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Georgien: Traum von der „Besenrevolution“

25.09.2012 | 17:17 |  Von Jutta Sommerbauer (Die Presse)

Die Proteste in Georgien wegen der Folteraffäre bekommen eine immer stärkere politische Schlagseite. Zwei Minister traten zurück, zwölf mutmaßliche Täter wurden verhaftet. Die Opposition frohlockt vor den Wahlen.

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Wien/Tiflis. „Willkommen in der Hölle“ titelt das Wochenmagazin „Liberali“ auf seiner Website: Damit gemeint sind die Zustände in georgischen Gefängnissen. Die linksliberale Zeitschrift war es auch, die Fotos von Häftlingen publizierte, die Reisigbesen gegen den „Terror in der Haft“ verbrennen. Mit den Besen seien Häftlinge geprügelt und vergewaltigt worden – davon zeugt auch ein brutales Video, das vor einer Woche von einem Oppositionssender ausgestrahlt wurde und Folterungen im Gldani-Gefängnis zeigt.

In der Kaukasusrepublik träumen Regierungskritiker bereits von einer „Besenrevolution“, die Präsident Micheil Saakaschwili aus dem Amt fegen könnte. Auch wenn der dezidiert einen Rücktritt ausschließt: Der Folterskandal gefährdet den Sieg der Regierungspartei bei der Parlamentswahl am 1. Oktober. Saakaschwili wittert zwar eine Verschwörung der Opposition, doch unter dem Druck tagelanger Straßenproteste muss er nun die Affäre aufklären. Zwei Minister traten bereits zurück, zwölf mutmaßliche Täter wurden verhaftet. Die Opposition weiß die Empörung zu nutzen: Der Milliardär Bidsina Iwanischwili, mit seiner Bewegung „Georgischer Traum“ Hauptkonkurrent von Saakaschwilis „Vereinte Nationale Bewegung“, sagte, die Bürger hätten die Wahl zwischen „Gut und Böse“.

Beschwerden über Folter in georgischen Gefängnissen sind indes nicht neu. 2010 hat das Europäische Komitee zur Verhütung von Folter, ein Organ des Europarats, Beschwerden früherer Insassen der nunmehr berüchtigten Haftanstalt gesammelt.

Minuziöser Bericht über Verletzungen

Auch ein minuziöser Bericht des georgischen Ombudsmanns aus dem Vorjahr nennt das Gldani-Gefängnis mit seinen 3500 Insassen einen Ort der „unglaublichen Stille“ – Folge des dortigen drakonischen Strafregimes: Häftlinge würden geschlagen, Kollektivstrafen seien üblich, Insassen dürften tagsüber nicht schlafen, auch kein Radio hören.

Die unmenschlichen Zustände in den Haftanstalten seien „allgemein bekannt“, sagt Nino Kurtsidze, Vizeleiterin des georgischen Büros der „Eurasia Partnership Foundation“, einem im Südkaukasus tätigen Thinktank. „Das Problem wurde von der Regierung vernachlässigt.“ Sie hofft, dass die Gefängnisreform nun angegangen wird – unter aktiver Einbindung der georgischen Zivilgesellschaft. Kurtsidze bestätigt indirekt die Einschätzung, wonach Saakaschwili mehr Reformer denn Demokrat sei: „Die Idee einer Reform ist, ein Land von A nach B zu bringen. Reformen wurden bei uns sehr schnell durchgezogen. Ein Demokrat geht diesen Weg partizipativ. Das dauert etwas länger.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2012)

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5 Kommentare
Gast: Daimler
26.09.2012 20:18
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Billige Hetze

Wer sich als "Gast" so abfällig über Georgien äußert, hat sich schon selbst disqualifiziert. Gebildeten Menschen fallen bei Georgien Namen wie Rustaweli, Ilia Tschawtschawadse, Otar Isseliani, Tengis Abuladse, Gia Kantscheli, Lisa Batiaschwili, Paata Burtschuladse, Lado Ataneli oder Nino Machaidse ein. Bei Politikern kommen einem Namen wie Noe Schordania oder Herrscher wie Königin Tamar oder König David der Erbauer in den Sinn. Aber das ist natürlich alles eine Frage der Bildung.

Oh wie schön ist Georgien!

Der österreichische Asylgerichtshof, beurteilt Georgien als sehr sicheres Land und lehnt Asylanträge von Georgiern daher grundsätzlich ab. Erst unlängst hatte ich einen negativen Asylbescheid eines georgischen Armeniers vorliegen, der bereits 2007 von derartigen Vorfällen in einem Gefängnis in Tiflis berichtet hat. Sein Cousin wart dort inhaftiert und hat ihn während des Versuchs einer Revolte aus dem Gefängnis angerufen. Nur aufgrund dieses Anrufs wurde dieser Mann von der georgischen Polizei verhört, verprügelt und verfolgt. Nacdem er und seine Familiemit dem Tod bedroht wurden, blieb ihm nichts anderes übrig, als zu fliehen.
Der Asylgerichtshof begründete Anfang 2012 den negativen Bescheid u.a. damit, daß solche Vorfälle aus Georgien nicht bekannt wären, ja nicht einmal Medienberichte darüber gäbe und die Schilderungen des Mannes über solche Zustände in den Gefängnissen nicht glaubwürdig seien...

Gast: Über die Lieblinge des Westens
22.09.2012 23:38
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Saakashvili, Tyrann, Folterchef und Liebling des Westens, vor allem der Deutschen

aber solche Lieblinge hatte der Westen immer:
Mobutu, Rios Montt, die diversen Pakistanischen Regierungen und Völkermörder (in Bengalen), Pinochet, Suharto, Trujillo, Batista (in Cuba vor Castro), wenn ich jetzt eine Stunde weiterdenke kommen ich sicher auf 100 Namen - und übrigens: auch Osama Bin Laden war mal im Sold der CÍA, das wurde vergessen

Gast: Armes Georgien
22.09.2012 22:47
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Außer Schewardnadse hatte Georgien entweder Verrückte oder Schurken zum Präsidenten

Gamsakurdia war verrückt, eine Schizophrener mit Größenwahn. Saakashvili ist eine Schurke und Mafiosi und wahrscheinlich auch verrückt, und Georgien wurde unter ihm zu einem Folterzentrum, das auch ausländische (westliche) Staaten benutzen.
Und was wird jetzt kommen, ein korrupter Milliardär ?
In irgendeiner Weise ist dort der Geist eines gewissen Herr Dschugashvili, genannt Stalin, noch präsent, auch wenn das Land jetzt prowestlich ist.

Gast: Armes Georgien
22.09.2012 22:43
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Außer Schewardnadse hatte Georgien entweder Verrückte oder Schurken zum Präsidenten

Gamsakurdia war verrückt, eine Schizophrener mit Größenwahn. Saakashvili ist eine Schurke und Mafiosi und wahrscheinlich auch verrückt, und Georgien wurde unter ihm zu einem Folterzentrum, das auch ausländische (westliche) Staaten benutzen.
Und was wird jetzt kommen, ein korrupter Milliardär ?
In irgendeiner Weise ist dort eine gewisser Herr Dschugashvili, genannt Stalin, noch präsent, auch wenn es prowestlich ist.

Im Fadenkreuz der Terroristen