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Spindelegger: Syrien-Konflikt ist "Nagelprobe" für UNO

28.09.2012 | 22:48 |   (DiePresse.com)

VP-Außenminister Michael Spindelegger kritisiert in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung den Sicherheitsrat. Dieser sei "handlungsunfähig".

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VP-Außenminister Michael Spindelegger hat den Syrien-Konflikt als "Nagelprobe" für die Vereinten Nationen bezeichnet. "Der UNO-Sicherheitsrat muss in dieser Frage endlich seiner Verantwortung nachkommen", betonte Spindelegger am Freitag in seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung in New York laut Redetext. Der Vizekanzler kritisierte das Blutvergießen in Syrien in scharfen Worten und forderte den sofortigen Rücktritt von Präsident Bashar al-Assad, dessen Regime "jegliches Grundrecht mit Füßen tritt, nur um an der Macht zu bleiben".

Eindringlich rief Spindelegger beide Seiten im syrischen Bürgerkrieg zur sofortigen Einstellung der Gewalttätigkeiten auf und betonte die Notwendigkeit eines Dialogs unter der Leitung des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi. "Uns ist es völlig klar, dass es keine Zukunftslösung gibt, wenn Präsident Assad nicht zurücktritt und den Kräften der Vernunft und Versöhnung den Weg öffnet", sagte der Außenminister.

Kritik am UN-Sicherheitsrat

Die Ereignisse der vergangenen Monate hätten in aller Deutlichkeit gezeigt, wie wichtig die Vereinten Nationen als multinationales Forum zur Bewältigung der heutigen Krisen und Herausforderungen seien, betonte Spindelegger zum Auftakt seiner Rede. Neben dem Syrien-Konflikt nannte er in diesem Zusammenhang die Krisenherde in Mali, den anhaltenden Reformprozess in vielen Teilen der arabischen Welt wie auch in Afrika. Diesen Herausforderungen könnte man nur durch konzertiertes Handeln begegnen.

Spindelegger kritisierte den für die Erhaltung des Weltfriedens und der Sicherheit zuständigen Weltsicherheitsrat, der im Syrien-Konflikt aufgrund des russischen und chinesischen Vetos handlungsunfähig ist. Der Sicherheitsrat könne sich seiner Verantwortung nicht auf ewige Zeiten entziehen, weil sich die Lage in dem Land sonst noch verschlimmern würde, mahnte der Vizekanzler.

"Atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten"

Vor dem Hintergrund des Atomkonflikts mit dem Iran forderte Spindelegger eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten. "Die Einrichtung einer Zone, die frei von Kernwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen ist, ist dort dringender denn je", betonte er laut Redetext. Der Iran solle den friedlichen Charakter seines Atomprogramms glaubhaft beweisen, fügte Spindelegger hinzu.

Grundsätzlich kritisierte er, dass es bei den Atomwaffen bisher keine substanziellen multilateralen Abrüstungsverhandlungen gegeben habe. "Im 21. Jahrhundert kann eine solche existenzielle Bedrohung für die gesamte Menschheit nicht mehr von einigen Staaten als eine reine Angelegenheit von nationaler Sicherheit gehandhabt werden", betonte Spindelegger.

Stillstand im Nahost-Friedensprozess

Besorgt zeigte sich der Außenminister über den Stillstand in den Nahost-Friedensverhandlungen, da der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern "ein zentrales destabilisierendes Element" in der Region sei. "Wir appellieren an die politischen Führungen beider Seiten, die Verantwortung, die ihnen von ihren Bürgerinnen und Bürgern anvertraut wurde, zu übernehmen, und die Grundlage für Frieden und Wohlstand für ihre Kinder und für künftige Generationen zu legen."

Österreich stelle sich voll hinter den Übergangsprozess in der arabischen Welt und begrüße die bereits angestellten Bemühungen, den Grundstein für mehr Demokratie und Frieden zu legen, sagte Spindelegger. Dieses Ziel sei jedoch untrennbar mit der Beachtung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit (rule of law) verbunden - ein zentrales Anliegen der österreichischen UNO-Politik.

