Der Präsident des australischen Unterhauses, Peter Slipper, ist wegen eines Sexskandals zurückgetreten. Zwar überstand er am Dienstag einen Misstrauensantrag mit einer Stimme Mehrheit, dennoch reichte er anschließend seinen Rücktritt ein. Slippers ehemaliger Mitarbeiter James Ashby hatte seinen Vorgesetzten wegen sexueller Belästigung verklagt. Im Zuge des Verfahrens kamen Protokolle der Textnachrichten ans Licht, die der verheiratete Slipper seinem homosexuellen Mitarbeiter geschickt hatte.
Der konservative Oppositionsführer Tony Abbott hatte den Rücktritt seines ehemaligen Parteifreunds gefordert, weil dieser nicht für das hohe Amt geeignet sei. In einigen der Nachrichten hatte Slipper sich abfällig über eine konservative Abgeordnete und weibliche Genitalien geäußert.
Der Rücktritt Slippers ist ein Rückschlag für die australische Regierungschefin Julia Gillard von der Labor Party, die sich im vergangenen Jahr für die Beförderung Slippers zum Parlamentspräsidenten stark gemacht hatte. Slipper war im Gegenzug für die Ernennung zum Parlamentspräsidenten in das Lager von Gillard gewechselt.
(APA/AFP)
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