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Pakistans Premier verlangt weltweites Blasphemieverbot

21.09.2012 | 18:30 |  Von unserem Korrespondenten SASCHA ZASTIRAL (Die Presse)

Pakistans Regierungschef Ashraf zieht einen fragwürdigen Vergleich zum Holocaust und facht Proteste gegen den Film an. Dass die Lage so eskaliert ist, kommt nicht überraschend.

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Bangkok/Islamabad. Die Saat der pakistanischen Regierung geht auf: Das ganze Land war am Freitag wegen des in den USA produzierten, den Propheten Mohammed verunglimpfenden Amateurfilms in Aufruhr. Landesweit sind bei Gefechten zwischen Polizei und Demonstranten mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Fahrer des Fernsehsenders ARY TV in der Provinzhauptstadt Peshawar im Norden des Landes, der von einer Polizeikugel in die Brust getroffen wurde. Fernsehaufnahmen zeigten später, wie Ärzte in einem Krankenhaus vergeblich versuchten, das Leben des Mannes zu retten.

Offenbar hatten Polizisten versucht, mit Schüssen einen aufgebrachten Mob auseinanderzutreiben, der kurz zuvor ein Kino gestürmt und niedergebrannt hatte. Aufnahmen der Zusammenstöße zeigten, dass auch einige der Demonstranten bewaffnet waren. Gewalttäter brannten in Peshawar ein weiteres Kino nieder.

Auch aus Lahore und Rawalpindi wurden gewaltsame Proteste gemeldet. In Karachi wurde ein Polizist erschossen. Pakistans Finanzmetropole ist häufig der Schauplatz von Schießereien zwischen Anhängern konkurrierender krimineller und politischer Gruppen. Auch dort haben Gewalttäter lokalen Berichten zufolge drei Kinos niedergebrannt.

Dass die Lage so eskaliert ist, kommt nicht überraschend, denn Pakistans Regierung selbst hat zu den Protesten aufgerufen. Premier Raja Pervaiz Ashraf erklärte den Freitag zu einem Feiertag, damit die Menschen gegen das Schmähvideo demonstrieren könnten. Jedoch betonte die Regierung, dass die Proteste friedlich verlaufen sollten – was in Pakistan bei religiös angeheizten Demonstrationen eher selten der Fall ist. Daher ließen die Behörden vorsorglich in 15 wichtigen Städten die Mobilfunknetze abschalten, um zu verhindern, dass Militante Sprengsätze mit Mobiltelefonen zünden.

 

Regierung zieht religiöse Karte

Bei einer Rede vor religiösen Gelehrten und ausländischen Diplomaten in Islamabad ließ sich Pakistans Premier zu einem fragwürdigen Vergleich herab. „Wenn es ein Verbrechen ist, den Holocaust zu leugnen, ist es dann nicht illegitim für einen Muslim zu verlangen, dass es auch ein Verbrechen sein soll, wenn die heiligste Person des Islam verunglimpft wird?“, sagte Ashraf. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, Gesetze zu erlassen, die Beleidigungen des Propheten unter Strafe stellen.

Pakistans Regierung versucht allem Anschein nach, mit ihrem Protestaufruf politisches Kapital zu schlagen. In der Vergangenheit haben Regierungen in Pakistan immer wieder auf die religiöse Karte gesetzt, wenn sie in Bedrängnis geraten sind. Und das ist derzeit definitiv der Fall: Das Oberste Gericht übt Druck auf die Regierung aus, damit diese die Behörden in der Schweiz um die Wiederaufnahme von Korruptionsermittlungen gegen Präsident Asif Ali Zardari ersucht. Vor wenigen Wochen hat das Gericht den damaligen Premier Yusuf Raza Gillani wegen „Missachtung des Gerichts“ verurteilt und aus dem Amt gekegelt, weil er der Aufforderung der Richter nicht nachgekommen ist.

