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Feuergefechte erschüttern Beirut und Tripoli

22.10.2012 | 06:15 |   (DiePresse.com)

Nach dem Begräbnis des ermordeten libanesischen Geheimdienstchefs al-Hassan kam es zu heftigen Gefechten. TV-Sender berichten vom Einsatz von Artillerie und schweren Waffen.

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Nach der Trauerfeier für den bei einem Anschlag ermordeten libanesischen Geheimdienstchef Wissam al-Hassan ist es am späten Sonntagabend in der Hauptstadt Beirut zu Feuergefechten gekommen. Dies berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera. In der nördlichen Hafenstadt Tripoli lieferten sich Unterstützer und Gegner des syrischen Regimes von Präsident Bashar al-Assad Schusswechsel. Eine Frau sei von einem Heckenschützen getötet worden, so die Korrespondentin des Senders aus Tripoli.

Bei der offiziellen libanesischen Nachrichtenagentur ANI hieß es am späten Sonntagabend, ein Mädchen sei ums Leben gekommen. Bei heftigen Kämpfen seien Artillerie und schwere Waffen eingesetzt worden.

Nach dem Bombenanschlag auf den Syrien-kritischen Chef des Polizeigeheimdienstes wächst im Land die Sorge vor einem neuen Bürgerkrieg. Der multireligiöse Libanon ist tief zerstritten zwischen Anhängern und Gegnern von Assad. Viele Libanesen sehen die syrische Führung als Drahtzieher des Anschlags auf den Brigadegeneral Hassan.

Begräbnis am "Tag des Zorns"

Die mit den Flaggen des Zedernstaates umhüllten Särge mit den Leichen von Geheimdienstchef Hassan und seinem bei dem Anschlag ebenfalls umgekommenen Leibwächter wurden am Sonntag durch die Straßen von Beirut getragen. An der Trauerfeier nahmen auch der libanesische Präsident Michel Sleimane und Regierungschef Najib Mikati teil. Die Frau und die Kinder Hassans waren aus Frankreich angereist.

Das Grab des Geheimdienstchefs wird neben dem von Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri sein, der 2005 ebenfalls bei einem Anschlag getötet worden war. Hassan hatte Hariri als Sicherheitschef gedient. Wie bei Hassan wurde auch bei Hariri über eine Beteiligung Syriens an dem Attentat spekuliert. Beweise dafür gab es bisher jedoch nicht.

Am Rande der offiziellen Trauerfeier versammelten sich tausende Demonstranten zum "Tag des Zorns" am zentralen Märtyrer-Platz. Dabei kam es zu heftigen Ausschreitungen mit Anhängern der anti-syrischen Zukunftsbewegung. Die Polizei setzte Tränengas ein, als nach Angaben von Augenzeugen hunderte Demonstranten versuchten, den nahe gelegenen Regierungssitz zu stürmen. Dabei gab es mehrere Verletzte. Die Armee rückte an, um das Regierungsgebäude abzusichern, Schüsse waren zu hören.

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(APA/dpa/AFP)

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15 Kommentare
Gast: schlÄchter
23.10.2012 12:49
0 0

sg herr redakteur hackensberger!

"Mit Religion haben die nächtlichen Scharmützel von Beirut nichts zu tun"

schiitische hisbollah+alewiten gegen sunnitische salafisten.

nix religiöses, sondern?

im orient gehen die brucklinien gerade entlang konfessioneller grenzen - ethnisch sind alles araber/semiten.
übrigens auch im nahostkonflikt - im grunde ein erbstreit des hauses abraham - nix religiöses?

oder syrien........

???

m fragenden g
s.


Gast: la vache qui rît
22.10.2012 23:33
4 0

neuer Korrespondent?

der Artikel ist jedenfalls weitaus seriöser als das das übliche, was man im Westen so zu lesen kriegt...

Allerdings zwei kleine Anmerkungen: es sind leider gerade nicht wie bei uns oft behauptet, die "erzkonservativen" Milieus des sunnitischen Islam, die sich dem Jihad verbunden fühlen, sondern die Jungen, die angesichts der anhaltenden wirtschaftl. Stagnation weder Arbeit noch Perspektive und vor allem kaum Bildung haben, die sie vor dem vermeintlich weltbewegenden (und lukrativen!) Revoluzzertum der gut finanzierten Moujahedin beschützen würden. Deshalb ist es nur logisch (und wird hier endlich durch die Blume eingestanden) dass viele der "syrischen Oppositionellen" überhaupt keine Syrer sind...

Zweitens sind die Schusswechsel zwischen Sunniten und Alawiten in Tripoli nichts Neues, die laufen seit der angeblich so glorreichen Befreiung 2005 auf mittlerer Flamme. Nur hatte bisher niemand die Oberhand, weil eben die "erzkonservativen" tripolitanischen Sunniten nicht daran interessiert waren, den fanatischen jungen Hitzköpfe mehr als ein paar Pistolen in die Hand zu geben - jetzt da man plötzlich internationale Waffenlieferungen unter anderem aus dem mit französischen Bomben "befreiten" Lybien erhält, wird für die Alawiten wirklich eng...


Antworten Gast: Konservativer
23.10.2012 00:17
2 4

Der Mossad räumt wenigstens auf.

Während Gutmenschen-Europa sich kolonisieren lässt.

Es lebe Israel.

Re: Frag den Mossad .....

Was wollen Sie den Fragen?

