Die Türkei hat nach dem grenzüberschreitenden Beschuss durch Syrien den UNO-Sicherheitsrat angerufen. Zudem will die Regierung vom Parlament die Ermächtigung, im Nachbarland militärisch eingreifen zu dürfen.
In einem Brief an UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und den Sicherheitsratsvorsitzenden, Guatamalas Botschafter Gert Rosenthal, wertete der türkische UN-Botschafter Ertugrul Apakan den Zwischenfall am Mittwoch als "Akt der Aggression" Syriens gegen die Türkei. Bei den Mörserattacken von syrischen Truppen auf türkischem Gebiet habe es sich um "eklatante Verletzungen internationalen Rechts" gehandelt.
Zustimmung zu Militäreinsätzen
Von UNO-Diplomaten hieß es, man hoffe bei einer Sitzung in der Nacht auf Donnerstag auf eine nicht-bindende Erklärung des Sicherheitsrates, in der ein Ende der Mörserangriffe auf türkischem Gebiet und ein Ende der Verletzung türkischer Souveränität gefordert werde. Das es zu härteren Maßnahmen komme, galt als unwahrscheinlich.
Am Mittwoch waren im türkischen Grenzort Akcakale Granaten eingeschlagen und hatten fünf Zivilisten getötet sowie zehn weitere Menschen verletzt. Die Türkei startete daraufhin Vergeltungsangriffe in Syrien, bei denen mehrere syrische Soldaten getötet worden sein sollen. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete in der Nacht zum Donnerstag, der Beschuss militärischer Ziele in Syrien durch die Türkei dauere seit dem späten Abend an. Aus Sicherheitskreisen verlautete zudem, die Türkei verstärke die Zahl ihrer Soldaten entlang der Grenze.
Schulen geschlossen
Die türkischen Behörden hatten bereits vor dem Zwischenfall die Bewohner des Gebiets aufgefordert, sich von der syrischen Grenze fernzuhalten. Mehr als hundert türkische Schulen sind wegen der Kämpfe in der Region seit zwei Wochen geschlossen.
Syrien seinerseits rief nach dem türkischen Vergeltungsangriff zu Zurückhaltung auf. Es werde geprüft, woher die Mörsergranaten stammten, erklärte Informationsminister Omran Zoabi. Man respektiere die Souveränität der Nachbarländer. Zugleich aber müssten auch die Nachbarn die Souveränität Syriens respektieren und dafür sorgen, dass keine Terroristen nach Syrien eindringen könnten. Syrien wirft der Türkei vor, Aufständische in dem Land zu bewaffnen.
(APA/Reuters/AFP/sda)
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