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"Iran-Reise konterkariert die Sanktionen"

16.10.2012 | 16:31 |  Helmar Dumbs (Die Presse)

Die Reisepläne von sieben EU-Parlamentariern stoßen auf Protest, auch unter Kollegen. Nach den verschärften Sanktionen, suchen sie den Dialog.

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[Wien/Brüssel] Das Timing mutet etwas sonderbar an: Erst am Montag hat die EU die Sanktionen gegen den Iran wegen seines umstrittenen Atomprogramms verschärft - und keine zwei Wochen später soll sich eine Gruppe von EU-Parlamentariern nach Teheran aufmachen, um mit ranghohen Vertretern den Dialog zu üben.

Nicht nur das Bündnis „Stop the Bomb" protestiert dagegen, auch in der „Iran-Delegation" finden es nicht alle opportun, dass sieben Kollegen dem Regime die Aufwartung machen: „Ich bin gegen eine solche Reise auf dieser Ebene. Das konterkariert die EU-Sanktionspolitik", sagt der parteilose Abgeordnete Martin Ehrenhauser zur „Presse". Jetzt sei einfach nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Zudem bestehe die Gefahr, dass das Regime den Besuch der Abgeordneten für propagandistische Zwecke instrumentalisiere, meint der ehemalige Mitstreiter von Hans-Peter Martin.

Sein Kollege Ewald Stadler (BZÖ) hätte hingegen keine Probleme damit gehabt, nach Teheran zu fahren, wenn es sich denn terminlich ausgegangen wäre: Schließlich habe sich ja auch Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle mit Irans Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad getroffen, heißt es aus Stadlers Büro.

Gelöst hat das Ticket nach Teheran hingegen der SPÖ-Abgeordnete Josef Weidenholzer: „Gespräche sind immer wichtig", verteidigt er die Reisepläne. Es reiche eben nicht, sich Iran-kritische Resolutionen „an die Pinnwand zu heften", man müsse auch versuchen, die andere Seite zu überzeugen, gerade bei Themen wie der nuklearen Aufrüstung oder den Menschenrechten.

Ähnlich sieht das Cornelia Ernst von der deutschen Linkspartei: Wenn man keinen Krieg sondern Dialog wolle, dann müsse den auch jemand führen: "Das ist sicher eine der wichtigsten Reisen in dieser Parlaments-Periode", meint Ernst, auch wenn sie ebenfalls die Gefahr sieht, vom Regime für dessen Zwecke vereinnahmt zu werden: "Man wird mich deshalb etwa auf keinem Foto finden", kündigt sie an. Dass es widersprüchlich sei, Sanktionen zu verhängen und trotzdem zu fahren, stellt Erbst gar nicht in Abrede, das zeitliche Zusammentreffen habe sich allerdings zufällig ergeben. Es ist bereits der vierte Versuch nach 2009, 2010 und 2011, die Reise doch noch zu unternehmen. „Einmal kam die Absage angeblich von Ahmadinejad selbst, das ist ja fast schon wieder ehrenvoll", meint Ernst sarkastisch.

Auch diesmal ist es noch völlig unsicher, ob die sieben Abgeordneten tatsächlich am 27. Oktober Richtung Teheran aufbrechen. Am Donnerstag müssen erst noch die Präsidenten des EU-Parlaments Grünes Licht geben. Und selbst wenn sie das tun: Noch hat der Iran keine Visa ausgestellt.

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17 Kommentare
Gast: HelmarDumm
17.10.2012 16:25
0 0

...

Also wer "Stop the Bomb" als Vorblid/Referenz angibt kann nicht ernst genommen werden.
Es ist doch allgemein bekannt das diese "NGO" (wer's noch immer glaubt wird auch nicht selig) von einer gewissen Regierung finanziert und augerichtet wird.

Also lieber Helmar,
weniger für die Kriegstreiber arbeiten und mehr für Frieden und Warheit!

Gast: Mouseklick
17.10.2012 12:20
0 0

Die EU

ist weiterhin ein zahnloser Tiger, der zumindest in Nahost sowas von keinem Standing hat.
Und was Stadler anbelangt....der Mann fällt noch im liegen um. Also ein Vorbild an Standfestigkeit.

Gast: antiwahabit
17.10.2012 12:15
0 0

Schlimm genug, dass die USA in Geisselhaft der zionist. Finanzmafie ist

muss jetzt das US-Protektorat in Europa den Laufburschen für America spielen?

Schlimm genug dass die USA ihre illegalen Angriffskriege und ihre illegalen WAffenlieferungen an das zion-Regime über die EU (Deutschland - mit 27 US-FMilitärstützpunkten und der grössten Militärflughafen ausserhalb des US-Staatsgebietes in Frankfurt rhein-main-airbase, GB) verüben.

Hier werden MOrdwaffen, Massenvernichtungswaffen in den Nahen osten transportiert - auch mit Geld aus der EU!

Ein nweiteres Beispiel für die Doppelmoral und Falschheit der EU/Politik.

DIe sollten eher den Kriegs-preis kriegen statt einen Friedenspreis...

2 0

Für was sollte die EU einen Friedensnobelpreis erhalten haben, wenn nicht für ihre Dialogbereitschaft?

Die Sanktionen gegen den Iran stehen,
sind zwar kontraproduktiv,
dennoch bei uns demokratisch legitimiert.

