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New Yorks „Fort Knox“ im Visier eines Bombenkomplotts

18.10.2012 | 17:57 |  von unserem Korrespondenten THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Ein 21-jähriger Student aus Bangladesch wollte mit Anschlag die US-Wirtschaft erschüttern. Sein Komplize entpuppte sich jedoch als FBI-Agent. Ursprünglich hatte der junge Mann den Präsidenten als Opfer auserkoren.

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Washington. Der Goldschatz liegt tief unter der Erde, hinter dicken Stahl- und Betonmauern, abgeriegelt von der Außenwelt und schärfstens bewacht von Videokameras und Sondereinheiten der New Yorker Polizei. Auch äußerlich gleicht das Kalk- und Sandsteingebäude an der Liberty Street im Finanzdistrikt von Downtown Manhattan, der Sitz der New Yorker Filiale der US-Notenbank – nur zwei Blocks von der Wall Street entfernt –, einer Trutzburg.

Es ist das Fort Knox von New York. Und dabei beherbergt es noch mehr Goldreserven als das legendäre Golddepot des US-Finanzministeriums an der Militärbasis in Kentucky. Ein Fünftel der weltweiten Goldreserven, darunter von Dutzenden ausländischen Regierungen und Notenbanken – rund 7000 Tonnen –, stapelt sich in den unterirdischen Etagen der New Yorker Federal Reserve.

Dennoch ließ die Polizei einen jungen Mann gewähren, der Mittwochmorgen einen Van in der Nähe des Eingangs parkte. Danach quartierte sich der 21-Jährige im Millennium Hotel ein, wartete auf den großen Knall und zeichnete eine Videobotschaft auf: „Wir werden nicht aufhören, bis wir den Sieg oder das Märtyrertum errungen haben.“ Kurz darauf klickten die Handschellen.

„Sting Operation“ der FBI

Der Student Quazi Nafis aus Bangladesch hatte in der Früh mithilfe seines vermeintlichen Komplizen, eines Undercover-Agenten des FBI, in einem Lagerhaus 20 Mülltonnen mit Sprengstoff gefüllt, um das Gebäude in die Luft zu jagen. Die US-Geheimdienste waren da längst in das Komplott eingeweiht, ein Informant hatte sie davon in Kenntnis gesetzt. FBI-Agenten unterstützten den Terroristen in einer sogenannten „Sting Operation“ sogar bei der Ausführung seines Plans. Dass sie ihm ungefährliches Material für die Herstellung der 450-Tonnen-Bombe unterjubelten, konnte er nicht ahnen.

Selbst Präsident Barack Obama war von dem Attentatsversuch unterrichtet. Ursprünglich hatte Nafis den Präsidenten als Opfer auserkoren. Später überlegte er, einen Militärstützpunkt in Baltimore hochgehen zu lassen, bis er auf die Idee verfiel, die US-Wirtschaft in ihren Grundfesten zu erschüttern – mit dem Ziel, womöglich die US-Wahlen aufzuhalten. Als Ziel hatte er zunächst die Börse im Visier.

Größenwahnsinnige Visionen beherrschten Quazi Nafis, als er im Jänner mit einem Studentenvisum in die USA einreiste. Das Studium an der Southeast Missouri State University war jedoch nur ein Alibi für seinen teuflischen Plan. Im Juni zog er nach New York. Ein Selbstmordattentat verwarf er wieder, er wollte nach Angaben der New Yorker Polizei zuerst noch in seiner Heimat nach dem Rechten sehen. Ein Suizidanschlag sollte im Fall der Aufdeckung des Attentats oder seiner Verhaftung „Plan B“ sein.

Verehrung für den „Scheich“

In den Gesprächen mit dem Undercover-Agenten rühmte sich Nafis seiner Verbindungen zur al-Qaida, und er pries den „Scheich“ – Osama bin Laden.

