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EU-Gruppe trifft Minister, der auf Sanktionsliste steht

18.10.2012 | 17:52 |   (Die Presse)

EU-Gruppe trifft auf ihrer umstrittenen Reise in den Iran den Justizchef der Islamischen Republik, der auf Sanktionsliste der Europäischen Union steht. Das geht aus dem vorläufigen Reiseprogramm hervor.

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Wien/Brüssel/som. Die sieben EU-Parlamentarier, die eine umstrittene Reise in den Iran planen, sollen in Teheran mit einem Vertreter des Regimes zusammentreffen, der auf der Sanktionsliste der Europäischen Union steht. Das geht aus dem vorläufigen Reiseprogramm hervor, das der „Presse“ vorliegt.

Für den vierten Tag der Visite, die vom 27. Oktober bis 2. November dauern soll, ist ein Gespräch mit Sadegh Larijani, dem Justizchef der Islamischen Republik, vorgesehen. Er wurde von der EU Mitte März gemeinsam mit 16 weiteren hohen Beamten wegen Menschenrechtsverstößen mit Einreiseverboten und Kontosperren belegt.

Auch Treffen mit Zivilgesellschaft

Die Vizevorsitzende der „Iran-Delegation“ des Europaparlaments, die Deutsche Cornelia Ernst (Die Linke), bestätigte auf Anfrage der „Presse“ das geplante Arbeitstreffen. Ernst sieht darin keinen Widerspruch zur offiziellen EU-Sanktionspolitik: „Wir gehen nicht dorthin, um mit ihm Kaffee und Champagner zu trinken.“ Es sei wichtig, mit Vertretern des Regimes Gespräche zu führen; immerhin sei die Reise nun offiziell genehmigt worden. Tatsächlich gab das Präsidium des EU-Parlaments am Donnerstag für die Reise grünes Licht – „auch mit der Begründung, dass Treffen mit der Opposition und Frauenrechtsaktivistinnen vorgesehen sind“, wie Ernst erklärt. Tatsächlich finden sich im Programm Termine mit Vertretern der Zivilgesellschaft. Es überwiegen allerdings Treffen mit Offiziellen, unter anderem mit Parlamentspräsident Ali Larijani, dem Vorsitzenden des Wächterrats Ajatollah Rafsanjani und Expräsident Mohammed Khatami.

„Sehr normale Reise“

Ob die Visite eine „sehr normale Reise“ sei, vergleichbar „mit einem Delegationsbesuch der Schweiz“ (Ernst), ist indes fraglich. Denn es ist schon der vierte Versuch einer Fahrt in den Iran. 2009, 2010 und 2011 scheiterten die Anläufe.

Auch bei der diesjährigen Unternehmung gibt es für die Abgeordneten, unter ihnen der Österreicher Josef Weidenholzer (SP), noch eine Hürde zu bewältigen: Die EU-Parlamentarier verfügen noch über keine iranischen Visa. Eine Antwort aus Teheran wird nächste Woche erwartet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)

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5 Kommentare

Am falschen Ort

Was haben diese Dilettanten dort gemacht? Steuergelder verschwendet? Warum seid ihr nicht nach Washington und Jerusalem gefahren...wäre sinnvoller aber auch aussichtsloser gewesen?
Der Iran ist keine Gefahr…die Gefahr ist woanders.
So langsam müssten wir doch wissen wie die Kriegslügenhetze funktioniert.
Seit 100 Jahren und länger immer das gleiche Spiel. Wir Deutschen und Österreicher wurden schon 2x und nun werden wir zum 3x Opfer.

Gast: Iran
18.10.2012 22:18
1 1

Unverschämt!

Würde man mit der Abgeordneten und Regierungspolitiker vom dritten Reich auch reden und Dialoge führen? Wenn diese erlaubt ist, dann darf man mit den Verbrechern im Iran, egal als sog. Parlamentarier oder Geheimdienstagenten bekleidet, wie schon bei SS und NS damals in Deutschland, reden. Na bitteschön!

Gast: alter Krieger
18.10.2012 21:31
1 0

Die Kalten Krieger verlieren immer mehr an Boden

soll Saudi-arabien das im mittelalter lebt, oder das hochgerüstete israel das verhasst ist im nahen Osten, langfristig eine Alternative sein?

Im Gegensatz zu diesen nahöstlichen Mächten ist Iran ja ein Ausbund an Frieden und Demokratie (die Frauen geniessen in iran Freiheiten von denen Saudi-frauen nur träumen können).

M.M. nach wird die Verteufelung des Irans auf Dauer keinen Erfolg haben.

Die Realität steht dem entgegen.

Saudi-arabien und Israel sind mit USA verbündet, gleichzeitig ist Saudi-arabien das offiziell antisemitischste Land der Welt (Juden haben dort Einreiserverbot, was einmalig auf der Welt ist)!

Die Realität wird sich durchsetzen, da können die (K)alten Krieger auch nichts daran ändern.

Die Bevölkerung Irans ist so innovativ, die Verletzungen - durch den Verrat der USA 1957 als man den Volkstribung Mossadegh gewalstam stürzte, und 1980, als die USA den Irren Saddam Hussein militärisch unterstützten und die Abschlachtung von Millionen Iranern förderten - sind aber so gross, dass unabhängig von der Mullahherschaft in der iranischen bervöklerung eine grosse Skepsis gegenüber der US-AUssenpolitik existiert!

Und das zurecht!

Man hat eben schlechte Erfahrugnen mit den USA gemacht, wurde offen angefeindet und boykottiert; und das vergisst ein altes Kulturvolk wie die Perser nicht, wenn sie von den Chewgum-cowboys offen angefeindet werden...

Die Liste der Feinde der USA werden täglich länger, wielange werden die sich das leisten können?

Gast: PÖHSE
18.10.2012 20:33
0 1

Gauner gegen Gauner...


wen wunderts ? Demokratiefeinde aller Länder...

Protest gegen Iran-Reise der EU-Abgeordneten

Wer gegen diese Reise protestieren möchte, kann das z.B. hier tun: http://at.stopthebomb.net/de/werden-sie-aktiv/keine-eu-delegation-in-den-iran.html