 

Proteste auch in Indien

Demonstriert wurde gestern nicht nur in Pakistan – die Zeit nach dem Freitagsgebet eignet sich in der islamischen Welt traditionellerweise gut für Kundgebungen. Auch im benachbarten Indien – konkret im indischen Teil Kaschmirs – gingen Menschen auf die Straße, um gegen die USA zu protestieren. In der Regionalhauptstadt Srinagar kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, wie indische Medien berichteten. Um die Verbreitung des Schmähfilms zu verhindern, hatte die indische Regierung zuvor bereits Telefon- und Internetverbindungen in Kaschmir einschränken lassen.

Weitere Proteste (allerdings rein friedlicher Natur) wurden aus Malaysia sowie aus dem südserbischen Novi Pazar vermeldet, wo ein Protestmarsch unter dem Motto „Freiheit für Pakistan, Libyen, Afghanistan und den Irak“ veranstaltet wurde. In Indonesien, wo in den vergangenen Tagen besonders heftig demonstriert wurde, ebbte die Welle der Empörung indes ab.

Auch in Nordafrika kochten die Emotionen nicht so hoch wie im Vorfeld befürchtet. Ob das an der nachlassenden Aufregung oder am behördlichen Druck liegt, lässt sich allerdings schwer abschätzen. In Tunesien waren sämtliche Demonstrationen am Freitag jedenfalls verboten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2012)

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157 Kommentare
 
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Gast: E.T.
23.09.2012 20:42
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Die Islamische Welt geht von der Voraussetzung

aus, dass alle Mohammed als Propheten ansehen und ihn daher absichtlich beleidigen.

Aus irgend einem, für mich unverständlichen Grund, können Muslime nicht verstehen, dass für den Rest der Welt Mohammed nichts als eine historische Figur ist, über die man sagen und denken darf, was immer man will.

Die Muslime gehen wirklich davon aus, alle sind dem Islam verpflichtet und verstehen nicht, warum nicht alle Muslime sind. Da nun aber sehr viele Muslime auch noch Analphabeten sind und daher nur die Kampfreden beim Gebet in der Moschee hören und viele Gebildete sich des Islam bedienen um Ihre Macht auszuweiten, versteht man, wie es in der islamischen Welt zugeht, wo viele keinen Zugang zu unseren Werten finden oder ganz falsch informiert sind.

Gast: HML
23.09.2012 19:12
1 0

Mehr Toleranz

Eigentlich solle er für mehr Toleranz unter den Muslimen sein. Seit Langem macht sich die Westliche Welt offensichtlich über das Christentum lustig. Es wäre höchste Zeit für mehr religiöse Toleranz in der muslimischen Welt.

Gast: beschwerer
23.09.2012 18:53
5 0

vernünftiger wär wohl ein weltweites

islamistenverbot

Antworten Gast: E.T.
23.09.2012 20:44
3 1

Re: vernünftiger wär wohl ein weltweites

Es würde schon reichen, würden die Europäer im eigenen Land in Augenhöhe mit den Muslimen stehen und nicht die eigenen Werte verleugnen und vor dem Islam am Boden kriechen.

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Diese Affen werden bald den Bogen überspannt haben.

Dann könnte es richtig rund gehen.
Und dann "hilft" auch kein armseliges Würstchen in der Pressezensur mehr.

Gast: Petra Kaufmann
23.09.2012 17:45
0 0

TRAURIG, PEINLICH UND UNDANKBAR!!!!!!!

Ohoho... wenn ich das richtig beurteile, dann hat die USA einem jungen Künstler aus dem Islam eine Möglichkeit gewährt einen Film in ihrem Land zu produzieren, wenn jetzt also 700 Demonstranten vor der Botschaft stehen und sich beschweren, weil sie eventuell bloss neidisch sind, wird das dann blasphemisch bewertet, nur weil die Menschen erstens undankbar sind, zweitens neidisch und drittens absolut keinen Humor haben können.