Österreich im Menschenrechtsrat

Spindelegger erinnerte an die Wahl Österreichs voriges Jahr in den Menschenrechtsrat. Dieser habe in Syrien und Libyen bewiesen, dass er notfalls schnell handlungsfähig ist, indem er unmissverständlich zu verstehen gab, er werde im Falle brutaler Verletzungen der Menschenrechte und Attacken auf Zivilbevölkerungen nicht wegschauen. Verletzungen müssten gründlich untersucht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden, sagte der Außenminister weiters.

"Österreich versteht seine Mitgliedschaft im Menschenrechtsrat als eine Gelegenheit, um unsere wichtigsten Positionen darzulegen, die wir als gewähltes Mitglied des Sicherheitsrates (2009-2010) formuliert haben: Sicherheit von Journalisten, Schutz der Zivilbevölkerung, Durchsetzung der Sicherheitsratsresolution 1325 über Frauen, Frieden und Sicherheit, Religionsfreiheit und Schutz von Kindern in Konfliktgebieten".

Ende der "österreichischen" Woche in New York

Mit Spindeleggers Rede vor der 193 Staaten umfassenden Generalversammlung endet die "österreichische" Woche in New York, die mit der Teilnahme von Bundespräsident Heinz Fischer am Montag an einem hochrangigen Treffen zum Thema Herrschaft des Rechts begonnen hatte.

Dieses Treffen, an mehr als hundert Staats-und-Regierungschefs teilnahmen, hätten den Mitgliedsstaaten erneut Gelegenheit dazu gegeben, ihr Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit auf nationalen und internationalen Ebenen zu bekräftigen, betonte Spindelegger. Doch Folgemaßnahmen seien notwendig. "Österreich ist bereit, an Initiativen zur Erreichung dieses Ziels auch im Rahmen unseres künftigen Vorsitzes im Europarat mitzuarbeiten", sagte Spindelegger.

"Prime Minister of Australia"

Für Lacher hatte zu Beginn der Konferenz eine Verwechslung im UN-Medien-Terminplan gesorgt. Darin wurde Spindelegger als "Prime Minister of Australia", als australischer Premier, angekündigt.

(APA)

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115 Kommentare
 
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Gast: bergziege
29.09.2012 23:11
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Das Vetorecht gehört hinterfragt

Russland und China wollen aufgrund eigener Interessen nicht, dass in Syrien das Morden beendet wird und die ganze Welt schaut paralysiert zu. Das ist unerträglich. Bei so wichtigen Entscheidungen zeigt sich immer wieder wie machtlos die UNO aufgrund des Vetorechts ist.

Antworten Gast: Gast90
30.09.2012 10:34
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Re: Das Vetorecht gehört hinterfragt

warum sind frankreich und gb noch sicherheitsratsmitglieder?

weder bevölkerungsmäßig noch wirtschaftskraftmäßig gerechtfertigt, und "zufälligerweise" beide als aggressor auch in syrien beteiligt..

warum sollen usa, gb, frankreich sich hier selbst legitimieren?

übrigens was passierte als deutschland sich in den libyenfrage enthielt?
merkel "stürzte" mit dem flugzeug ab..

Warum wurde mein Post gelöscht...???

Hatte schon 20 Puls....

Das nehm' ich jetzt persönlich, werte Zensuranten und Zensurantinnen!

Re: Warum wurde mein Post gelöscht...???

Liebe Laura , don`t mind ! Die haben Anweisung von "ganz oben" = Saudi Arabien (psst, nicht weiter sagen)

Re: Re: Warum wurde mein Post gelöscht...???

ja, ich versteh' schon... ;-)

Aber ich hab doch nur "meine Wahrheit" gepostet und einige Leser waren eben dieser Meinung...

Soviel "Demokratie" müsste Österreich wohl noch aushalten, oder???

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Re: Re: Re: Warum wurde mein Post gelöscht...???

Bitte fassen Sie das nicht als Kritik auf. Aber das, was in unserem Land an Politik vorgeführt wird, kann man schlecht als Demokratie bezeichnen.

Zwei Parteien haben die "Oberhoheit" über die Medien und da wird nur das durchgelassen, was denen genehm ist. So schaut dann halt auch das Wahlverhalten aus. Die Menschen nehmen das dann noch als "bare Münze"! Leider!!!!!

Werte "Journalisten": Ist es nicht an der Zeit, dass Sie sich endlich mit den syrischen Reportern solidarisieren und ist es nicht überfällig, ihre Mörder, die Terroristen , zu verurteilen ???

