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Deutschland: SPD will Merkel mit Steinbrück schlagen

28.09.2012 | 18:24 |  KARL GAULHOFER (Die Presse)

Ex-Finanzminister Peer Steinbrück tritt 2013 als Kanzlerkandidat an. Seine Kandidatur ist eine Kampfansage. Eine große Chance für die SPD, aber auch das größte Risiko.

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Das ging schneller als geplant: Die deutschen Sozialdemokraten haben ihre lähmende „K-Frage“ vorzeitig geklärt. Bis zur Niedersachsen-Wahl im Jänner sollte ihre Führungstroika noch halten. Jetzt haben sie statt der drei Kanzlerkandidaten nur noch einen: Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. Er soll Angela Merkel bei der Bundestagswahl in einem Jahr schlagen.

Mit welchen Waffen? „Kantig, klug und krisenerprobt“ sei der Herausforderer, verkündet die Werbung für seine druckfrische Biografie. Als „Kavallerie“, die der Schrecken aller Steueroasen gegen die Schweizer einsetzen wollte, wird nun sein neuer Plan zur Bändigung der Banken eingesetzt. Damit lässt es sich gut wildern, bis tief hinein in konservative Wählerschichten. Aber der gezielte Schuss könnte auch nach hinten losgehen, wenn die Partei nicht mitzieht: Als ruppiger Rechts-außen wird Steinbrück in der SPD, wie er selbst eingesteht, „gelegentlich als Granate wahrgenommen“.

Warum also er? „Gabriel kann nicht, Steinmeier will nicht – da blieb nur einer übrig“, twittert höhnisch ein CDU-Politiker. Der freundliche frühere Außenminister Frank-Walter Steinmeier war der Konsenskandidat der Herzen. Aber er leidet unter dem Trauma der schweren Wahlniederlage von 2009. Sein Rückzug enttäuscht die Union, die sich auf einen sanften Wahlkampf mit anschließender Großer Koalition gefreut hat. Parteichef Sigmar Gabriel, den die Parteilinken favorisiert haben, hat einfach zu schlechte Umfragewerte. Zudem setzte er auf das falsche Steckenpferd: Seine Pläne, die Pensionsreformen seiner Vorgänger teilweise rückgängig zu machen, stellte die Partei vor eine interne Zerreißprobe.

Also Steinbrück. Dieser legte im vorigen Herbst einen Früh- und Fehlstart hin, als er Helmut Schmidt vor seinen Karren spannte. Im Fernsehen ließ er den Altkanzler verkünden: „Er kann es.“ Das stieß vielen Roten sauer auf, und Steinbrück hängte sich einen Maulkorb um. Erst seit Kurzem ist er wieder voll da. Seine Kandidatur ist eine Kampfansage: Die SPD will siegen. Noch einmal Finanzminister unter Merkel, das schließt der streitbare Kandidat aus. Rot-Grün sei das Ziel, so Gabriel am Freitag.

Zwar liegt Steinbrück im direkten Duell recht weit hinter der Kanzlerin, mit 36 zu 53 Prozent. Aber es könnte ihm gelingen, ihre Eurorettungspolitik zu entzaubern – weil sie mit viel Geld Brände lösche, statt die Ursache zu bekämpfen: die Macht der Finanzlobby.

Steinbrück, der die liberalen Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 lobpreist und in der Krise Konjunkturprogramme abgelehnt hat, dürfte auch die letzten Modernisierungsverlierer in die Hände der Linkspartei und der Grünen treiben. Aber für viele Menschen in der Mitte der Gesellschaft ist er gut wählbar. Hier liegt eine Gefahr, auf die Merkel reagieren wird, vermutlich in bewährter Form: indem sie, wie schon beim Thema Atomausstieg, die Schlachtrösser anderer zu ihren eigenen macht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.09.2012)

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54 Kommentare
 
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Gast: Spin Doktor
29.09.2012 17:14
1 1

SPD will Merkel mit Steinbrück schlagen

Wenn er aus zwei Metern Höhe auf sie drauf springt, könnte es vielleicht klappen.

Gast: Bruder Kain
29.09.2012 16:03
2 0

Pest oder Cholera?

Wie würden Sie sich entscheiden?

Gast: bergziege
29.09.2012 10:43
2 4

Merkl und ihre Leute

werden hoffentlich klug und standfest genug sein, um das zu verhindern. Rot-Grün auch in Deutschland - ein Alptraum.

Antworten Gast: Zeitzeuge
29.09.2012 14:47
2 0

Blockparteien

die gehören doch zusammen Merkel und Steinbrück, verkaufen die Menschen an die Banken. In der DDR hatte man auch eine Wahl zwischen verschiedenen Parteien. Blockparteien

Antworten Antworten Gast: Anmerkung
29.09.2012 18:32
1 0

Re: Blockparteien

Hauptsache, die Genossen haben wieder einen, den sie zunächst freudig wählen und über den sie in ein paar Jahren die „Erkenntnis“ gewinnen werden, dass er ja gar kein richtiger Sozi ist.

Aber das passt schon, denn wie Sie richtig schreiben, ist ja auch Merkel keine richtige Konservative, sondern gehört wie Steinbrück zur heutigen Block-Elite.

Gast: Komplex
29.09.2012 07:40
0 2

Was außer Holz schwimmt noch?

...
(vlg. Monty Python, Ritter d. Kokosnuss)
-> Hier eindeutig die 7. Antwort!

