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Irak auf Shoppingtour am Waffenbasar

10.10.2012 | 17:13 |   (Die Presse)

Nach Riesenwaffendeal mit Russland will Premier al-Maliki heute bei Besuch in Prag Kampfjets kaufen. Er dürfte, wie es heißt, „mehrere Dutzend" davon am liebsten gleich mitnehmen

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[PRAG/WIEN/EST/WG/AG.] Tschechien könnte bald um ein Problem ärmer sein: Die Luftwaffe sitzt auf einem großen Bestand von Flugzeugen, die sie sich seit langem nicht mehr leisten kann und daher eingelagert hat. Aber am heutigen Donnerstag naht Hilfe: Iraks Premier Nuri al-Maliki besucht Prag. Und er dürfte, wie es heißt, „mehrere Dutzend" davon am liebsten gleich mitnehmen, um die Miniluftwaffe des Irak aufzurüsten.

Dabei geht es um Trainer bzw. leichte Erdkampfjets vom Typ „L-159" des tschechischen Herstellers „Aero Vodochody". In den 1990ern wurden davon 72 Stück bestellt, auch wegen der Hoffnung, viele davon exportieren zu können - das hatte damals der US-Konzern Boeing versprochen, der die Firma 1998-2004 kontrollierte. Es gab aber keinen Export, also wurden etwa 48 Jets eingemottet. Ihr Neupreis wird mit sehr günstigen ca. zwölf Millionen Euro pro Stück angegeben. „Man wird sie aber sicher viel billiger hergeben müssen", sagt der Luftfahrtexperte Georg Mader, Korrespondent beim Militärfachblatt „Jane's IHS", zur „Presse".

Maliki kommt von einem dreitägigen Besuch aus Moskau, der den angeblich größten Waffenverkauf Russlands in Nahost seit Ende der UdSSR zum Kern hatte: Der Irak bestellte demnach endgültig Gerät für etwa 3,2 Milliarden Euro.

Ein Motiv: Terrorbekämpfung

Es ging speziell um 30 bis 36 Kampfhelikopter Mi-28 „Havoc" und 42 Luftabwehrsysteme „Pantsir-S1". Die Havoc ähnelt der gefürchteten „Apache" der USA, sie wurde auch von Venezuela, Kenia und Algerien bestellt. Pantsir ist eine fahrbare Kombination aus Raketen und Kanonen und unter anderem in Syrien im Dienst.

(c) Wikipedia/Deniz Wladimirowitsch

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Motiv der Waffenkäufe sei der Anti-Terror-Kampf und die Sicherung des Luftraums, hieß es. Iraks Militär war 2003 nach der alliierten Invasion aufgelöst worden und wurde nur zum Teil wiederhergestellt. Die Armee zählt gut 270.000 eher leicht bewaffnete Soldaten, die Panzerkräfte sind bescheiden. Die Luftwaffe hat nur Transporter, Aufklärer und Helikopter; 2013/14 soll sie mit F-16-Jagdbombern aus den USA gestärkt werden.

(c) Pakistan Defence

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5 Kommentare

Anti-Terror-Kampf

Wollen die Irakis jetzt etwa die Türkei angreifen (ähem, zurückschießen natürlich) oder gar die USA?

Gast: Wasserlaeufer
10.10.2012 18:26
4 1

Zum Fressen hams nix.

Kein Wasser, keinen Strom.

Die Strassen voller Loecher
aber fuer das veraltete Waffenklumpert
findet sich immer eine Lobby die die Oel-
Steuergelder in solch eine Verschwendung
umleitet.

Antworten Gast: yoshi1
10.10.2012 19:03
4 1

Re: Zum Fressen hams nix.

Aus der Sicht eines österreichischen Nudelsuppentopfs mag das stimmen. Blickt man aber darüber hinaus wird man erkennen, dass wirtschaftliche Erfolge alleine nichts nützen werden, wenn eines Tages Taliban und Co wieder aus ihren Löchern kommen und alles in Schutt und Asche legen.

"Blickt man aber darüber hinaus ..."

Das hat man geahnt, dass Sie aus einem Nudelsuppentopf "hinaus" blicken, da Sie ja auf einer Nudelsuppe daherschwimmen!

Re: "Blickt man aber darüber hinaus ..."

Was ist denn an seiner Aussage falsch?