Ich habe diesen verheerenden Film zwar nicht gesehen, aber ich möchte den Demonstranten gerne folgendes mitteilen, in einer Gesellschaft in der Menschen Hufeisen auf Tierfüsse schlagen, obwohl der Grundgedanke von Hufeisen meines Erachtens ist, dass man mit Glück um sich schmeißen soll und kann um es dann auf die Wand zu hängen oder zu Silvester zu verschenken bzw dieses einzuschmelzen, dann Nadelbäume als Christbäume verwendet werden sind eh schon alle mit sich selbst genug gestraft da braucht man keine zusätzlichen Unruhen, die eventuell dazu führen, dass keiner mehr keinen unterstützt. Es ist ja so, dass jeder seine Meinung hat und jeder seine eigene Meinung vertreten möchte, dies aber oft mit zu viel Druck nach hinten los geht. Wenn man einfach versuchen würde die Meinung des Anderen zu akzeptieren und einfach eine Andere Meinung hat dann wird nicht so schnell ein Problem entstehen...

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Als nächstes kommt ein weltweites Schweinefleischverbot.


Gast: Pensador
23.09.2012 14:12
27 0

Fragwürdiger Vergleich oder nicht?

Fragwürdig ist der Vergleich mit dem Holocaust tatsächlich, weil es sich dabei um die Gleichstellung eines Massenmordes mit polemischer Blasphemie handelt.
Sieht man es allerdings unter dem Gesichtspunkt der Meinungsfreiheit, dann gibt es sehr wohl Parallelen. Die Strafbarkeit der Leugnung des Holocaust ist, man mag es wenden oder drehen, eine Einschränkung der Meinungsfreiheit.
Und eine solche Einschränkung dieses Grundrechtes jedes Rechtsstaates verlangt jetzt der pakistanische Premier auch für
Meinungsäusserungen zum Islam.
Man sieht wohin es führt, wenn man einmal den abstrusen Begriff der "eingeschränkten Meinungsfreiheit" (die es nicht geben kann), wie in Sachen Holocaustleugnung in die Welt gesetzt hat.

Seit wann macht Beten aggressiv?


Es wäre am besten, wenn sich die Dauerbeleidigten

weltweit selbst verbieten würden.

Verlangt er das?

Damit verlangt er aber auch die Einschränkung der Meinungsfreiheit und ich glaube das die im Westen doch ein Grundrecht ist. Außerdem: definiere Blasphemie....

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Presse-User verlangt Freibier für die Welt!


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Pakistans Premier verlangt weltweites Blasphemieverbot

ich verlange das Weltweit keine Christen
in islamischen Ländern umgebracht werden
wegen ihres Glauben!
aber ich nehme mal an,
da san ma derrisch!!!

3 0

Salman Rushdie, die zweite

Ein Minister in Pakistan hat gerade eben zum Mord an dem Filmemacher aufgerufen:

http://tribune.com.pk/story/440855/federal-minister-announces-100000-bounty-on-anti-islam-filmmakers-head/

Gast: Der Buchhändler
22.09.2012 16:59
1 0

hat nur die überschrift gelesen

und lacht sich zu tode

“Gesetze zu erlassen, die Beleidigungen des Propheten unter Strafe stellen”

In vorliegendem Fall handelt es sich wahrscheinlich um ein indirektes Zitat des Herrn Ashraf, aber es erstaunt mich doch, mit welcher Selbstverständlichkeit unsere Medien durchgehend vom “Propheten Mohammed” sprechen. Mohammed ist aus christlicher Sicht natürlich kein Prophet. Warum unsere Journalisten sich wohl die muslimische Redeweise anzueignen für passend halten? Vorauseilender politisch korrekter Gehorsam, möchte ich sagen. Ich finde, wir sollten es unterlassen. (Und ware dann die “Entführung aus dem Serail” von Herrn Ashrafs Gesetzesvorschlag auch betroffen? “Drum beim Barte des Propheten, ich studiere Tag und Nacht…!”)

