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Putin-Gegner wegen angeblicher Putschpläne inhaftiert

22.10.2012 | 15:46 |   (DiePresse.com)

Moskau behauptet, Raswosschaew habe sich selbst den Behörden gestellt. Das Umfeld des Oppositionellen spricht dagegen von einer Entführung in der Ukraine.

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Im Zuge von Ermittlungen wegen angeblicher Pläne zum Sturz der russischen Regierung ist der Oppositionelle Leonid Raswosschaew inhaftiert worden. Der Kritiker von Staatschef Wladimir Putin habe sich am Sonntag selbst den Behörden gestellt und sei daraufhin in Untersuchungshaft gekommen, teilte das zuständige Untersuchungskomitee am Montag mit. Er habe Pläne zu "massiven Unruhen" zugegeben.

Raswosschaews Umfeld stellte den Fall komplett anders dar: Der Oppositionelle sei in der Ukraine entführt und nach Moskau gebracht worden, sagte Ilja Ponomarew von der Oppositionspartei Gerechtes Russland russischen Nachrichtenagenturen. Raswosschaew war demnach in die Ukraine geflohen, um dort um politisches Asyl zu bitten, nachdem in der vergangenen Woche unter anderem seine Wohnung durchsucht worden war.

Seine Anwältin Wioletta Wolkowa sagte der Nachrichtenagentur Interfax, sie werde gegen die Inhaftierung vorgehen, da gegen Raswosschaew kein internationaler Haftbefehl vorliege.

"Plötzlich verschwunden"

Eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in der Ukraine bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass der Oppositionelle in Kiew die dortige Vertretung um Hilfe gebeten habe. Er sei dann aber plötzlich "verschwunden und hat sein Hab und Gut zurückgelassen", sagte Olexandra Makowska. Da er nicht mehr erreichbar gewesen sei, sei die ukrainische Polizei eingeschalten worden.

Grundlage für die Ermittlungen in Russland ist ein jüngst ausgestrahlter Fernsehbeitrag eines regierungsfreundlichen Senders zu angeblichen Putschplänen des russischen Oppositionellen Sergej Udalzow. Raswosschaew ist einer seiner Mitarbeiter. Auch gegen Udalzow und seinen zweiten Mitarbeiter Konstantin Lebedew ermittelt die Justiz. Udalzow hat zwar regelmäßig zu friedlichen Protesten aufgerufen, bestreitet jedoch, zu Gewalt angestachelt zu haben.

(APA/AFP)

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1 Kommentare
Gast: Mensch Meier
22.10.2012 16:24
0 0

Typisch Putin,

wieder mal vor einer Wahl, dieses Mal in der Ukraine, müssen angeblich Umsturzpläne für diesen Stasieinsatz herhalten. Wie schon vor den Parlamentswahlen in RU 2010, damals waren in Odessa, Ukraine, angebliche Muslimextemisten verhaftet worden, die einen Anschlag auf Putin geplant hatten. Im Nachhinein stellte sich der vermeintliche Anschlag als Manöver des FSB heraus. Dieses Mal wird es ähnlich sein, am 28. Oktober sind in der Ukraine Parlamentswahlen....