Die libanesische Hisbollah hat nach eigenen Angaben jene Drohne geschickt, die vergangene Woche über Israel abgeschossen wurde. Das Aufklärungsflugzeug sei über viele wichtige Standorte geflogen, bevor es von den israelischen Luftwaffe entdeckt worden sei, sagte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah am Donnerstag im Fernsehen.
Nach seinen Angaben handelte es sich bei dem unbemannten Fluggerät um ein iranisches Modell, das im Libanon montiert wurde. Die Drohne sei bis in die Nähe des hochgesicherten Atomreaktors in Dimona in der Negev-Wüste gelangt. Selbst gesetztes Ziel der Hisbollah ist die Zerstörung Israels.
Das israelische Militär widersprach Nasrallahs Darstellung. Der unbemannte Flugkörper sei von der Luftüberwachung schon frühzeitig erfasst worden, als er sich noch über dem Mittelmeer befand. Kampfflugzeuge hätten die Drohne dann begleitet, jedoch erst abgeschossen, als sie sich sich über dünn besiedeltem Gebiet befand, sagte Armee-Sprecher Arye Shalicar.
Der Abschussort befand sich etwa 30 Kilometer nördlich von der Atomanlage, wo Israel nach ausländischen Berichten seit Jahrzehnten seine Atomwaffen produziert. Zu dem Zeitpunkt war die Drohne vom Mittelmeer aus bereits 65 Kilometer durch den israelisch kontrollierten Luftraum geflogen.
Die Hisbollah hatte Israrel im August gewarnt, im Falle eines israelischen Angriffs auf iranische Atomanlagen könne sie das Leben für Hunderttausende von Israelis in eine "Hölle" verwandeln. "Ich sage den Israelis, dass es eine Reihe von Zielen (in Israel) gibt, nicht viele, die wir mit Präzisionsraketen treffen können. Wenn wir diese Ziele treffen (...), wird sich das Leben von Hunderttausenden von Zionisten in eine Hölle verwandeln und wir können von Zehntausenden Toten sprechen", sagte Nasrallah damals.
(APA/dpa)
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