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Folterskandal: Georgischer Innenminister tritt zurück

20.09.2012 | 21:44 |   (DiePresse.com)

Der Innenminister übernimmt "moralische und politische Verantwortung". Foltervideos aus dem Gefängnis in Tiflis sorgten für heftige Proteste.

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Im Skandal um brutale Foltervideos aus einem georgischen Gefängnis hat der Innenminister Batscho Achalaja seinen Rücktritt erklärt. Er sei "erschüttert" und übernehme "die moralische und politische Verantwortung", teilte Achalaja am Donnerstag in der Hauptstadt Tiflis mit. Seine Stellvertreterin Eka Sguladse, die als Nachfolgerin gehandelt wird, rief wenige Tage vor der Parlamentswahl am 1. Oktober die Bevölkerung der Kaukasusrepublik zur Ruhe auf. Die Verursacher der "abscheulichen Verbrechen" würden zur Rechenschaft gezogen, sagte Sguladse nach Angaben des Fernsehsenders Rustawi-2.

Medien der Ex-Sowjetrepublik am Schwarzen Meer hatten in den vergangenen Tagen Videos verbreitet, die schwere Misshandlungen von Häftlingen in einem Gefängnis in Tiflis zeigen sollen. Die Aufnahmen der Exzesse trieben Georgier in Massen zu Protesten gegen den umstrittenen Präsidenten Michail Saakaschwili auf die Straße. Der oppositionelle georgische Fernsehsender TV9 hatte am Dienstag Aufnahmen gezeigt, die unter anderem einen männlichen Häftling in einem Gefängnis der Hauptstadt Tiflis zeigen, der weinend um Gnade bittet. Dann wird er offenbar mit einem Stock misshandelt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) forderte den Staatschef ebenfalls zur Aufklärung des Skandals auf. Die Videos der Gewaltorgien mit sadistischen Wärtern, die Häftlinge mit Knüppeln vergewaltigen, setzen Saakaschwili vor der Wahl stark unter Druck.

Ein vom Innenministerium verbreitetes Video zeigte zudem, wie ein Häftling von Wärtern brutal getreten wird. Laut georgischer Staatsanwaltschaft wurden elf Gefängnisangestellte bereits festgenommen und ein weiterer zur Fahndung ausgeschrieben.

Kritik auch von der EU

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat sich "erschüttert" über die "schockierenden" Video-Aufnahmen mutmaßlicher Misshandlungen in georgischen Gefängnissen gezeigt. Ashton forderte am Donnerstag in einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen und die Vorfälle "gründlich und transparent" untersucht werden. Alle Länder seien verpflichtet, "sich an das bedingungslose Verbot von jeglicher Form von Folter und Misshandlung zu halten".

 

(APA/dpa)

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7 Kommentare

Saakaschwili US Darling

die verstehen sich gut, wie man sieht. wir erinnern uns, die USA wollten Georgien in die NATO pressen, bevor die einen Angriffskrieg gegen Ossetian und damit auch gegen Russland unter Unterstützung durch 4000 Militärberater der USA führten.

Antworten Gast: gast2
21.09.2012 08:18
0 1

Re: Saakaschwili US Darling

..einen Angriffskrieg gegen Ossetien....vielleicht mal ein bischen ins Geografiebuch schauen... Das ist dann ja wohl noch immer georgisches Gebiet, gell..

Antworten Antworten Gast: ein unbequemer Gast
21.09.2012 16:39
1 0

Re: Re: Saakaschwili US Darling

Wenn der Kosovo unabhängig sein darf dann darf dass selbstverständlich auch Abchasien und Südossetien. Wieso auch nicht nur weil es der EU und USA nicht passt.
Mir als Österreicher passt es schon und ich war auch enttäuscht dass man diese Nationen nicht anerkannt hat.

Gast: Es gibt Gedanken, die sind klüger als die Leute, die sie haben!
20.09.2012 22:51
2 0

Folterskandal: Georgischer Innenminister zurückgetreten.....

....bei uns wäre so etwas unvorstellbar!

Re: Folterskandal: Georgischer Innenminister zurückgetreten.....

in diesem Ausmaß und mit dieser Brutalität wohl schon

Re: Folterskandal: Georgischer Innenminister zurückgetreten.....

bei uns würde die Unschuldsvermutung gelten: so ein Video beweist ja nichts; der Innenminister würde argumentieren, dass er das Fake Video absichtlich in Auftrag gegeben hätte um etwaige wirkliche Verbrecher aufzudecken. Aber sogar das bliebe ihm wahrscheinlich erspart: "ein Medienunternehmen hat das Video veröffentlicht", ja sowas: haben die keinen Kanzler der sowas im Vorfelf mit Inseratenkäufen verhindern kann?

Antworten Gast: ach ja
20.09.2012 23:20
3 0

Re: Folterskandal: Georgischer Innenminister zurückgetreten.....

Meinen´s das Foltern oder den Rücktritt des Ministers?

Logisch wäre ein Untersuchungsausschuss des Parlaments bei dem dann verhindert wird, dass der Innenminister vorgeladen wird, oder?