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Russland testet Trägersysteme für Atomwaffen

19.10.2012 | 16:45 |   (DiePresse.com)

Vom Boden, zur See und aus der Luft seien Atombombenattrappen abgefeuert worden. Weiters sollen Kampfflugzeuge über einem Testgelände im Nordwesten Russlands Marschflugkörper abgefeuert haben.

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Russland hat inmitten angespannter diplomatischer Beziehungen zum Westen einen umfangreichen Test von Trägersystemen für Atombomben abgehalten. Vom Boden, zur See und aus der Luft seien erfolgreich Atombombenattrappen abgefeuert worden, erklärte das Verteidigungsministerium am Freitag in Moskau. Die Trägerraketen Topol und R-29R seien jeweils im Fernen Osten sowie im Nordwesten Russlands aus Bunkern und von U-Booten in entgegengesetzte Richtungen abgeschossen worden und hätten nach rund 6000 Kilometern Flug ihre Ziele planmäßig getroffen.

Laut einer zweiten Mitteilung des Verteidigungsministeriums feuerten zudem Kampfflugzeuge des Typs Tupolew Tu-160 und Tu-95 über einem Testgelände im Nordwesten Russlands Marschflugkörper ab. Regierungsangehörige beglückwünschten sich zu dem Funktionsnachweis ihrer Waffensysteme. Die sogenannte Triade von Abschussvorrichtungen für Atomwaffen zur See, vom Boden und aus der Luft bildet das Rückgrat der russischen Verteidigung.

Russland hat in der Vergangenheit wiederholt militärische Machtdemonstrationen abgehalten, wenn es mit dem Westen in Streitigkeiten verwickelt war. Derzeit sind die Beziehungen besonders belastet. Der Westen hält Moskau die aktive Unterstützung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad vor.

Zudem gab es zuletzt scharfe Kritik an der Entwicklung der Menschenrechtssituation in Russland, seit Wladimir Putin seine dritte Amtszeit als Präsident angetreten hat. Die Führung im Kreml lehnt zudem die von den USA angestrengte Errichtung eines Raketenschilds über Europa ab.

(APA/AFP)

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7 Kommentare
Gast: safrax
19.10.2012 23:14
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"Test von Trägersystemen für Atombomben"

Raketen tragen per definitionem keine "Bomben" sondern Gefechtsköpfe bzw. Sprengköpfe. Möglich sind jedoch "Bomblets" - das sind kleine mit Fallschirmen versehene Hohlladungssprengköpfe für Streumunition. Außerdem sind Raketen selbstgetriebene Flugkörper, während Bomben entweder frei fallen oder mit Laser- bzw. GPS-Lenkung versehen sind. Lenkbare Bomben sind dazu mit ausklappbaren Flügeln oder einer aerodynamischen Hülle in Kombination mit steuerbaren Finnen (JDAM) ausgestattet.

"In ihrer Funktion als Waffe haben Raketen und Lenkflugkörper die Aufgabe einen Gefechtskopf mit bestimmten endballistischen Eigenschaften in ein Ziel zu bringen."

Felberbauer, Franz: Waffentechnik II. Munition (Wien 1996)


Gast: Jetzt gehts los
19.10.2012 20:02
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Da ist es aber hoch an der Zeit ...

... das das Bundesheer seine Abfankraketen in Stellung bringt und an die Wehrpflichtigen Munition für die Sturmgewehre austeilt. Weil die Nato brauch ma net, mir schützn uns selber.

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Re: Da ist es aber hoch an der Zeit ...

Klar...Sie haben wohl noch immer Ihre jugendlichen Kriegsphantasien?!

Russland fühlt sich in die Enge getrieben

Theatherdonner oder doch mehr? Diese Frage stellt sich unweigerlich im Zusammenhang mit der obigen Berichterstattung zum Test der russischen Trägersysteme.
In den seit zwei Jahren währenden Versuchen Russlands, eine Annäherung bezüglich der im Bau befindlichen EU-Raketenabwehr mit der NATO zu erzielen, gab es keinerlei Ergebnisse. Russland drängt auf vertragliche Verpflichtungen der NATO (de facto eine Nicht-Angriffs-Garantie) und einer gemeinsamen Besetzung von Kommandostellen.
Der Westen argumentiert hingegen, dass die Sicherheit der Verbündeten auch nicht in einem Teilbereich ausgelagert werden dürfte.

Wenn der NATO-Verband die bis 2020 fertigzustellenden Raktenabwehrtechniken zum Schutz vor anfliegenden Raketen aus dem asiatischen Raum zu bauen gedenkt, ist die Haltung des Westens Russland gegenüber tatsächlich merkwürdig.

In diesem Sinne sind die vorgenommenen Testflüge nicht als Warnung jedoch als ernst zu nehmende Botschaft zu verstehen. Russland will und kann nicht warten, bis seine atomaren Abschreckungspotentiale neutralisiert werden.

Re: Russland fühlt sich in die Enge getrieben

Das Abschreckungspotential von Atomwaffen braucht Russland in Europa nicht.
Es reicht die erschreckende Übermacht an Panzern und Soldaten.
Ansonsten 100%ig Ihrer Meinung.

Gast: freindalwirtschaft
19.10.2012 18:29
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es hat sich nix geändert

russland ist immer noch ein zweit-welt land mit atomwaffen - und bei der innenpolitik sind wir auf bananen-diktatur angekommen