New Yorks Polizeichef Ray Kelly zog derweil Bilanz. Seine Spezialeinheiten hätten nunmehr bereits den 15. Anschlag seit dem 9/11-Terror vereitelt. Vor drei Jahren war ein ambitionierter Plan einer vierköpfigen Bande aufgeflogen, eine Synagoge in die Luft zu sprengen und Flugzeuge vom JFK-Flughafen abzuschießen.

In der US-Öffentlichkeit wurde dem Attentatsversuch auf die New Yorker Notenbankfiliale lediglich kurz Aufmerksamkeit zuteil, die abgebrühten New Yorker gingen rasch zur Tagesordnung über.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)

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135 Kommentare
 
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Gast: EuroPiraten
18.10.2012 08:12
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Das kennt man ja ......

Ich fasse die Fakten mal in Stichworten zusammen: angestiftet vom FBI, Bombe vom FBI, Durchführung mit Unterstützung des FBI. Wichtige Reizwörter wir Terrornetz, Al-Kaida und sogar Massenvernichtungswaffen wurden genannt. Fehlt eigentlich nur noch Iran, "Atombombe gebastelt", Krieg gegen irgendwas ......

die Geschichte könnte man

grad im Kindergarten vorlesen, vielleicht glaubts dort jemand...

Antworten Gast: Konservativer
18.10.2012 08:26
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Personen, die islamistischen Terrorismus für eine Erfindung halten, sind bemitleidenswert-drollig.Re: die Geschichte könnte man


Re: Personen, die islamistischen Terrorismus für eine Erfindung halten, sind bemitleidenswert-drollig.Re: die Geschichte könnte man

sie glauben sicher auch an den Unterhosenbomber der nachweislich vom FBI ohne Pass aber mit einer Bombenatrappe in den Flieger geschafft wurde oder???

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Re: Personen, die islamistischen Terrorismus für eine Erfindung halten, sind bemitleidenswert-drollig.Re: die Geschichte könnte man

Wenn Sie ein Agentennetz errichten, die potentielle Terroristen mit Bomben versorgen, haben Sie überall Terror, wo Sie ihn haben wollen.

Wenn Sie jemanden in eine Gruppe halbstarker Neonazis einschleusen, der die anfeuert und Sie ihm Tipps geben wie er einen Anschlag verüben kann und auch noch Waffen oder Bomben organisieren ist die Wahrscheinlichkeit wohl hoch, dass Sie einen Depperten finden, der darauf einsteigt. So bastelt man sich "Terror".

Auf diesen Blödsinn fallen wohl nur die Amis rein.

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Re: Personen, die islamistischen Terrorismus für eine Erfindung halten, sind bemitleidenswert-drollig.Re: die Geschichte könnte man

Für einen Anschlag den die US Behörden zugegebenermaßen selbst erdacht, initiiert, geplant haben ein kaum erstaunliches Fahndungsergebnis.

Re: Re: Personen, die islamistischen Terrorismus für eine Erfindung halten, sind bemitleidenswert-drollig.Re: die Geschichte könnte man

Also angenommen, Sie wären Sicherheitschef oder führender Mann im Geheimdienst: Welche Strategie hätten Sie nach London, Madrid etc.?
Jeder vorzeitig aufgedeckte Anschlag wird mit größter Häme bedacht.
Heißt das, dass es keine Terroristen gibt? Keine Terrordrohungen im Internet?
Ich finde das auch nicht "super", wenn V-Männer oder Geheimdienstler sozusagen beim Anschlag "mitmachen". aber es ist mir allemal lieber, als dass Unbeteiligte in die Luft gejagt werden.

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Re: Re: Re: Personen, die islamistischen Terrorismus für eine Erfindung halten, sind bemitleidenswert-drollig.Re: die Geschichte könnte man

Die Strategie ist einfach:

Ich würde aufhören diese Anschläge selbst zu inszenieren.

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Welche Strategie


Gast: Alien (Dauerzensuriert)
18.10.2012 07:23
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Einreise?

Hat er am Einreiseformular auch wahrheitsgemäß bei der Frage, ob er in den USA einen terroristischen Anschlag verüben wolle, ja angekreuzt?

 
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