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Libyen: Mehrere Tote nach Sturm auf Milizen-Camps

22.09.2012 | 09:08 |   (DiePresse.com)

Zehn Tage nach Tötung des US-Botschafters gab es nahe Benghazi neuerlich Gewalt zwischen Demonstranten und früheren Aufständischen.

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In der ostlibyschen Hafenstadt Benghazi (Bengasi) haben Bewohner in der Nacht auf Samstag mehrere Lager islamistischer Milizen gestürmt. Nach Berichten des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera wurden bei Schusswechseln mindestens vier Menschen getötet und 40 weitere verletzt.

Am Freitagnachmittag hatten sich bereits rund 20 000 Menschen an einer Demonstration gegen Gewalt und die bewaffneten Islamisten beteiligt. Zehn Tage zuvor waren bei einem Angriff auf das US-Konsulat in der Stadt der amerikanische Botschafter und drei weitere US-Bürger getötet worden.

Gebäude niedergebrannt

Mit Rufen wie "Libyen, Libyen" oder "Nein zu Milizen" stürmten den Berichten zufolge Hunderte aufgebrachte Bürger das Hauptquartier der Ansar al-Sharia-Miliz, die an der Attacke auf das US-Konsulat beteiligt gewesen sein soll. Die zum Teil mit Schwertern und Fleischerbeilen bewaffneten Demonstranten hätten die Kämpfer aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, und sie aus dem Lager vertrieben.

Das Gebäude wurde anschließend geplündert und in Brand gesetzt. Auf Fernsehbildern waren brennende Gebäude und Fahrzeuge zu sehen. "Nach dem, was im amerikanischen Konsulat geschehen ist, haben wir genug von den Extremisten", sagte ein Demonstrant laut Al Jazeera.

Schwere Kämpfe

Anschließend zog eine Gruppe von Demonstranten mit Schusswaffen und Raketen vor eine Stellung der Raf-Allah-al-Sahati-Brigade, 15 Kilometer außerhalb von Benghazi. Nach einem zweistündigen Kampf räumte die Brigade das Gebäude in Hawari. Die Regierung in Tripolis rief die Demonstranten auf, zwischen "illegitimen" bewaffneten Gruppen und solchen zu unterscheiden, die der Autorität des Verteidigungs- oder Innenministeriums unterstellt seien.

Als die Menge ein weiteres Milizen-Lager in der Stadt stürmen wollte, sei sie von Kämpfern aus Maschinengewehren beschossen worden. Mehrere Angreifer seien verletzt worden. Wie es unter Berufung auf Krankenhausangaben hieß, kamen insgesamt drei Menschen ums Leben.

Verbindungen zu Al Kaida?

Der Ansar al-Sharia-Miliz werden Verbindungen zum Terrornetz Al Kaida nachgesagt. Schon kurz nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Benghazi, bei dem in der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner getötet wurden, war die Gruppe als möglicher Drahtzieher genannt worden. Die Kommandanten der Miliz bestreiten allerdings jede Beteiligung an dem Angriff.

Aus Protest gegen einen in den USA produzierten islamfeindlichen Film hatten Angreifer am 11. September das US-Konsulat in Benghazi gestürmt. Die Demonstrationen vom Freitag hatten starken Zulauf von Libyern, die den Überfall vom 11. September verurteilten, bei dem US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet wurden. Angesichts der Demonstrationen gaben mehrere Milizen ihre Stellungen in und um Benghazi auf.

(APA/AFP/dpa)

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13 Kommentare
Gast: Hmmmm
22.09.2012 14:25
2 0

Als Gadaffi gegen Islamisten vorging

war es nicht OK, jetzt jubelt man wieder.

Antworten Gast: DerZwersch
22.09.2012 17:56
0 0

Re: Als Gadaffi gegen Islamisten vorging

Bei Gaddafi war es nicht ok, dass er auf jeden losging der mit seinem diktatorischen Stil ein Problem hatte.

Für sein Vorgehen gegen Islamisten wurde er nie kritisiert.

