[PRAG/WIEN/EST/WG/AG.] Tschechien könnte bald um ein Problem ärmer sein: Die Luftwaffe sitzt auf einem großen Bestand von Flugzeugen, die sie sich seit langem nicht mehr leisten kann und daher eingelagert hat. Aber am heutigen Donnerstag naht Hilfe: Iraks Premier Nuri al-Maliki besucht Prag. Und er dürfte, wie es heißt, „mehrere Dutzend" davon am liebsten gleich mitnehmen, um die Miniluftwaffe des Irak aufzurüsten.
Dabei geht es um Trainer bzw. leichte Erdkampfjets vom Typ „L-159" des tschechischen Herstellers „Aero Vodochody". In den 1990ern wurden davon 72 Stück bestellt, auch wegen der Hoffnung, viele davon exportieren zu können - das hatte damals der US-Konzern Boeing versprochen, der die Firma 1998-2004 kontrollierte. Es gab aber keinen Export, also wurden etwa 48 Jets eingemottet. Ihr Neupreis wird mit sehr günstigen ca. zwölf Millionen Euro pro Stück angegeben. „Man wird sie aber sicher viel billiger hergeben müssen", sagt der Luftfahrtexperte Georg Mader, Korrespondent beim Militärfachblatt „Jane's IHS", zur „Presse".
Maliki kommt von einem dreitägigen Besuch aus Moskau, der den angeblich größten Waffenverkauf Russlands in Nahost seit Ende der UdSSR zum Kern hatte: Der Irak bestellte demnach endgültig Gerät für etwa 3,2 Milliarden Euro.
Ein Motiv: Terrorbekämpfung
Es ging speziell um 30 bis 36 Kampfhelikopter Mi-28 „Havoc" und 42 Luftabwehrsysteme „Pantsir-S1". Die Havoc ähnelt der gefürchteten „Apache" der USA, sie wurde auch von Venezuela, Kenia und Algerien bestellt. Pantsir ist eine fahrbare Kombination aus Raketen und Kanonen und unter anderem in Syrien im Dienst.
Motiv der Waffenkäufe sei der Anti-Terror-Kampf und die Sicherung des Luftraums, hieß es. Iraks Militär war 2003 nach der alliierten Invasion aufgelöst worden und wurde nur zum Teil wiederhergestellt. Die Armee zählt gut 270.000 eher leicht bewaffnete Soldaten, die Panzerkräfte sind bescheiden. Die Luftwaffe hat nur Transporter, Aufklärer und Helikopter; 2013/14 soll sie mit F-16-Jagdbombern aus den USA gestärkt werden.


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