Budapest/Wien/Apa/Red. „Ungarisches Land nur in ungarischer Hand.“ Diese bekannte Devise wiederholte Ungarns rechtskonservativer Premier Viktor Orbán vor Landwirten am Wochenende in der ostungarischen Stadt Cegled. „Wir werden den ungarischen Boden vor Spekulanten und Bankern schützen“, tönte er. Das neue Bodengesetz werde den Kauf ungarischen Bodens durch Ausländer völlig verhindern und den durch „Taschenverträge gestohlenen Boden zurückholen“, versprach Orban.
Bei den sogenannten „Taschenverträgen“ soll es sich laut Regierung um Verträge handeln, mit denen sich Ausländer – vor allem österreichische Agrarinvestoren – in den vergangenen zwei Jahrzehnten über ungarische „Strohmänner“ landwirtschaftliche Nutzflächen gesichert haben. Orbán versprach für 2013 solche Veränderungen in der ungarischen Landwirtschaft, für die es „seit 50 bis 100 Jahren kein Beispiel gab“.
Die Botschaft Österreichs in Budapest setzte sich gegen die Vorwürfe gegen österreichische Grundbesitzer zur Wehr. Die Verträge dienten in letzter Zeit als Vorwand, um gegen die Tätigkeit der ausländischen Landwirte in Ungarn – darunter sind viele Pächter – generell zu polemisieren.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2012)
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