Gast: sozisforbanker
28.09.2012 22:48
3 3

ein uraltsozi steinbrück wurde nun aus der rmottenkiste hervorgeholt. da kann die angi merkel nur lächeln und wird wieder gewinnen; eine SPD mit HartzIV, altersarmut und arbeiten bis 67 hat keinerlei soziale glaubwürdigkeit mehr-also wird sie vom volk zu recht abgelehnt.


Gast: Demokierkratie
28.09.2012 20:30
3 3

Von wegen lähmende K-Frage! Alles nur Show!

Er war bei den Bilderbergern, er WIRD Bundeskanzler!

Gast: Henkel D
28.09.2012 19:57
6 6

Dieser farblose Sozi

Hat niemals eine Chance, gegen Frau Merkel.

Er hat das Charisma eines Kanaldeckels.
Entschuldigung, ist aber so!

Gast: africano
28.09.2012 19:52
3 4

Vergesst den Mauler Steinbrecht !

Er ist schlimmer als die Merkel.

Ist doch völlig wurscht

wer aus dem Parteieneinheitsbrei an die Oberfläche gespült wird. Es wird erst zuende sein, wenn Deutschland nicht mehr zahlen kann und Europa im Chaos versinkt. Solange werden die Interessen der Banken zu Lasten der Bürger und Steuerzahler vertreten.

Dieser "Bilderberger" wird den Hebel des größten Hedgefond aller Zeiten,

zugunsten der Großbanken, wie Goldman Sachs schon richtig umlegen.

Eins haben die SPD-Stiere alle gemeinsam:

stark übergewichtig ! Ansonsten kann man getrost annehmen, dass der Neue vom internationalen Finanzkapital bereits gebrieft und für gut befunden wurde.

Gast: Novaris
28.09.2012 16:18
10 6

Bei dem Namen Steinbrück kommt man ins Grübeln

Das ist doch der, welcher mit Lafontaine im Aufsichtsrat der IKB saß, seine Aufsichtspflicht
verletzte und dadurch den Steuerzahler zur Rettung der Bank mit Milliarden EURO zur Kasse gebeten hat und das ist doch der, welcher den ESM-Gesetzen und den Rettungspaketen - zusammen mit Merkel - zustimmte und den Steuerzahler mit zig Milliarden EURO Garantien verpflichtete.
Bis zur Bundestagswahl 2013 ist noch lange Zeit hin, vielleicht zu lange. Sollten bis dahin die Garantien fällig werden, dürfte sich für die diese Bewerber um die Kanzlerschaft ein anderes Problem stellen, nämlich des sicheren Exils. Kanzler oder Kanzlerin ???

Schon vergessen

wer bei der Bankenkrise 1.0 der deutsche Finanzminister war und wer dafür ursächlich verantwortlich zeichnet, dass die Steuerzahler die "Systemrelevanten" Banken ausbezahlt haben?

Gast: Mr.
28.09.2012 15:51
8 8

Auf wiedersehen Frau Merkel!

Aus meiner Sicht hätte die SPD keinen besseren Kandidaten in Stellung bringen können. Hier braucht es tatsächlich eine Person die aus dem Holz wie Gerhard Schröder geschnitzt ist.

Viel Erfolg Herr Steinbrück!!

PS: Die SPÖ sollte bei der Deutschen SPD dringend mal in die Lehre gehen.

Antworten Gast: UKW
29.09.2012 14:59
1 0

Re: Auf wiedersehen Frau Merkel!

Sie haben völlig recht.

Gast: Bilderberger
28.09.2012 15:40
2 6

Alles nach Plan!


Antworten Gast: Johann S
28.09.2012 15:57
6 3

Re: Alles nach Plan!

Ob diese Verschwörungstheorien,objektivierbar sind(Sprechprotokolle etc...)?

Gast: eso-policier
28.09.2012 15:39
1 4

Steinbrück

Auch mit Steinbrück wird die SPD weniger als 30 % bekommen. Und die CDU bekommt ca. 35 %. Die Partei FW erhält zwischen 2 % und 5 %. Infolge der €urokrise werden einige Kleinparteien, die €uro-kritisch sind, zulegen. Mehr dazu unter
www.esopolice.wordpress.com

Gast: KHuber
28.09.2012 14:55
7 7

Der einzig logische Kandidat

weil er Format und Fachwissen hat.

Schade!

Der "Fred Feuerstein"-Gabriel wäre die ideale Witzfigur der SPD!

Antworten Gast: Exploration
28.09.2012 14:16
4 0

Re: Schade!

Warum?

Re: Re: Schade!

Der Gabriel ist ja der große "Klima-Experte" der SPD und auf gleicher Linie wie die Merkel in ihrer Klima-Hysterie.

Wäre ein lustiger rot-schwarzer Anti-CO2-Wahlkampf oder doch?

Gast: Eusebius
28.09.2012 13:21
6 0

Spannend

wird dieser Wahlkampf 2013 in Deutschland allemal. Angela Merkel hat nun genug Zeit sich auf die Persönlichkeit des Peer Steinbrück einzustelllen.

Gast: TA
28.09.2012 12:40
6 8

Wurde das...

... denn nicht bereits in Chantilly festgelegt? Deutschland soll von den vaterlandslosen rot-grünen Bankenbütteln regiert werden. So wollen es die Strippenzieher, die ans bundesdeutsche Sparvermögen ran wollen. Steinbrück spielt den gut bezahlten Türöffner.

 
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