Gast: Fix it
22.09.2012 14:07
0 0

"Nach dem, was im amerikanischen Konsulat geschehen ist, haben wir genug von den Extremisten", sagte ein Demonstrant


Ein Dankeschön, für die Aussage dieses mutigen Mannes!

Da könnten sich unsere "Spitzenpolitiker" ein gehöriges Scheibchen abschneiden!

Antworten Gast: Fix that too
22.09.2012 14:54
1 0

Die Syrer sagen das Gleiche

über die u.a. von der EU fanatisch unterstützten Rebellen.

Antworten Antworten Gast: DerZwersch
22.09.2012 17:57
0 0

Re: Die Syrer sagen das Gleiche

Ja der Assad und seine arme Diktatur, gell?


Antworten Antworten Antworten Gast: nein muss man fixen :D
22.09.2012 18:36
0 0

Re: Re: Die Syrer sagen das Gleiche

Ja Assad ist nicht gerade ein toller Herrscher, allerdings iwäre ein Machttausch, ein Tausch von Pest gegen Cholera
Und das Ganze über was weiß ich nicht wieviele Menschen die dabei sterben müssen

Gast: na toll
22.09.2012 13:58
1 0

hat die allianz der willigen

wieder ein meisterstück abgelegt. vom "irren" gadaffi zu verrückten milizen...

wer sturm sät, wird wirbelstum ernten.

Antworten Gast: DerZwersch
22.09.2012 17:58
0 0

Re: hat die allianz der willigen

Genau, denn nur in einer wirren Welt wie der Ihren hat der Westen an allem die schuld...Gaddafi, Milizen egal. Hauptsache irgend nen Blödsinn schreiben.

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sehr gut!

keine Toleranz gegenüber Intoleranten!

Gast: Johann Laber
22.09.2012 10:37
4 4

"Mit Rufen wie "Libyen, Libyen" oder "Nein zu Milizen" stürmten den Berichten zufolge Hunderte aufgebrachte Bürger das Hauptquartier der Ansar al-Sharia-Miliz, die an der Attacke auf das US-Konsulat beteiligt gewesen sein soll."

"Die zum Teil mit Schwertern und Fleischerbeilen bewaffneten Demonstranten hätten die Kämpfer aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, und sie aus dem Lager vertrieben"

Und diesen Schwachsinn soll irgenjemand glauben?

Mit Schwertern und Fleischerbeilen gegen mit Sturmgewehren und Panzerfäusten bewaffnete islamistische Milizen?

Re: "Mit Rufen wie "Libyen, Libyen" oder "Nein zu Milizen" stürmten den Berichten zufolge Hunderte aufgebrachte Bürger das Hauptquartier der Ansar al-Sharia-Miliz, die an der Attacke auf das US-Konsulat beteiligt gewesen sein soll."

Na ja, die Taktik ist nicht so schlecht. Die Führer der Milizen werden sich hüten, auf Demonstranten schießen zu lassen. Sie werden nämlich ganz genau wissen wissen, dass sie sich damit auf eine Stufe mit Gaddafi stellen würden - und wie es dem dann ergangen ist, wissen sie natürlich auch ganz genau...

Gast: ach ja
22.09.2012 10:32
4 3

ganz klar

Ist in einem arabischen Land ein "Protestplakat" - wie hier im vorliegenden Artikel - englisch beschrift dann ist das so gut wie zwingend Verarsche im Zuge der internationalen Desinformation.

Wobei es die Schreiberlinge der Pressetant mit den Sprachen bekanntlich nicht gar so arg genau nehmen. Da war schon mal was Rumänisches als "Protest der Syrer" den dumben Pressekonsumenten untergeschoben ...

Vermutlich ging man davon aus - wenn dort in den Redaktionsstuben überhaupt wer "geistig zu gehen" imstande ist - dass die Leser sowieso keinen Unterschied zwischen Arabisch und Rumänisch zu erkennen vermögen.

Weit sind wir gekommen!

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Re: ganz klar

auch an johann laber:
weil net sein kann was net sein darf.