Oder habt ihr eure berufliche Ehre und eure früheren Ideale schon vollkommen verkauft ... ????

Gast: Unverstanden
29.09.2012 20:06
1 0

Erbschaftsstreit und die Geier.

Nach der Wende 1989 hat es überall Euphorie gegeben aber die Erben haben sich gestritten und es haben sich die Rabauken durchgesetzt.

Das Ruder übernommen haben wegen der überschuldeten Staaten die Finanzgeier, die über Leichen gegangen sind.

Sie ziehen immer noch im Hintergrund die Fäden, sind für die Korruption zuständig, unterminieren die Medien, die Justiz und die Politik und lassen Kriege führen, wo sie es für richtig halten.

Sie korrumpieren nicht nur die USA und die EU, sie haben ihre Fühler auch in der russischen und der chinesischen Wirtschaft und bei den Funktionären drin. Mit Geld angeln sie immer wieder die Machtgierigen.

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Der Spindelegger

Wirft der UNO Handlungsunfähigkeit vor.
Der ist doch selbst ein lebendes Beispiel für Unfähigkeit.

Gast: Östersdorfer, WANN streichen sie mit!
29.09.2012 17:42
1 1

ich stelle mir jetzt bildlich vor.....

.....wie der Spindi um 12 Uhr mittags(High Noon) durch die Bahsa Street beim Hotel Venezia(Syrien) vorbeigeht und ganz laut ruft, WO ist Assad, komm raus...WO ist Assad, komm raus...WO ist Assad, komm raus...WO ist Assad, komm raus...dann kommt ihm einer entgegen, der fragt, gel du kommen aus Estereich....der Spindi fragt, warum du wissen....ich riechen ,er sagen!

Re: ich stelle mir jetzt bildlich vor.....

..und seine Fans schreien "allauh akba" allauh akba .....

Gast: biersauer
29.09.2012 17:23
13 0

Die Heckenschützen der "Frteien Armee"schießen auf jede Person!

Reporterin wurde in denHals geschossen:
http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2012/09/26/press-tv-korrespondent-maya-naser-erschossen/#comment-8288

Für die Uno...

... gab es schon viele Nagelproben, die meistens mit schlimmem Versagen endeten. Ich denke z.B. an die Roten Khmer in Kambodscha. Nachdem man dem Morden jahrelang zugesehen hatte, verurteilte man die vietnamesische Armee auf schärfste, als diese dem Pol Pot Regime ein Ende setzte. Bei der strafrechtlichen Verfolgung der Täter (ein paar wurden tatsächlich angeklagt) war die Uno auch wahnsinnig schnell, schon ca. 30 Jahre nach den letzten Morden begannen die ersten Prozesse.

Gast: Noch ein paar Leser
29.09.2012 16:36
17 1

Herr Spindelegger!

Es hätte verstanden, und Ihnen Respekt der Kollegen eingebracht, wenn gerade *Sie* in Hinblick auf die Rolle der östereichischen UN-Soldaten am Golan still geblieben wären. Nein, Sie müssten uns wieder lautstart in den *gewaltsamen* islamistischen Regierungssturz in Syrien verwickeln.

Behalten Sie ihre mageren Gedanken zur Aussenpolitik in Zukunft für sich. Danke.

Gast: Schleimegger
29.09.2012 16:32
12 0

150 syrische Christen verschleppt durch Rebellen

Päpstlichen Missionswerke
http://www.fides.org/aree/news/newsdet.php?idnews=30807&lan=deu

Gast: Unverstanden
29.09.2012 16:11
14 1

In der NATO ist Österreich nur ein Beistrich,

als Neutrale hingegen könnten wir manchmal wo nützlich sein.

Aber diese Wiener Mafia macht uns auch außenpolitisch total kaputt.

Antworten Gast: Gast kommentar
29.09.2012 17:02
15 0

Darabos bastelt dazu eifrig an NATO Hilfstruppen

mit seinem schönen Söldnerheer. So weit hat es diese Republik gebracht! Einmal alle fünf Jahre können wir wählen. Nächstes Jahr ist es wieder so weit.

Antworten Antworten Gast: 300 n.Chr.
29.09.2012 21:54
3 0

Vor dem Untergang

operierte das römische Imperium noch mir germanische Hilfstruppen.

