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Weißrussland: Die Wahl ohne Wahl ist beendet

23.09.2012 | 19:26 |   (DiePresse.com)

Umstrittene Wahlen in Weißrussland begleitet von Fälschungsvorwürfen. Lukaschenko gibt sich trotzig: "Wir brauchen keine Revolutionen oder Umstürze."

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Wahlschluss in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Weißrussland - am Sonntag wurde die Parlamentswahl durchgeführt. Etwa sieben Millionen Menschen sind aufgerufen, die 110 Mandate im Abgeordnetenhaus in Minsk neu zu vergeben - sie haben aber kaum die Wahl, etwas mitzubestimmen, die Urnengang wird von Fälschungsvorwürfen begleitet, die Opposition will die Wahl nicht anerkennen.

Die Wahllokale schlossen am Sonntagabend um 19 Uhr (MESZ). Nach Angaben der Wahlleitung in der Hauptstadt Minsk lag die Beteiligung kurz vor Schließung der Wahllokale bei mehr als 65 Prozent.

Beobachter erwarten, dass die 110 Mandate komplett den regierungstreuen Kräften um Staatschef Alexander Lukaschenko zugesprochen werden. Die Ergebnisse werden spätestens am Montag erwartet. Die Opposition hatte aus Protest zu einem Boykott der Wahl aufgerufen.

Der Chef der oppositionellen Weißrussischen Nationalen Front, Alexej Janukewitsch, gibt sich am Tag der Parlamentswahl kämpferisch: Die Behörden hätten "nicht die Gelegenheit für demokratische Reformen, für Wahlgesetzänderungen und für die Freilassung von politischen Gefangenen genutzt". Er beklagte zugleich die Anwendung von Gewalt gegen die Opposition und die Nichtzulassung von Kandidaturen. In einer von fünf Anti-Lukaschenko-Organisationen unterzeichneten Erklärung hieß es, aus den genannten Gründen ergebe sich das Recht, die Wahl unabhängig von ihrem Ausgang nicht anzuerkennen.

Lukaschenko: "Feige Opposition hat nichts anzubieten"

Lukaschenko gab seine Stimme in Begleitung seines jungen Sohn Kolja in seinem Wahlkreis der Hauptstadt Minsk ab. "Bis jetzt gibt es nichts zu kritisieren", sagte er Journalisten. Andere Länder müssten Weißrussland um "unsere langweilige Wahl beneiden. Wir brauchen keine Revolutionen oder Umstürze", fügte er hinzu. Alle 110 Mandate würden in Regierungshand bleiben, da die "feige Opposition nichts anzubieten" habe, sagte "Europas letzter Diktator".

Lukaschenko wird als letzter Diktator Europas kritisiert. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat bisher keine Wahl in Weißrussland als demokratisch anerkannt.

Derzeit ist im Parlament nicht ein regierungskritischer Abgeordneter vertreten, und auch nach der Wahl vom Sonntag dürften die meisten Parlamentarier Lukaschenko-treue Staatsdiener sein. Westliche Wahlbeobachter haben seit 1995 keine Wahl in Weißrussland mehr als frei und fair eingestuft. Das amtliche Endergebnis wurde am Montag erwartet.

SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte Weißrussland auf, den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Nikolai Statkewitsch und alle anderen politischen Gefangenen sofort freizulassen und zu rehabilitieren. Der Sozialdemokrat sitze im Gefängnis, "da er den Mut besaß, Präsident Lukaschenko demokratisch herauszufordern", sagte Gabriel dem "Tagesspiegel am Sonntag". In Weißrussland, "der letzten Diktatur Europas", gebe es keine Wahlen, die diesen Namen verdienten.

Vor der Wahl des "Marionettenparlaments" habe es Todesdrohungen gegen die Opposition gegeben, kritisierte die deutsche Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck (Grüne), der ein Visum verweigert worden war. Die EU müsse die Zivilgesellschaft in Minsk weiter unterstützen, appellierte die Osteuropaexpertin in Berlin. Allerdings gelten die Lukaschenko-Gegner als zerstritten.

 

(APA/AFP/dpa)

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14 Kommentare
Gast: Bärenfalle...
24.09.2012 06:45
1 0

Dauereregierter, demokratischer Mahnzeigefinger.

Also bei "Wahl ohne Wahl" und "Marionettenparlament" denke ich persönlich jetzt nicht automatisch an Weißrussland.

Gast: Schleichende Islamisierung
24.09.2012 01:41
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Diktatoren sind nicht meine Freunde,

aber wenn die Europäische Politikerbagage so weitermacht und uns weiterhin der Islamischen Welt zum Fraß vorwirft,wird mir bald ein Diktator Lukaschenko um ein vielfaches lieber sein!

Hätte nie gedacht dass ich jemals auf die Idee käme solche Zeilen zu posten.


Gast: Galizienbeobachter
24.09.2012 01:09
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Lieber Lukaschenko als EU

Freier als in EUropa lebt man in Weissrussland allemal. 12% Einkommenssteuer fuer alle ist ja nicht schlecht! Das gefaellt den Austro-Versklavern und EU-Kerkermeistern natuerlich nicht! Lieber EX-Sovietrepublik als Neo-Sovietrepublik!!

Re: Lieber Lukaschenko als EU

Ist dir ein "Diktator" ernsthaft lieber als die demokratische EU? Da fehlen mir die Worte....
Und, mal aus der Hüfte geschossen: 12% Steuer muss nicht heißen, das es dort automatisch besser ist...

Gast: Anonomym
23.09.2012 20:27
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???

Was hat der ESM mit Weißrussland zu tun?
Sie erinnern mich an Strache, der erzählt einem auf von ESM wenn man ihn über Kärnten befragt.

Die "Wahl" zwischen Alexander und Lukaschenko!

...der Irre mit der gespaltenen Persönlichkeit.

Antworten Gast: brillenauge
23.09.2012 22:23
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Re: Die "Wahl" zwischen Alexander und Lukaschenko!

..im ösiland heissen diese gespaltenen strache scheuchs graf dörfler.. und die sie wählen irren irr

Re: Re: Die "Wahl" zwischen Alexander und Lukaschenko!

sie können doch froh sein, hier zu leben, in Weißrussland würden sie für diese Zeilen im Bau verschwinden!

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Der ESM-Wahnsinn soll vervierfacht werden.........


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Warum Europas letzter Diktator - die EU wird mehr und mehr

zu einer Diktatur über die Köpfe der Menschen hinweg.

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Re: Warum Europas letzter Diktator - die EU wird mehr und mehr

http://einschlechtertag.wordpress.com/

Gast: Demokierkratie
23.09.2012 10:49
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Schon in der Überschrift steckt übelste Propaganda drin!

Letzter Diktator von Europa? Ich werde nicht müde zu betonen, dass Russland zu Europa gehört. Oder ist etwa das EU-Europa gemeint? Divide et impera, wie immer!

Gast: ökono-mist
23.09.2012 10:41
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Bereits gespeichert - und dann verschwunden


Wohin sollte man denn Leserbriefe in diesem Fall schicken? Direkt nach Minsk? Sind hier Hacker unterwegs, denen das bißchen Demokratie in Österreich schon bedrohlich erscheint?

Vielleicht könnte man ja für die Löschung von Leserbriefen ein Vieraugenprinzip einführen, damit nichts unter den Tisch fallen kann - und Lukaschenko in Österreich keine Chance bekommt.


Antworten Gast: securi
23.09.2012 22:15
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Re: Bereits gespeichert - und dann verschwunden

logisch sind Hacker aktiv wo null einsicht herrscht. BZÖ FPÖ verfahren dito