Russland hat nach 20 Jahren eine Vereinbarung zur Abrüstung von ABC-Waffen aufgekündigt. Das sogenannte Nunn-Lugar-Programm solle nicht verlängert werden, wenn es im Mai 2013 auslaufe, sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Ryabkow am Mittwoch der Nachrichtenagentur Interfax. Diese Entscheidung sei aber "keine Neuigkeit für die amerikanische Seite".
Der Minister wies zudem russische Zeitungsberichte zurück, wonach die Einstellung des Programms mit der Anweisung des Kremls zusammenhänge, dass die US-Entwicklungshilfeorganisation USAID ihre Arbeit in Russland einstellen muss.
Der Abrüstungsplan ist nach dem früheren US-Senator Sam Nunn und dem weiterhin amtierenden Senatsmitglied Richard Lugar benannt. Er wurde 1992 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion angesichts von Sorgen um den dortigen großen Bestand atomarer, biologischer und chemischer Waffen geschaffen. Er richtet sich an alle ehemaligen Sowjetrepubliken und gilt als erfolgreichstes postsowjetisches Programm der USA mit Blick auf Russland. Seit Bestehen trug der Plan nach Angaben der Nunn-Lugar-Internetseite organisatorisch oder finanziell zur Vernichtung von mehr als 6.000 atomaren Sprengköpfen bei.
(APA/AFP)
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