Den Dialog hingegen zu verweigern
und den Abgeordneten die Reise zu "verweigern",
wäre ein Unding.

Entweder man ist ein neutraler Vermittler,
dann muss man beide Seiten hören,
oder man ergreift Partei,
dann muss man auch im Falle einer Eskalation seinen "Mann" stehen.

Alles Andere wäre dumm
und feig.

Gast: GastGastGast
17.10.2012 09:31
2 0

So eine Frechheit!

Wo kommen wir denn da hin, wenn jetzt auch noch jemand anfängt sich selber ein Bild machen zu wollen? Die Informationen aus den zahlreichen gut informierten Quellen reichen völlig aus. Was die sagen stimmt und hat geglaubt zu werden.


Gast: Man.
17.10.2012 07:53
1 0

Man

Man sollte schon mal nachschauen was sie Atomwaffen machen, die seit 1979 "in ein paar Monaten" fertig und einsatzbereit sind.

und ich dachte immer die EU stünde für reisefreiheit!

anscheinend doch nicht,

wohl eher steht der saftladen für massive rechtsbrüche, heuchelein sowie gewaltige inefizientz und demokratielosigkeit!

die EU sollte sich daher nicht so deppert aufspielen!

Gast: Eyjafjallajoekul
16.10.2012 18:44
1 4

Budget?

"Sein Kollege Ewald Stadler (BZÖ) hätte hingegen keine Probleme damit gehabt, nach Teheran zu fahren, wenn es sich denn terminlich ausgegangen wäre"

Sind die Saddammillionen inzwischen aufgebraucht und die Kassen für die Wahlen im März leer?

Diese Art der Kommunikation ist richtig und wichtig!

Alternativ hängen wir am CIA gefilterten Wort von CNN.

Und das kann es ja nicht wirklich sein!

Bravo an allei die den Mut haben dorthin zu reisen!

Gegen diese Reise zum iranischen Regime

kann man z.B. hier seine Protest ausdrücken: http://at.stopthebomb.net/de/werden-sie-aktiv/keine-eu-delegation-in-den-iran.html

Antworten Gast: Johannes B. Obstentkerner
16.10.2012 20:01
9 1

Re: Gegen diese Reise zum iranischen Regime

Ich möchte auch meinen Protest ausdrücken und zwar gegen Kriegstreiber und Propaganda-Schreiberlinge und Propagandaseiten-Betreiber, die eine nicht existente "iranische Atombomben-Gefahr" an die Wand malen um einen Vorwand für einen illegalen Angriffskriegs - in Wahrheit wegen der Bodenschätze des Irans - vom Zaun zu brechen.

Ich möchte meinen Protest ausdrücken, gegen Kriegstreiber, die den seit Jahrhunderten friedlichen Iran (ganz im Gegensatz zu den kriegstreibenden Ländern des Westens) isolieren wollen, ihn mit Sanktionen belegen - nur weil er eigenständig ist und nicht nach der Pfeife der internationalen Banken-Mafia tanzen will.

Iran hat ALLES RECHT DER WELT sein ziviles Atomprogramm zu betreiben. Dieses explizite Recht hat er durch Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages erworben. Aber genau dieses - sogar vertraglich zugesicherte - Recht wollen die Mitglieder des Angriffskriegsbündnisses (N)ord (A)tlantische (T)error (O)rganisation dem Iran absprechen, welche z.T. selber Atomwaffen besitzen und diese auch schon gegen Zivilbevölkerungen anderer Länder eingesetzt haben (USA-Hiroshima/Nagasaki).

Antworten Antworten Gast: Mouseklick
17.10.2012 14:31
0 1

Re: Re: Gegen diese Reise zum iranischen Regime

"Friedlicher" Iran? (!)
Nach innen: Opposition wirf gejagt, Andersdenkende inhaftiert, gefoltert und hingerichtet. Frauenrechte und Minderheitenrechte mit Füssen getreten.
Nach aussen: Unterstützung der Terrororganisationen Hamas und Hezbollah sowie Unterstützung des Assadregimes.
Hoster von "Holcoaust" Konferenzen.
Soviel zum "friedlichen" Iran.
Wo leben Sie....

Antworten Antworten Gast: Feuervögelchen
16.10.2012 20:42
4 1

Re: Re: Gegen diese Reise zum iranischen Regime

Vollkommen richtig - Respekt!


Re: Gegen diese Reise zum iranischen Regime

Diese Website ist Propaganda pur! Nur Blabla!

Dialog ist wichtig

Wer gegen Krieg und Gewalt ist, muss den Dialog stützen! Selbstverständlich ist es zu begrüssen, wenn westliche Politiker mit Vertretern der iranischen Regierung einen Dialog führen. Dies ist nicht nur die zivilisierteste Form des Meinungsaustausches sondern auch die einzige Möglichkeit, Differenzen beizulegen.
Wirtschaftssanktionen treffen nur das Volk. So darf nicht vergessen werden, dass allein die Sanktionen gegen den Irak infolge medizinischer Mangelversorgung tausenden Kleinkindern das Leben kosteten!

Gast: Gruselig
16.10.2012 18:13
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Unterwegs zu ihren Chefs?

Die Eu-Mörderpolitiker

Ein SPÖ Politiker spricht über Menschenrechte.

Ein Witz.