterdessen Vorwürfe aus den USA zurückgewiesen, wonach der Iran Waffen unkontrolliert über den irakischen Luftraum nach Syrien transportiere. Diese Informationen seien falsch, sagte ein Parlamentarier der Nachrichtenagentur dpa in Bagdad.

Der frühere syrische Ministerpräsident Riad Hijab spielte den Einfluss militanter Islamistengruppen in dem Konflikt herunter. "Ihre Bedeutung für das Geschehen vor Ort wird übertrieben dargestellt", sagte er am Mittwochabend nach einem Treffen mit dem französischen Außenminister Laurent Fabius in Paris. Der Ex-Regierungschef hatte sich Anfang August von Präsident Bashar al-Assad losgesagt.

(APA/dpa/AF)

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11 Kommentare

FRAGE:

Gibt es auch einen halbwertigen Bürgerkrieg?

Gast: Waffenschieber
22.09.2012 21:01
1 0

Waffenlieferung

Die UNO könnte sich nützlich machen indem sie die Nachschieber von Munition & Waffen veröffentlicht oder zu unterbinden versucht!
Aber ich fürchte da hägen wie in jedem Krieg zu viele "Arbeitsplätze" dran.

Antworten Gast: wahre
23.09.2012 23:56
1 2

Bürgerkrieg

Die verursacher diesen Bürgerkrier sind Länder Turkei,Saudi,Katar.und Usa.wo Syrien zu den Religionfreiheit,Kültürfreiheit,und Menchlichkeit das demokratischste land in ganz Arabien welche oben genenten länder sind es mensclicher und freie,was in Irak,liebyen.und afganistan geschah haben wir genug gesehen.
Einige besetzen die Heimat anderer, tausende Kilometer von ihren Grenzen entfernt, mischen sich in ihre Angelegenheiten ein und kontrollieren ihr Öl und andere Ressourcen und strategischen Routen, während andere täglich in ihren eigenen Häusern bombardiert werden; ihre Kinder ermordet in den Straßen und Gassen ihres eigenen Landes und ihre Häuser zu Trümmern reduziert.
Ein solches Verhalten ist der Menschen unwürdig und läuft der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Menschenwürde zuwider. Die grundlegende Frage ist unter solchen Bedingungen: Wo sollten die Unterdrückten um Gerechtigkeit ersuchen? Wer oder welche Organisation verteidigt die Rechte der Unterdrückten und verhindert Akte der Aggression und Unterdrückung? Wo ist der Sitz der globalen Justiz


Re: Bürgerkrieg

Waren in der Gesamtschule,der Herr-die Dame?
Keine ENIGMA Maschine kann klären,in welcher verschlüsselten Sprache Sie schreiben.
Bedenken Sie bitte,daß es in A noch kleine Enklaven gibt in denen deutsch korrekt geschrieben und gesprochen wird.

Gast: biersauer
22.09.2012 15:57
3 2

Wartum steht hier nicht auch,..

dass der Nachschub aus der Türkei kommt und dass Saudi 4 Milliarden Dollar für dieses Abenteuer bezahlt hat, dass dort sogar dagegen demonstriert wurde.

Gast: Kopiermaschine Aussenministerium
21.09.2012 09:28
8 2

Herr Spindelegger!

Es hätte jeder verstanden, wenn gerade Sie in Hinblick auf die Rolle und die Verantwortung für die östereichischen UN-Truppen am Golan *still* geblieben wären. Nein, Sie mussten uns lautstart in den *gewaltsamen* Regierungssturz in Syrien hineinziehen.

Behalten Sie ihre mageren Gedanken zur Aussenpolitik in Zukunft für sich. Danke.

Gast: Freunde Spindeleggers
20.09.2012 23:04
11 2

Syrische Armee als Retter bejubelt

Die Bewohner der Stadt Homs schildern der "Welt" ihre Wut auf die Rebellen.
http://www.welt.de/politik/ausland/article109363679/Homs-So-tun-als-waere-der-Krieg-vorbei.html

Antworten Gast: Nachleser
21.09.2012 08:49
7 2

Re: Syrische Armee als Retter bejubelt

Sowas hört/schreibt man hier nicht gerne, denn das würde der Kriegstreiberei gegen Assad zuwieder laufen.

dann kann es ja nicht mehr lange dauern

bis die Nato Bomber den Frieden herbeibomben wie in Lybien...

Re: dann kann es ja nicht mehr lange dauern

Der Unterschied zu Lybien ist in diesem Fall der russische Flugzeugträger vor Ort.


Gast: Feuervögelchen
20.09.2012 18:57
11 1

Aha, vollwertig, nicht so schwindliche NATO-Partie wie in Noradafrika?

Die UNO ist wirklich ein Hort des Friedens....ggg..