0 1

Re: “Gesetze zu erlassen, die Beleidigungen des Propheten unter Strafe stellen”

Tut mir ja leid, aber Mohammed ist aus JEGLICHER Weltsicht und unabhängig von der Religion ein Prophet.
Sage ich als Mitglied der katholischen Kirche.

Für das Prophetentum ist es nämlich vollkommen ausreichend, dass man die Botschaften einer Religion verbreitet (trifft im Falle Mohammed zu) und sich SELBST durch Gott dazu berufen fühlt (trifft für Mohammed auch zu).

Ob man diese Botschaften dann auch für sich bzw. seine Religion gültig erachtet ist dabei vollkommen nebensächlich.


Antworten Antworten Gast: Pensador
23.09.2012 14:24
1 0

Re: Re: “Gesetze zu erlassen, die Beleidigungen des Propheten unter Strafe stellen”

"Aus jeglicher Weltsicht" ist Mohammed sicher kein "Prophet", z. B. aus christlicher nicht. Denn das Neue Testament berichtet, dass Jesus warnte: "hütet euch vor den falschen Propheten". Also kennt das Christentum auch falsche Propheten. Und die unterscheiden sich aus dieser Sicht doch von den "Propheten", oder? Und ob das Judentum Mohammed als richtigen oder falschen Propheten einstuft , weiss ich nicht. Dass das Judentum den Begrifft kennt, ist wohl klar, schon im alten Testament kommen Propheten häufig vor. Zweifellos ist der Islam in dieser Hinsicht tolerant. Denn er anerkennt Jesus als Propheten, allerdings im Rang hinter Mohammed stehend.

Gast: biersauer
22.09.2012 15:51
5 0

Sie wünschen sich den Mätyrertod!

Denn sie glauben an das Paradies, was bisher noch von niemandem gesehen war.
S>>o halten sie ihre Übervölkerung in Grenzen.

Gast: Herrlasseshirnregnen
22.09.2012 15:35
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Na da war die Zensur wieder fleissig!

Die hälfte aller Kommentare sind über nacht verschwunden...

Meinungsfreiheit ade, linker Meinungsterror ole!

Antworten Gast: ido
22.09.2012 17:24
0 9

Re: Na da war die Zensur wieder fleissig!

Meinungsfreiheit gilt hier im Presseforum nur, solange man sich an (allereinfachste) Vorschriften zum Miteinander hält. Das jeder 2. Poster das nicht checkt/schafft, ist nicht neu. Dafür möchte ich den admins hier keinen Vorwurf machen...

Antworten Antworten Gast: KHuber
22.09.2012 18:24
7 0

Re: Re: Na da war die Zensur wieder fleissig!

Es bleibt jedoch der Verdacht, dass der "Verstoß" gegen Vorschriften nicht immer der Grund für die Löschung ist.

Wenn nur ein einziger Post, aus Angst vor wem auch immer gelöscht wird ist das schon zu viel!

Antworten Antworten Antworten Gast: Herrlasseshirnregnen
22.09.2012 18:45
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Re: Re: Re: Na da war die Zensur wieder fleissig!

Danke, so ist es!

@ ido
Meine und viele andere Posts die sehr wohl den "Vorschriften" entsprachen, sind einfach gelöscht worden.

Es kotzt mich mittlerweile dermaßen an das jedesmal wenn es um den I3lam geht, ich mir vorschreiben lassen muß was Ich sagen darf und was nicht, ja wo leben wir den?!

Re: Na da war die Zensur wieder fleissig!

Keine Angst!

Spätestens wenn die Leute ihre Meinung auf der Straße und am Feld äussern, werden die Zensoren auch zur Besinnung kommen.

Kopf in den Sand hat schon vor 70 Jahren nicht funktioniert.

Wie wäre es mit einem

Religionsverbot.
Dann gäbe es auch keine Blasphemie mehr.

Antworten Gast: MIR
23.09.2012 15:38
15 2

Religionsverbot

Sie könnten damit gleich im winzig kleinen "Heiligen Land" anfangen, um herauszufinden, ob sich ein solches Verbot politisch durchsetzen läßt.

 
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