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Libyen: Neue Beweise für Mord an Gaddafi

17.10.2012 | 09:26 |   (DiePresse.com)

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft den Rebellen "den schwersten Fall von Massenhinrichtungen" an Anhängern des früheren Diktators vor.

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Es waren verschwommene Handyaufnahmen, die den Tod des früheren libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi für die Nachwelt festhielten. Der verletzte Machthaber war umringt von einer tobenden Menge, bevor er starb. Trotz der Bilder sind die genauen Umstände seines Todes nach wie vor unklar. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) ging daher den Ereignissen rund um den 20. Oktober 2011 in der Küstenstadt Sirte nach.

In dem am heutigen Mittwoch veröffentlichten Bericht, "Tod eines Diktators: Blutige Rache in Sirte", macht sie den Aufständischen schwere Vorwürfe und beschreibt zudem ein Massaker an mindestens 66 Mitgliedern des Konvois, in dem Gaddafi nach einem Nato-Luftangriff gefasst worden war.

Halb nackt in einen Krankenwagen

"Die Ergebnisse unserer Untersuchung werfen Fragen zu der Darstellung der Behörden auf, wonach Muammar al-Gaddafi in einem Schusswechsel und nicht nach seiner Festnahme getötet wurde", erklärte Peter Bouckaert von HRW. Die Organisation sei auf Handyaufnahmen gestoßen, auf denen Gaddafi nach seiner Gefangennahme zunächst lebend mit einer blutenden Wunde am Kopf zu sehen ist. Zudem schien er durch ein Bajonett am Gesäß verletzt worden zu sein. Als er später halb nackt in einen Krankenwagen gebracht wurde, erschien er dagegen leblos.

Zu seinem Sohn Mutassim fand HRW Aufnahmen, auf denen er nach seiner Festnahme rauchend in einem Streit mit Rebellen in Misrata zu sehen ist. Wenige Stunden später sei jedoch seine Leiche mit einer neuen Wunde am Hals gefunden worden.

Festgenommen und hingerichtet

Den Aufständischen wirft die Organisation zudem vor, zahlreiche Anhänger Gaddafis entwaffnet, geschlagen und schließlich nahe des Hotels Mahari erschossen zu haben. Einige hätten die Hände hinter dem Rücken gefesselt gehabt. "Diese Tötungen stellen den schwersten dokumentierten Fall von Massenhinrichtungen durch Anti-Gaddafi-Kämpfer während der achtmonatigen Rebellion dar", heißt es in dem Bericht. "Die Exekution von Gefangenen ist ein Kriegsverbrechen."

Ein AFP-Reporter hatte im Oktober ebenfalls Beweise gefunden, dass auf dem Gelände des Hotels 65 bis 70 Menschen teils mit Kopfschüssen getötet worden waren. HRW beruft sich in dem Bericht auf Aussagen von Rebellen und Überlebenden des Massakers sowie auf Aufnahmen von Handykameras. Zudem glichen sie Fotos aus Leichenschauhäusern mit Videoaufnahmen von gefangenen Anhängern Gaddafis ab. Diese zeigen, dass mindestens 17 Gefangene später getötet wurden.

Nach Angaben von HRW wurden die Beweise kurz nach den Morden an die Behörden übergeben mit der Forderung, eine vollständige und unabhängige Untersuchung einzuleiten. Anlässlich des bevorstehenden Jahrestags des Todes von Gaddafi mahnte Bouckaert erneut eine Untersuchung an.

(Red./APA/AFP)

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33 Kommentare
 
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Gast: STFU
17.10.2012 17:29
5 1

Soziales Libyen!

http://www.schweizmagazin.ch/news/ausland/8852-grausam-war-Gaddafi.html

Was der Diktator und Tyrann Gaddafi seinem Volk alles antat, wird jetzt täglich Stück für Stück bekannt. Hier eine Aufzählung seiner Grausamkeiten unter denen die Libyer 4 Jahrzehnte leiden mussten.

1. Es gab keine Stromrechnung in Libyen. Strom war kostenlos für alle Bürger.

2. Es gab keine Zinsen auf Kredite. Die staatlichen Banken vergaben Darlehen an alle Bürger zu null Prozent Zinsen per Gesetz.

3. Ein Heim/Zuhause zu haben galt als ein Menschenrecht in Libyen.

4. Alle Frischvermählten in Libyen erhielten 50.000 US-Dollar. Dieses Geld sollte den Menschen ermöglichen ihre erste Wohnung zu kaufen. Die Regierung wollte so zum Start einer Familie beitragen.

5. Bildung und medizinische Behandlungen waren frei in Libyen. Bevor Gaddafi an die Macht kam konnten nur 25 Prozent der Libyer lesen. Heute liegt die Zahl bei 83 Prozent.

