Nach dem blutigen Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Benghazi fassen US-Militärs nach Informationen der "New York Times" einen Vergeltungsschlag ins Auge. Spezialeinheiten sammelten demnach Informationen für einen möglichen Angriff auf die Täter des Anschlags vom 11. September.
Überlegt wird laut der Zeitung eine gezielte Drohnenattacke auf Verdächtige, oder eine konzertierte Aktion mit libyschen Truppen. Es seien aber noch keine Entscheidung über eine mögliche Aktion zur Gefangennahme oder zur Tötung der Täter gefallen, heißt es. Präsident Barack Obama hatte versprochen, die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen.
Bei dem Angriff auf das Konsulat in Bengasi waren der US-Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter getötet worden. Die Attacke galt als Reaktion auf das in den USA produzierte islamfeindliche Video "Die Unschuld der Muslime". Der Film löste in zahlreichen muslimischen Ländern Proteste aus, die teils in blutigen Gefechten endeten. Verteidigungsminister Leon Panetta sprach Ende September gar von einem "Terroranschlag".
Missachtung von Warnungen?
Ob es tatsächlich zu einer militärischen Intervention kommt, bleibt abzuwarten. Fest steht hingegen, dass US-Außenministerin Hillary Clinton am Mittwoch ankündigte, die Umstände des Angriffs untersuchen zu lassen. Es solle "vollständig und genau" herausgefunden werden, was geschehen sei, "um zu verhindern, dass es sich wiederholt", schrieb Clinton in einer Antwort an den republikanischen Abgeordneten Darell Issa. Das kalifornische Mitglied des Repräsentantenhauses hatte zuvor den Vorwurf erhoben, die US-Regierung habe das Konsulat trotz Warnungen nicht ausreichend geschützt.
"Viele Verantwortliche der Regierung haben bestätigt, dass die diplomatische Vertretung der USA in Libyen vor der Attacke vom 11. September wiederholt eine Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen in Bengasi forderte", schrieb Issa in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben. "Aber Washington ist auf diese Forderung nach zusätzlichen Maßnahmen nicht eingegangen", fügte er hinzu.
Am 10. Oktober soll das Repräsentantenhaus auf Antrag Issas über das Thema beraten. Clinton sagte Issa ihre Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Vorwürfe zu.
(APA/AFP)
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