Raus aus der NATerrOr Kollaboration! Das ist nicht der Frieden den wir meinen. http://www.nato.int/cps/en/natolive/51288.htm

Antworten Antworten Gast: Apropos wählen
29.09.2012 19:57
2 0

Nächstes Jahr ist es wieder so weit,

ebenso wie in Syrien, wo der Präsident gewählt werden wird, nach dem Verfassungsreferendum und den Parlamentswahlen im Frühjahr. (Die Rebellen werden sich wohl eher nicht zur Wahl stellen wollen.)

Antworten Antworten Gast: scharfwähler
29.09.2012 18:05
2 0

Wählen?

Wählen kann man bei diesen Politikern nur noch das Kalliber.

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Oesi

Ich hab's schoen langsam satt mich immer mit (immer berechtigteren) Oesi-Witzen haekeln zu lassen. Aber wenn unsere Proponenten so schwindelerregend naiv einen offensichtlichen Eroberungszug decken, und dann realitaetsfern von einer atomfreien Zone sprechen (was die Israelis ja nie und nimmer tun werden), dann leg ich mir bald einen piefkinesischen Akzent zu und denk mir neue Oesi Witze mit meinem Insiderwissen aus..

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Hallo Spindi, war die Dienstreise nach NewYork nett? Wie war das Essen, das Hotel, die Gespräche?

Natürlich Pech daß Austria mit Australia verwechselt wurde und daß Ihr Beitrag vor der UNO Vollversammlung international unbeachtet blieb. Wir sind ja auch nicht so wichtig, manche finden uns ja gar nicht auf der Landkarte.
Nur, verehrter Herr VizeK, A- Minister, Parteiobmann, daheim brennt der Hut. Die Wähler werden immer zorniger. Wieder neue Milliarden für spanische Banken und griechische Sozialfürsorge, schon daran gedacht das den eigenen ein wenig zu erklären. Oder wenigstens den Versuch einer ERklärung zu wagen? Wir haben ja Verständnis, daß man sich von solchen unappetitlichen Problemen absetzen möchte. Aber schließlich werden Sie fürs arbeiten und nicht spazierenfliegen bezahlt. Oder sind Sie anderer Meinung? Auch das würde mich als gelernten Österreicher nicht wundern.

Gast: oupos
29.09.2012 14:24
1 0

Endlich ein Experte für eh' alles...

So macht man das: erst lässt man sich für den Premier von Australien halten und dann pinkelt man in gebrochenem Englisch der UN im eigenen Hause ans Bein - und schon ist die Schottermizzi vergessen...

7 0

Der militärisch-industrielle Komplex sucht wieder nach Krieg als Berechtigung dafür, dass er den Amikanern mehr als die Hälfte von jedem Steuerdollar nimmt.

http://youtube.com/watch?v=kFeduoDWKj4

Gast: österreichistneutral
29.09.2012 14:13
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Die Tatsache dass Spindelegger hier völlig die Einmischung

durch die USA und Saudi-arabien ignoriert, und den internationalen Terrorismus der von aussen nach Syrien hineingetragen wird vertuscht ist traurig.

Vielleicht ist es sogar strafrechtlich relevant, weil Österreich zum. offizell kein Vasallenstaat der USA ist, sondern der immerwährenden Neutralität verpflichtet ist.
Hier wurde glatt die Verpflichtung zur Neutralität bei internationalen konflikten verlassen.

Somit wäre die einseitige Parteinahme für die USA und NATO mitsamt deren Verbündeten Saudi-arabien hier ein glatter Verstoss gegen den Staatsvertrag, die Verfassung und die Bundesverfassung.

Österreich müsste, wenn es shcon glaubt sich zu internationalen Konflikten äussern zu müssen, genauso die Sichtweise der Signatarmacht Russland berücksichtigen, die diametral der des Westens und Spindeleggers widerspricht, und dem Schutz des syrischen Staates vor Saudi-finanzierten Terroristen im Wort steht.

Wo bleibt die Staatsanwaltschaft hier, wenn ein öst. aussenminister sich für Militärabenteuer sowie Terrororganisationen fremder Staaten stark macht?

Re: Die Tatsache dass Spindelegger hier völlig die Einmischung

Nennen sie doch bitte das Delikt, aufgrund dessen die StA aktiv werden sollte?

 
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