6. Wollten Libyer in der Landwirtschaft Karriere machen, erhielten sie Ackerland, eine Bauernhaus, Geräte, Saatgut und Vieh als Schnellstart für ihre Farmen und das alles kostenlos.

7. Wenn Libyer keine Ausbildung oder medizinische Einrichtungen finden konnten die sie benötigten, hatten sie die Möglichkeit mit der Hilfe staatliche Gelder ins Ausland zu gehen. Sie bekamen 2.300 USD im Monat für Unterkunft und Auto gezahlt.

8. Wenn ein Libyer ein Auto kaufte, subventionierte die Regierung 50 Prozent des Preises.

9. .....

Antworten Gast: matt03
17.10.2012 18:45
0 2

Re: Soziales Libyen!

Wenn das alles stimmt was sie hier aufzählen,frage ich mich warum ihn die Libyer unbedingt los werden wollten.

Antworten Antworten Gast: censored
18.10.2012 07:51
1 0

Re: Re: Soziales Libyen!

Dem Volk ging es zu gut, war zu träge und war sich der Reichweite der ausländischen Aggression nicht bewusst, bzw. hat darauf vertraut das Gaddafi mit der ausländischen Aggression fertig wird.

Berichte wie es heute in Libyen zugeht sind Mangelware genauso wie Berichte über die Realität zu Zeiten des NATO-Überfalls inkl. Unterstützung der "Putschisten".

Genauso finden sie keine Berichte über die Demonstrationen in Länder wo die Regierung den westlichen Gangstern hörig ist!

Antworten Gast: Gast4711
17.10.2012 18:34
1 2

Re: Soziales Libyen!

Also ein richtiges Schlaraffenland. Weit besser als Österreich. Und warum sind Sie dann nicht dort hingezogen?

Gast: gast1234
17.10.2012 17:04
1 0

Bitte nicht so bös über die junge, demokratiefreudige Facebook-Generation der Staaten des "arabischen Frühlings" berichten.


1 0

Etwas spät...

"Die Organisation sei auf Handyaufnahmen gestoßen, auf denen Gaddafi nach seiner Gefangennahme zunächst lebend mit einer blutenden Wunde am Kopf zu sehen ist."

Das Video war auf Youtube öffentlich zugänglich und auch ziemlich eindeutig, ist aber ignoriert, respektive eine Verlinkung zensuriert worden.

Aber bitte, besser spät als nie, nur wenn schon, dann richtig:
"...durch ein Bajonett am Gesäß verletzt...", das Wort "am" durch "im" ersetzen...

Ein sinnloser Mord in der


Islamischen Welt!
Na das ist ja mal was ganz neues...

Gast: Wasserlaeufer
17.10.2012 16:25
0 0

Shaaban der Gadhafi Moerder:

http://news.yahoo.com/gadhafis-captor-tortured-killed-131106180--abc-news-topstories.html

Unrecht Gut
gedeihet eben nicht.

WAHRHEIT LÄSST SICH AUF DAUER NICHT UNTERDRÜCKEN !!!!!!!!!


Hier kann mein Kommentar nicht mehr stehen !


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Re: Hier kann mein Kommentar nicht mehr stehen !

Nicht verzagen, weiter machen !

Gast: Gesichtschirurg
17.10.2012 15:55
2 0

Die Auftraggeber dieses Mordes...

...geben den Auftrag die Mörder vor Ort zu verurteilen? Sehr komisch!

Gast: Kommentar senden
17.10.2012 15:48
0 0

ad Nato Schuld/Unschuld

einfach den Bericht lesen. Ich würde der P ja nie unterstellen Fakten zu verschweigen, aber im Bericht steht da auch einiges zum Thema Schuldige. Unter anderem Aussagen von Geheimdienstleuten, und einem Kontaktmann der Rebellen (der war wohl etwas gesprächiger als vor allem einigen Franzosen lieb sein dürfte)

Gaddafi

ist das Opfer des CAI. Gaddafi war ein sehr sozialer Herrscher. Das lybische Volk hat sich selbst enthauptet!

ein massenmörder wurde ermordet? regt das noch wem auf?

die weiberclan sitz in algier, auf einen jüngl warter der richter, das geld wird irgendwo eingefroren sein.

SCHADE ist es nur um das kulturgut des landes und das reiseland libyen, zuviel wird wohl in leptis magna, sabrata etc zerstört worden sein.

Ach !

Sind die Rebellen jetzt vielleicht doch nicht so toll, wie uns die Systempresse wochenlang suggeriert hat ?

Und hatten all deren Befürworter und "Weg mit dem Diktator"-Plärrer (sowie jetzt bei Assad) etwa gar unrecht und die netten Frühlingskämpfer sind etwa doch nur Salafisten auf dem Dschihad statt demokratischer Heilsbringer ?