Antworten Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
22.10.2012 20:01
1 0

Re: Frag den Mossad .....

richtig, wenn irgendwo mal wieder ein Auto explodiert, weiss man mittlerweile wessen Markenzeichen das ist

hat Syrien ein Interesse den Libanon mit pro-syrischer Regierung zu destabilisieren? haben die nicht schon genug Probleme?
hmm... wer könnte daran Interesse haben, jetzt mal ganz scharf nachdenken

bei Nachrichten aus der Region empfiehlt es sich zur Einführung, immer vom Gegenteil auszugehen, besser noch, sich bei unabh. Quellen zu informieren


Antworten Antworten Gast: Konservativer
23.10.2012 00:18
1 0

Re: Re: Frag den Mossad .....

"ich bei unabh. Quellen zu informieren"

Er meint Pallywood.

Gast: Hamdudeldei
22.10.2012 16:07
4 0

Frau und Kind kommen aus Frankreich

Nun ist F ja eine syrische Buergerkriegspartei und der Angriff auf Homs wurde aus dem Libanon versorgt. So ganz unbeteiligt wird der gute General vielleicht doch nicht gewesen sein.

Gast: la vache qui rît
22.10.2012 15:37
8 0

und was hier nicht vorkommt...

ist unter anderem: während den Ausschreitungen haben die pro-westlichen und schwer bewaffneten "Oppositionellen" versucht, das Regierungsgebäude zu stürmen, was nur durch das beherzte Eingreifen der Armee verhindert werden konnte.

Und noch ein Wort zu unserem lieben General Wissam alHassan, Gott sei seiner gnädig: der "Märtyrerpremier" Rafiq alHariri hat sich während dem Bürgerkrieg mit Waffenhandel eine goldene Nase verdient und wurde dann als Chef der syrischen Marionettenregierung eingesetzt - sein Adjutant war seit 2001 alHassan. Erst als alHariri sich 2005 mit Damaskus entzweit hat, wurde er zum Helden der "Antisyrischen", wofür er auch durch eine Autobombe sein Leben lassen musste. Im übrigen hatte sich General alHassan, der alHariri normal immer begleitete, an diesem Tag freigenommen und konnte später kein plausibles Alibi angeben. Da er aber mittlerweile ins "antisyrische" Lager gewechselt war, verfolgte man die Spur nicht weiter.
Der Sohn von alHariri, Saad, der die mit wenig Erfolg gesegnete letzte Legislatur angeführt hatte, nutzt jetzt übrigens die Gunst der Stunde, um zum Sturz der Regierung aufzurufen. Aber der gute Mann ist ja ein Freund des Westens und deshalb über jeden Zweifel erhaben.

Antworten Gast: schlÄchter
23.10.2012 13:06
0 0

Re: und was hier nicht vorkommt...

sge "lachende kuh"!

guter kommentar - danke.

nur eines erlaube ich mir kritisch anzumerken: "prowestlich" sind die sunnitsichen oppositionellen (im libanon oder gra syrien) sicher nicht.
der denkfehler der US- und auch westl. strategen liegt darin (ein erbe des kalten krieges) dass die feinde meines feindes (assad, iran) automatisch mein freund sein müssen - im orient ticken die uhren anderst: der westen ist neben den islamischen "häretikern2 (schiiten, alewiten, drusen) und den chriten ebenso der feind.
nicht westlich, nicht östlich - islamisch - das war und ist der kampruf der mujahid.

mfg
s.

Antworten Antworten Gast: la vache qui rît
23.10.2012 18:53
0 0

Re: Re: und was hier nicht vorkommt...

ja sehr genau, da haben sie ganz recht. es ist zwar im libanon immer noch üblich die zugehörigkeiten der einzelnen strömungen nach schutzmächten einzuteilen, was seit dem bürgerkrieg im wesentlichen als "westen" (frankreich, usa, gb) und "osten" (russland, china, syrien, iran) bezeichnet wird - aber das gilt vor allem für die finanziellen abhängigkeiten und schon lange nicht mehr (oder vielleicht noch nie wirklich) für die ideologischen, da haben sie völlig recht dass sie das anmerken.

allerdings funktioniert der "osten" in diesem spiel genauso: russland, china und iran haben grundverschiedene ideologien und polit.-ökonom. Interessen untereinander und im Unterschied zur syrischen Regierung, aber derzeit ergibt es sich so dass sie eine lose Allianz bilden - gerade der Iran und Syrien haben geradezu konträre politische Systeme und tiefe weltanschauliche Unterschiede und würden sich unter anderen Umständen gegenseitig bekriegen... aber angesichts des gemeinsamen Feindes sind iranische Schiiten und alawitische Säkularisten ein Herz und eine Seele...

3 0

Re: und was hier nicht vorkommt...

Ich bin ihnen sehr dankbar fuer Ihren Kommentar! Die einseitige Berichterstattung der westlichen Medien erschuettert mich mitletweile zutiefst, aber anscheinend ist momentan Manipulation wichtiger als Aufklaerung und Information. Dieser Anschlag ist eindeutig ein Versuch, den Libanon zu destabilisieren, und kein "Machtbeweis" von Syrien!

Frühlingserwachen!

Wann kommt der Frühling endlich zu uns!

Zuviele von ihnen

Anscheinend noch immer zu viele Christen im Libanon......

Laut diesem Bericht ..

.. muss der Assad ziemlich viel Einfluss haben im Libanon.

Im wahrsten Sinne des Wortes: unglaublich