Rätsel über Rätsel ...

Gast: PÖHSE
17.10.2012 13:11
2 1

Ein Clan hat den anderen abgelöst,

bzw. ist das Feld offen für Auseinandersetzungen um die Macht .

Was hat man geglaubt- daß die da unten Weltmeister im Haserlstreicheln werden wollen ?

Gast: furch
17.10.2012 13:03
5 0

wer sich über die Medien-zirkus rund um die "Lybienbefreiung" wundert

der soll sich bewusst wrden, dass rund um den Sturz eines Regimes immer am meisten zu holen ist.

Die Miliarden von Markos (Philipinnen) sind irgendwo in der "Finanzwelt" verschwunden.

Genauso wie die Milliarde Gadaffis...

Die "Treuhänder" geben nicht bekannt was sie mit de Geld machten, und das grosse Rätselraten von vorigem Jahr (auch der Öst. NB-Präsident rätselte herum ob und wieviel denn "der Gadaffi" hierzulande liegen hätte, Schätzungen gingen von 3 Milliarden € bis 30 Milliarden €)!

Das "problem" der Gaddafie-milliarden ist anscheinend - im Sinne der Kriegstreiber - gelöst (dnen in deren - unseren - Massenmedien des Westens hört und liest man nix mehr davon...).

GEnauso wie mit den Markos-geldern, die bis heute von der "Cityoflondon" "treuhändisch verwaltet" werden, anstatt dem philippinische Volk als eigentlichem Eigentümer zurückgegeben zu werden!

Tja, der Kriegszug hat sich ausgezahlt, die anderen werden das Öl abkaufen können, die Kriegstrophäe aber - das Gaddafie Geld dsa eigentlich dem lybischen Volk gehören würde, wird wohl bald umgewandelt in Waffen-systeme in USA, GB und ISrael wieder auftauchen...

Augenauswischerei .. der wahre Schuldige an dem Vorfall ist die NATO.

Vermutlich sind noch mehrere "verschwommene Videos" und Massaker zur Zeit des Aufstandes zu hinterfragen, jedoch ist es nun zu spät, die NATO hat den Rebellen bereits auf den Thron verholfen, .... Die Zukunft wirds zeigen

Gast: Zweifel tut not
17.10.2012 12:18
3 2

Und die Opfer Quadhaffis?

Was ist mit denen? Warum werden die Opfer des Gewaltherrschers, der selber durch einen Putsch an die Macht kam, nicht auch Opfer.
Natürlich kann man eine schlechte Tat nicht gegen die andere aufwiegen.
Aber die Frage muß erlaubt sein wie man einen Gewaltherrscher der nicht weichen will wegbringt.

Gast: Nobel
17.10.2012 11:51
6 2

Ein Hoch auf den Friedensnobelpreisträger EU

Jetzt ist klar was die Voraussetzungen dafür sind.....

4 4

seltsame Logik

also war die Ermordung Mussolinis ein Kriegsverbrechen?

Kein Problem. Der Krieg ist ja schon vorbei.

Wichtig ist nur, dass solche Dinge erst nachher aufkommen, dann ändern sie sowieso nichts mehr.
Drum wollten die Westmächte ja auch in Syrien so schnell zuschlagen. Bevor noch wer bemerkt, dass die Rebellen auch nur eine blutdürstige Horde sind, die kaum Unterstützung der Zivilbevölkerung genießt.

Gast: Gesichtschirurg
17.10.2012 11:42
7 1

Wie kommen die denn darauf...?

Man muss sich das Video genau anschauen. Es war wohl doch keine Begeisterung.

Ironie Modus aus!

Die Auslieferung und Ermordung von Gaddafi in seinem unter Beobachtung der NATO stehenden Konvoi war eine geplante Sache der Siegermächte.


Gast: Hamdudeldei
17.10.2012 11:31
4 3

"Anti-Gaddafi-Kämpfer"

Soll wohl heissen: NATO-Soeldner. Und Mrs Clinton hat dazu froehlich gegluckst.

Gast: Gast2323
17.10.2012 10:37
8 0

Was genau..

..hat man denn bei UNO/NATO/EU gedacht, als man diesen Krieg nach Leibeskräften unterstützt hat?
Man bombardiert ein wenig hier und da, liefert tonnenweise alte Überbestände an Waffen und Munition (wie nobel) und wundert sich dann, wie grauslich alle zueinander sind.
Bitte aufwachen: Das ist KRIEG! Da pfeiften sich weder die "bösen" Diktatoren noch die "armen" Revoluzzer um Menschenrechte oder die Genfer Konvention.

 
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